Allergien gegen Nahrungsmittel

Allergien nehmen in der heutigen Bevölkerung zu. Auch solche, die sich gegen Nahrungsmittel richten.

Eine Allergie gegen ein Nahrungsmittel klingt zunächst harmlos, kann aber im Extremfall sogar tödlich werden, weswegen genau unterschieden werden muss, ob es sich bei einer Nahrungsmittelallergie tatsächlich um eine lebensbedrohliche Allergie handelt oder um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder schlichtweg eine Modeerscheinung.

Ich leide unter einer Allergie – oder?

Viele Menschen sind der Überzeugung, eine Allergie gegen verschiedene Nahrungsmittel zu haben. Doch oft handelt es sich dabei nicht um eine Allergie, sondern um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Weit verbreitet ist zum Beispiel die Laktose- oder Fructoseintolereanz. Bei der nach dem Verzehr von Laktose- oder Fructosehaltigen Lebensmitteln Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Blähungen auftreten können.

Bei einer Allergie jedoch reagiert der Körper auf kleinste Eiweiße im Nahrungsmittel und interpretiert diese falsch und löst damit eine zum Teil heftige Abwehrreaktion aus, die in 5 bis 10% aller Allergiefälle sogar zum Tod führen kann, wenn nicht schnell genug reagiert wird.

Harmlose Beispiele sind zum Beispiel das Jucken im Gaumen beim Konsum von Äpfeln oder Hautausschlag nach dem Genuss von Nüssen oder anderen Lebensmitteln.

Manche Reaktionen des Körpers werden von Betroffenen auch gerne als Allergie betitelt, sind aber in Wirklichkeit psychische Reaktionen. Es ist ein Fakt, dass die Psyche auch das Immunsystem beeinflusst und es in beide Richtungen aktivieren kann – im Falle von „eingebildeten Allergien“ führt dies zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, ohne dass tatsächlich eine Allergie vorliegt.

Ein Beispiel ist der Fakt, dass manch ein Katzenhaarallergiker schon beim Betrachten eines Katzenfotos beginnt, zu niesen… Nur 3-4% aller Deutschen leiden tatsächlich unter einer Allergie! Meist steckt also etwas anders dahinter!

Allergietest beim ArztDiagnose von Allergien

Um eine Allergie mit Sicherheit zu bestimmen, muss immer ein Allergietest durchgeführt werden. Dabei werden in der Regel verschiedene potentiell allergene Substanzen auf den Unterarm des Betroffenen geträufelt und leicht in die Haut eingeritzt.

Färbt sich um diese Stelle herum die Haut rot und beginnt, zu jucken, liegt eine Allergie vor. Passiert nichts, liegt keine Allergie vor.

Manche Allergien können jedoch nicht auf diese Art und Weise diagnostiziert werden, zum Beispiel reagieren manche Menschen nicht auf dem Unterarm, jedoch aber auf der Nasenschleimhaut allergisch auf Pollen.

Das Gewebe kann über den einfachen Allergietest hinaus auch auf spezifische Antikörper untersucht werden, jedoch zahlen die Krankenkassen diese Untersuchung nicht und sie ist nur in seltenen Fällen zur Diagnose notwendig.

Allergien auf NahrungsmittelTherapie

An erster Stelle sollte immer die Diagnose beim Arzt stehen.

Selbstdiagnosen können zu gesundheitlich bedenklichen Ernährungsformen führen, denn oft wird vorsorglich auf Lebensmittel oder ganze Gruppen von Lebensmitteln verzichtet aus der Annahme heraus, eine Allergie dagegen entwickelt zu haben.

Solche „vorsorglichen Nahrungsmittelverzichte“ können aber zu einer unausgewogenen Mangelernährung führen, die wesentlich gefährlicher und schädlicher für die Gesundheit ist als die (eventuelle) Allergie selbst!

Und auch dann, wenn der Arzt per Haut- oder Bluttest eine Allergie diagnostiziert hat, ist es nicht ratsam, sofort auf das betreffende Lebensmittel zu verzichten! Zunächst sollte durch Austesten herausgefunden werden, ob der Verzicht auf das Lebensmittel tatsächlich eine Besserung der Beschwerden mit sich bringt oder eventuell etwas anderes hinter dem Problem liegen könnte.

Liegt wirklich eine ärztlich diagnostizierte Nahrungsmittelallergie vor und du gehörst zu den nur 3-4% aller Deutschen, die davon betroffen sind, solltest du so gut wie möglich darauf achten, dieses Lebensmittel zu meiden.

Obwohl noch starker Verbesserungsbedarf besteht, sind immer mehr Produkte im Lebensmittelhandel mit Allergenen gekennzeichnet und auch Restaurants sind verpflichtet, zumindest auf Nachfrage hin Allergene auszuweisen.

Entdecke-die-Vorzüge-der-Gehirn-DiätWas sind Pseudoallergien?

Unter Pseudoallergien fasst man jene körperlichen Reaktionen zusammen, die Allergien ähneln, jedoch keine sind.

Viele Pseudoallergien treten bei Lebensmittelzusatzstoffen wie künstlichen Aromen auf, sind aber auch bei Medikamenten möglich.

Richtig wäre es hier von einer „unerwünschten Nebenwirkung“, „Überempfindlichkeitsreaktion“ oder „Unverträglichkeit“ zu sprechen.

Diese Reaktionen sind auch unangenehm, aber nicht potentiell tödlich. Oft spielt auch hier der Kopf, beziehungsweise die Psyche mit.

Im Zusammenhang mit Geschmacksverstärkern konnte in Studien bewiesen werden, dass die Behauptung, das Essen enthielte Geschmacksverstärker, schon zu pseudoallergischen Reaktionen führte, obwohl das Essen völlig frei von Geschmacksverstärkern war.

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