Behandlung eines Patienten mit Unterkühlung

· 17 Mai, 2019
Unterkühlung ist eine lebensbedrohliche Situation. Es ist wichtig, die Körpertemperatur schnellstmöglich wieder zu heben.

Man spricht von Unterkühlung, wenn die Körpertemperatur eines Menschen sich erheblich reduziert. Dieser Zustand benötigt schnellstmögliche ärztliche Behandlung, damit man weitere Komplikationen für den Organismus vermeiden kann.

In unserem Artikel erklären wir deshalb verschiedene Grade von Unterkühlung und die möglichen Strategien, die man bei der Behandlung eines Patienten ergreifen kann.

Was ist Unterkühlung?

Vorbeugung von Unterkühlung
Unterkühlung kann die Gesundheit eines Patienten schwerwiegend gefährden.

Generell gesprochen ist Unterkühlung ein medizinischer Begriff, der sich auf eine außergewöhnlich niedrige Körpertemperatur bezieht. Normalerweise spricht man von Unterkühlung, wenn die Körpertemperatur des Patienten unter 35 ºC  sinkt.

Es gibt verschiedene Umstände, die diesen Zustand bei einem Menschen hervorrufen können. Dabei besitzt unser Körper eigentlich eine Reihe von Mechanismen, die uns vor Kälte schützen. So versucht er, Wärme zu erzeugen und den Organismus zu stabilisieren.

Sollte der extreme Umstand jedoch anhalten, dann ist der Körper nicht mehr fähig, die verlorene Wärme zurückzugewinnen. Sinkt die Körpertemperatur unter 35 ºC, dann nimmt man an, dass das bedeutet, dass der Körper beginnt zu versagen.

Das liegt daran, dass die Erzeugung von Wärme geringer als der Verlust in jedem Moment ist.

Letztendlich beginnen die Organe und die Blutgefäße, Schäden zu erleiden. Behandelt man diesen Zustand nicht adäquat, dann kann die Person aufgrund der damit verbundenen Komplikationen sterben.

Arten von Unterkühlung

Je nach Schweregrad, den man beim Patienten vorfindet, unterscheidet man drei verschiedene Arten von Unterkühlung. Normalerweise treten die Symptome schrittweise auf und verschlimmern sich, je mehr Zeit vergeht. Deshalb sprechen wir von:

  • Leichte Unterkühlung (33-35 ºC): Die häufigsten Symptome sind Schüttelfrost oder Zittern, Verwirrung oder Desorientierung und Schwierigkeiten dabei, Bewegungen durchzuführen. Die Haut kann außerdem auch ihren Ton ändern und fasst sich sehr kühl an.
  • Mittelschwere Unterkühlung (30-33 ºC): In dieser Situation beginnt der Patient, das Bewusstsein zu verlieren und es ist möglich, dass er ein leichtes Murmeln oder Stammeln von sich gibt. Außerdem kommt es auch vor, dass er stark benommen ist und Energie verliert.
  • Starke Unterkühlung (weniger als 30 ºC): Hier verliert das Individuum das Bewusstsein und sowohl sein Herzrhythmus als auch die Atmung verlangsamen sich und werden schwächer.  Des Weiteren ist auch sein Blutdruck unter den empfohlenen Werten.

Welches sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen?

Erste Hilfe bei Unterkühlung
Mittels Kleidung und Getränken kann man die Körpertemperatur bei einer leichten Unterkühlung wieder anheben.

Bei den Erste-Hilfe-Leistungen handelt es sich um eine Reihe von einfachen Maßnahmen, die man im Notfall treffen kann. So kann man versuchen, die resultierenden Schäden eines Unfalls zu minimieren, während man auf das Eintreffen von medizinischem Personal wartet.

Im Fall von Unterkühlung muss man sofort den Notdienst anrufen und den Zustand des Opfers überprüfen. Dazu muss man den Puls fühlen und die Atmung prüfen und falls notwendig Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) durchführen.

Anschließend sollte man das Opfer an einen geschützten Ort bringen, an dem eine angemessenere Temperatur herrscht.

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Außerdem ist es auch angebracht, die Person in Decken einzuwickeln oder ihr mehr Kleidung anzuziehen, falls diese vorhanden sind. Feuchte Kleidung sollte durch trockene ausgetauscht werden, um die Körpertemperatur zu heben.

Falls es keinen geschützten Ort in der Nähe gibt, dann sollte man dem Opfer Wärme spenden, um feuchte Kleidung zu trocknen und eine normale Körpertemperatur wieder herzustellen. Ist es möglich, so kann man warme Kompressen auflegen oder sich der Person annähern.

Es ist davon abzuraten, direkte Hitze anzuwenden, denn das kann zu noch schlimmeren Komplikationen führen.

Sollte sich die Person bei Bewusstsein befinden, so kann man sie stimulieren, indem man ihr heiße Getränke oder warmes Essen gibt. Auf keinen Fall ist es ratsam, Alkohol zu verwenden, um das Opfer zu beruhigen.

Welche medizinische Behandlung findet statt?

Trifft das ärztliche Team ein, dann folgt es angemesseneren Behandlungsrichtlinien, um den Zustand des Patienten zu stabilisieren.

Bei leichter Unterkühlung kann man den Zustand durch passive Erwärmung behandeln. Diese Technik besteht darin, warme Flüssigkeiten und Decken zu verwenden, um die verlorene Wärme zurückzugewinnen.

Bei schwereren Fällen hingegen kann es vorkommen, dass der Patient nicht bei Bewusstsein ist, oder dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um ihn zu beruhigen. In dieser Situation gibt es andere Techniken, die man anwenden kann, um Unterkühlung zu lindern:

  • Intervenöse Verabreichung von warmer Flüssigkeit. Normalerweise handelt es sich hierbei um eine Salzwasserlösung.
  • Verwendung von befeuchtetem Sauerstoff, um die Atemwege des Patienten zu erwärmen.
  • Anwendung von unterschiedlichen Mengen von Salzwasser an verschiedenen Körperzonen. Normalerweise bringt man einen Katheter an Stellen wie etwa dem Brustfell oder der Bauchhöhle an.
  • In den extremsten Fällen kann es zur Verwendung einer Maschine für Hämodialyse kommen. So wird dem Opfer das Blut entnommen, man bringt es wieder auf eine normale Temperatur und dann wird es erneut in den Organismus des Patienten zurückgelassen.

Auf alle Fälle muss Unterkühlung sofort mit den angebrachten Maßnahmen behandelt werden. Das medizinische Notfallteam hat die notwendigen Mittel, um dies zu tun.

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In den leichtesten Fällen ist es jedoch möglich, die normale Körpertemperatur schon mit warmer Bekleidung und heißen Getränken wieder herzustellen.