Aneurysma: Vorsorge und Anzeichen

8 Juni, 2015

Unter Aneurysma versteht man eine Aussackung einer Arterie, die durch eine Schwächung der Arterienwand verursacht wird. Diese Anomalie ist bei Frauen über 50 Jahren vermehrt anzutreffen. In diesem Beitrag erfährst du, welche Anzeichen sich bei einem Aneurysma bemerkbar machen und wie vorgebeugt werden kann.

Aneurysma: Wissenswertes

Die Ursachen für diese Beschwerde sind noch nicht vollkommen geklärt. Manche Personen leiden bereits von Geburt an daran, bei anderen entsteht das Aneurysma mit der Zeit. Am häufigsten tritt die Aussackung an der Hauptschalgader auf, dann spricht man von einem Aortenaneurysma. Auch hinter dem Knie (Kniekehlarterie oder Arteria poplitea), im Gehirn, dem Darm (Arteria mesenterica) oder in der Milz (Arteria esplenica – tritt häufig bei schwangeren Frauen auf) kann ein Aneurysma auftreten.

Die Symptome hängen davon ab, wo sich das Aneurysma befindet. Wenn es sich im äußeren Körperbereich befindet, entstehen Schmerzen, Schwellungen und eine Ausbuchtung, die man fühlen kann. Wenn sich das Aneyrysma im Inneren oder im Gehirn befindet, sind keine Symptome zu spüren.

Ein Zerebral-Aneurysma kann sich ausbreiten, ohne zu platzen, auf einen Nerv drücken und zu Kopfschmerzen, Doppelsichtigkeit oder Schwindel führen. Auch Tinnitus (Ohrensausen), Orientierungslosigkeit, steifer Hals, die Unfähigkeit Worte zu artikulieren oder zu verstehen, Lichtempfindlichkeit, Brechreiz, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit können die Folgen sein.

gehirnaneurysma1

Wenn das Aneurysma platzt, kommt es zu einem niedrigen Blutdruck, Schmerzen, Schwindel und beschleunigtem Herzrhythmus. Wenn dies geschieht, ist der Betroffene in Todesgefahr.

Ungefähr 5% der Bevölkerung leidet an einem Gehirnaneurysma, gefährdet sind insbesondere Personen mit familiärer Vorbelastung und Durchblutungsstörungen.

Wie erkennt man ein Aneurysma?

Wir beziehen uns hier auf das Zerebral-Aneurysma, das am gefährlichsten ist. Wenn das Platzen rechtzeitig bemerkt wird, kann der Tod des Patienten verhindert werden. Häufig wird diese Erkrankung mit ungesunden Lebensgewohnheiten und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht.

Das unmittelbare Handeln kann Leben retten. Im Durchschnitt müssen die Maßnahmen in einer halben Stunde getroffen werden, doch nur 40% der Fälle werden zeitgerecht entdeckt.

spannungskopfschmerzen

 

Da meist keine Symptome zu spüren sind und nur bei Routineuntersuchungen Anomalien entdeckt werden, wissen die meisten auch nicht, wie gegebenenfalls zu handeln ist. Wenn das Aneurysma noch nicht geplatzt ist, kommt es oft zu anhaltenden, intensiven Kopfschmerzen, die durch kein Medikament gelindert werden können.

Wenn die Schmerzen lange anhalten, muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Es handelt sich möglicherweise um ein ernsthaftes Problem. Es ist möglich, dass das Aneurysma platzt und es zu einer Blutung zwischen Gehirn und dem dünnen Gewebe, das das Zentralnervensystem schützt kommt. Wenn die Kopfschmerzen sehr intensiv sind und die Augen nicht geöffnet werden können, kann dies ein Hinweis darauf sein. Auch Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und der einseitige Verlust von Sensibilität sowie doppeltes oder unscharfes Sehen, Kraftlosigkeit und Bewusstlosigkeit können die Folgen sein.

Nach einem Aneurysma überlebt nur die Hälfte der Patienten, meist mit Dauerschäden oder Invalidität. Bei unerträglichen Kopfschmerzen (die nicht durch externe Faktoren wie einen Schlag oder einen Unfall, etc. hervorgerufen werden) ist deshalb ein Notruf und sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Wie kann ein Aneurysma verhindert werden?

Vorsorge ist wie meist auch hier von großer Wichtigkeit. Deshalb empfiehlt sich Folgendes:

Arztbesuch

Eine komplette ärztliche Kontrolluntersuchung wird einmal im Jahr empfohlen, bei der die dem Alter und Gesundheitszustund entsprechenden Untersuchungen durchgeführt werden. Der Arzt sollte über die Kranken- und Familiengeschichte informiert werden. Wenn jemand aus der Familie bereits an einem Aneurysma gelitten hat, sollte dies der Arzt auf jeden Fall wissen.

kopfschmerzen

In diesem Fall können verschiedene Studien durchgeführt werden, um Anomalien auszuschließen. Eine Computertomographie (auch als CT oder CAT-Scan bezeichnet), eine Magnetresonanz, die Untersuchung des Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) und eine Angiographie können durchgeführt werden.

Ein gesünderes Leben

Auch gesunde Lebensgewohnheiten sind zur Vorsorge wichtig. Wichtig ist, gegebenenfalls mit dem Rauchen aufzuhören, den Alkoholkonsum zu reduzieren, keine Drogen oder Arzneimittel zu mißbrauchen, auf eine gesunde, ausgeglichene Ernährung zu achten, zwei bis drei Mal in der Woche Sport zu treiben, Übergewicht zu verhindern und Cholesterin- und Blutdruckwerte zu kontrollieren.

Stress kontrollieren

Wenn du Nervosität, Angst und Stress reduzierst, kannst du damit auch einem Aneurysma vorbeugen. Versuche, Stresssituationen zu meiden oder zu bewältigen und Probleme zu lösen, bevor sie schlimmer werden. Auch Urlaub und Erholung sind wichtig!

Wichtig ist ebenfalls, täglich 6 – 8 Stunden zu schlafen. Vergiß nicht auf Aktivitäten, die dir Spaß machen, wie zum Beispiel Lesen, Laufen an der frischen Luft, mit deinen Kindern oder Enkelkindern spielen, den Garten pflegen, Schach spielen, Yoga, Pilates, Schwimmen, ein Instrument lernen usw. Auch Meditation kann bei der Stressbewältigung helfen und folglich einem Aneurysma vorbeugen. 

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