Autismusforschung: Körperliche Merkmale, die auf Autismus hinweisen können

Autismus ist als Krankheit noch gar nicht so lange bekannt. Deshalb gibt es in der Autismusforschung auch immer noch häufig neue Erkenntnisse.
Autismusforschung: Körperliche Merkmale, die auf Autismus hinweisen können
Nelton Abdon Ramos Rojas

Geprüft und freigegeben von dem Arzt Nelton Abdon Ramos Rojas.

Geschrieben von Nelton Abdon Ramos Rojas

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Bei Autismus handelt es sich eine neurologische Entwicklungsstörung. Diese Erkrankung ist noch gar nicht so lange bekannt. Als gesamtes Störungsbild hat sie der Psychiater Leo Kanner tatsächlich erst Mitte des 20. Jahrhunderts beschrieben. Seitdem sind viele Studien entstanden, die den Wissensstand in der Autismusforschung immer wieder erweitern und um neue Erkenntnisse bereichern.

Im Folgenden erzählen wir dir etwas mehr über Autismus und über den Begriff der “Autismus-Spektrum-Störungen”. Darüber hinaus findest du Informationen über eine Studie zu möglichen körperlichen Merkmalen, die auf Autismus hinweisen können. Bleib also dran!

Kurze Geschichte des Autismus und der Autismusforschung

Wenn wir von Autismus im Allgemeinen reden, sprechen wir eigentlich von Autismus-Spektrum-Störungen. Darunter versteht man mehrere ähnliche, aber dennoch unterschiedliche neurologische Entwicklungsstörungen.

Aber das war nicht immer so. Ursprünglich verwendete man den Begriff Autismus, um ein Symptom der Schizophrenie zu bezeichnen. Das Wort kommt vom griechischen autós, was auf Deutsch soviel bedeutet wie “(sich) selbst”.

Später verlagerte sich die Verwendung in den Bereich der Kinderpsychologie. Dort ging es vor allem um Kinder, die Schwierigkeiten hatten, affektive Beziehungen zu anderen herzustellen und außerdem stereotype Verhaltensweisen aufwiesen.

So wurde Autismus zunächst als eine mögliche Erscheinungsform der Psychose betrachtet. Darüber hinaus wurden der Erkrankung auch psychogenetische Ursachen zugeschrieben.

Begriff der “Autismus-Spektrum-Störungen”

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Autismus zeigt sich in einer großen Bandbreite von Erscheinungsformen. Deshalb spricht man heute zumeist von Autismus-Spektrum-Störungen mit unterschiedliche Graden und Untergruppen.

So hieß es beispielsweise, Autismus hätte mit einem kalten und lieblosen Umgang der Eltern gegenüber dem Kind in den ersten Lebensmonaten zu tun.

Doch glücklicherweise konnte die Autismusforschung über die Jahre neues Wissen über diese Krankheit ans Licht bringen. Und als Folge dieser Studien entstand der Begriff der “Autismus-Spektrum-Störungen”.

Nun begann man mehrere Syndrome je nach ihren Besonderheiten zu unterscheiden. Ein Beispiel dafür ist das Asperger-Syndrom: Menschen, die darunter leiden, haben keine Verzögerung beim Spracherwerb.

Auch gab es in der Autismusforschung neue Erkenntnisse über die möglichen Ursachen dieser Störungen. Heutzutage gilt Folgendes als erwiesen: Sowohl genetische also auch nicht genetische und umweltbedingte Ursachen während der Entwicklung des Embryos spielen eine Rolle.

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Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Im gesamten Spektrum autistischer Störungen gibt es folgende Hauptsymptome:

  • Anhaltende Defizite in der Kommunikation und der sozialen Interaktion.
  • Eingeschränkte Interessen mit sich wiederholenden, stereotyp ablaufenden Verhaltensweisen.

Diese Symptome treten in den frühen Phasen der Krankheitsentwicklung auf. Aber es kann auch vorkommen, dass sie sich erst dann wirklich zeigen, wenn die gesellschaftlichen Anforderungen die Einschränkungen offenlegen.

Erste Anzeichen

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Schon von klein auf werden repetitive Verhaltensweisen, Auffälligkeiten in der Kommunikation sowie in der sozialen Interaktion mit Autismus in Verbindung gebracht.
Die ersten Anzeichen von Autismus treten meist im Alter von drei Jahren auf. Aber lange vor dem dritten Lebensjahr ist es häufig so, dass Kinder mit Autismus nicht das so genannte soziale Lächeln aufweisen.

Dieses soziale Lächeln ist das erste Lächeln, das Säuglinge zeigen. Es ist eine Reaktion auf einen Stimulus, z.B. von der Mutter oder dem Vater. Weitere Anzeichen sind, dass die Kinder überempfindlich auf bestimmte Reize reagieren.

Diese können von Berührungen, Geräuschen, Gerüchen oder vom Geschmack herrühren. Auch neigen sie dazu, sowohl den persönlichen als auch den visuellen Kontakt zu vermeiden. Zudem verwenden sie die Sprache auf eher mechanische Art und Weise und verstehen Gesagtes häufig wortwörtlich.

Dadurch fällt es ihnen schwer, Witze, Doppeldeutigkeiten oder Metaphern zu verstehen. Ebensowenig entwickeln sie symbolische Spiele. Das heißt z.B. Spiele, in denen die Kinder so tun, als würden sie kochen oder Auto fahren.

Auch sind ihre Vorlieben oft ungewöhnlich, repetitiv und werden nicht geteilt. Kinder mit Autismus haben sehr wenig Interesse an anderen Kindern. Außerdem zeigen sie von klein auf nicht explizit auf ihre Interessen (z.B. durch Zeigen auf einen bestimmten Gegenstand).

Ihr Verhalten ist oft ungewöhnlich und wiederholt sich. Auch kommt es zu selbstbezogenen, repetitiven Bewegungen (z.B. hin- und herschaukeln).

Darüber hinaus könnte diese Art der Forschung andere Arten von Konsequenzen haben. Eine davon wäre die Möglichkeit, feststellen zu können, welche Mechanismen (außerhalb des Gehirns) an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind und wie diese ablaufen. Ein nächster Schritt auf diese Studie wird die Untersuchung des Wachstums bei Jugendlichen sein.


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