Depressionen – Was passiert im Gehirn?

15 August, 2014
Tränen können bei zu großer Anspannung Erleichterung verschaffen und helfen, Ängste zu beseitigen. Danach werden Endorphine freigesetzt, die entspannen und ein Wohlgefühl erzeugen.

Das Gehirn ist ein außergewöhnliches Organ, über das wir immer mehr in Erfahrung bringen. Zum Beispiel, wie bestimmte Emotionen prozessiert werden. Viele Menschen fühlen sich oft traurig oder deprimiert und werden von diesen Gefühlen in verschiedensten Lebenssituationen auf die Probe gestellt.

Traurigkeit gehört zu den menschlichen Grundgefühlen, wie auch Freude, Angst oder Wut. Bei diesen Gefühlen reagiert unser Gehirn anders und wir sind uns möglichen Folgen nicht immer bewusst. Es kann zu vermehrtem Hunger oder Müdigkeit kommen, manche Personen suchen die Einsamkeit oder reagieren mit Weinen. Vielleicht interessiert es Sie, welche Rolle diese Auswirkungen in unserem Körper spielen und wie traurige Situationen überwunden werden können. Denn so werden auch schwerwiegendere Krankheiten verhindert, die unser Leben blockieren können, wie es z.B. oft bei Deperssionen passiert.

Wenn Traurigkeit unser Denken bestimmt

Traurigkeit ist ein Gefühl, das sehr starke Spuren in unserem Stoffwechsel hinterlässt. Was ist damit gemeint? Das heißt, dass durch Probleme, Verluste, Enttäuschungen verursachte Traurigkeit viele Veränderungen in Körper und Geist mit sich bringt. Anschließend werden wir uns die im Hirn ablaufenden Prozesse genauer anschauen.

Die Wichtigkeit der Empathie

Das Gehirn hat verschiedene Verteidigungsmechanismen, um mit traurigen Gefühlen umzugehen. Traurigkeit ist die am einfachsten zu erkennende menschliche Emotion. Wenn wir jemanden sehen, wissen wir sofort, ob diese Person traurig ist oder nicht, wir entwickeln Empathie bzw. Mitgefühl zu dieser Person. So können wir traurige Menschen unterstützen. Wir wissen alle, wie wichtig es ist, Familie und Freunde zu haben, die Trost spenden können. Meist ist das Mitgefühl bei Frauen stärker vorhanden.

Das Gehirn braucht mehr Energie: Glukose

In traurigen Zeiten ist das Gehirn sehr aktiv. Es mag komisch klingen, doch Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein deprimiertes Gehirn mehr als 70 Gehirnregionen gleichzeitig aktiviert. Wie kann das sein? Ganz einfach: Wenn wir traurig sind erinnern wir uns an verschiedene Dinge, wir denken, leiden, argumentieren, suchen Lösungen oder Alternativen, und schlafen wenig, da wir verschiedenste Möglichkeiten überlegen, die Ursachen des Problems zu beseitigen. Deshalb sind der Hippocampus, der präfrontale Kortex,  der anteriore cinguläre Kortex, die Schläfenlappen usw. sehr aktiv.

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Gehirn fast 20% der gesamten Energie benötigt, doch bei Traurigkeit braucht er noch mehr, ganz besonders Glukose. Deshalb haben deprimierte Personen oft Hunger oder Gelüste auf Süßes. Eine Folge davon ist, dass viele zunehmen, wenn sie sich traurig fühlen.

Die Notwendigkeit des Weinens

Traurigkeit erzeugt große Spannungen in unserem Körper. Die biologische Funktion von Tränen ist die Augen feucht zu halten. Diese muss jedoch von emotional bedingtem Weinen unterschieden werden, das für unsere Gesundheit auch wichtig ist. Das Gehirn reagiert angespannt und muss sich oft durch Tränen befreien. Danach werden Endorphine ausgeschüttet, die entspannend und aufheiternd wirken. Deshalb empfehlen wir, die Tränen bei Bedarf nicht zurückzuhalten.

Störungen verhindern und aus der Erfahrung lernen

Bei Traurigkeit wird weniger Serotonin erzeugt, ein Botenschoff, der auch eng mit Motivation zusammenhängt. Wenn der Betroffene es nicht schafft, aus diesem Zustand zu entkommen, neue Entscheidungen zu treffen und das Geschehene zu akzeptieren, kann ein Serotoninmangel langfristig gesehen zu Krankheiten wie Depressionen, Zwangsstörungen oder Gewalt führen. Die Betroffenen müssen stark sein und aus der inneren Einkehr neue Möglichkeiten schöpfen, um voran zu kommen.

Traurigkeit dient dazu, aus der Erfahrung zu lernen. Wir wissen alle, dass das Leben nicht immer einfach ist. Es gibt oft Steine im Weg, die überwunden werden müssen. Neue Wege müssen gefunden werden, Wirklichkeiten, die uns zum Lernen dienen. So werden wir stärker und fähiger, uns schwierigen Situationen zu stellen.

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