5 weitverbreitete Irrtümer zur Abnutzung von Knorpel

· 18 November, 2015
Um den Knorpel zu stärken, ist es wichtig, sich regelmäßig und moderat körperlich zu betätigen. Wenn wir an die körperliche Belastung allerdings überhaupt nicht gewöhnt sind, sollten wir klein anfangen, um unseren Körper nicht zu überbeanspruchen

Bei der Arthrose handelt es sich um eine degenerative Erkrankung, die ihre Ursachen in der Abnutzung der Knorpel hat, die die Gelenkflächen an den Enden der Knochen auskleiden.

Der Knorpel hat hauptsächlich die Aufgabe, eine reibungslose Bewegung der am Gelenk beteiligten Knochen gegeneinander zu ermöglichen.

Deshalb glauben viele, dass Menschen, die an Arthrose leiden, die betroffenen Gelenke möglichst schonen und so wenig wie möglich bewegen sollten. Schließlich führt doch jede Bewegung dazu, dass sich der Knorpel noch weiter abnutzt, oder?

Dieser und ähnliche Irrglauben sind fest in den Köpfen der Menschen verankert und führen leider dazu, dass sowohl das Arthroserisiko als auch der Schweregrad bestehender Erkrankungen immer weiter zunimmt. Falsche Verhaltensweisen verhindern, dass der Knorpel gestärkt wird und sich an verschiedene Belastungssituationen anpassen kann.

Vor dem Hintergrund, dass Unwissen und Irrtümer die Situation noch weiter verschlimmern, nutzen wir unseren Blog heute dazu, mit diesen aufzuräumen. Wir sprechen über 5 Irrglauben zum Thema Knorpelabnutzung.

Mit anderen Erkrankung sieht das übrigens ganz ähnlich aus: 7 Mythen und Wahrheiten zum Thema Brustkrebs

1. Abgenutzter Knorpel – das betrifft doch nur alte Menschen

Abgenutzte Knorpel an den Händen

Es ist normal, dass der Großteil der älteren Menschen mit Abnutzungserscheinungen an Knorpel und Gelenken zu kämpfen hat.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Alter der wichtigste und einzige Faktor ist, der bei der Entstehung einer Arthrose eine Rolle spielt. Arthrosen können wesentlich früher entstehen, wenn gewisse Einflüsse die entsprechenden Knorpelschäden hervorrufen. Das macht Betroffene im Alter dann noch empfindlicher.

Beispiele für derartige Einflüsse sind eine gentisch bedingte Gewebeschwäche, Überlastung und Mängel in der Ernährung.

Und wie sieht eine gelenkgerechte Ernährung aus? – Ernährung für starke Knochen und Gelenke

2. Ruhe ist die beste Art, den Knorpel zu entlasten

Achtung! Wenngleich Arthrosepatienten empfohlen wird, täglich einige Stunden zu ruhen, um die Schmerzen zu lindern, ist eine absolute Ruhigstellung des Gelenks auf keinen Fall der sinnvollste Weg, den Knorpel zu schonen.

Langes Sitzen und fehlende Bewegung verschlimmern die Symptome dieser Erkrankung und führen dazu, dass Behandlungen schlechter greifen.

Im Gegensatz dazu wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass das Risiko für Knorpelschäden durch sportliche Aktivitäten wie Gehen und Joggen signifikant gesenkt werden kann. Das betrifft insbesondere Menschen mit einem niedrigen bis normalen Body Mass Index.

Und die Erklärung dafür?

Knorpel ist aus lebenden Zellen aufgebaut, die ernährt werden müssen. Sie nehmen ihre Nährstoffe aus der Synovia, der Gelenksflüssigkeit, die die Gelenke „schmiert“.

Bei Belastung erfährt der Knorpel abwechselnd Druck und Entlastung, das nennt sich Durchwalken, und die Synovia kann sich viel besser im Gelenk verteilen und die Knorpelzellen versorgen.

Mangelnde oder gar fehlende Bewegung führt zu einer Schwächung des Knorpels, der nicht mehr die Nährstoffe erhält, die er braucht.

3. Sport verhindert, dass sich der Knorpel abnutzt

Sport für starke Knorpel

Obwohl körperliche Betätigung einer übermäßigen Abnutzung der Knorpel vorbeugt, schadet eine Überbelastung der Gesundheit. Die Gelenke werden nicht nur dann überlastet, wenn zu viel, zu schnell und zu lange trainiert wird, sondern auch wenn die Bewegungsabläufe falsch sind.

So führen Übertraining und ungünstige Bewegungen dazu, dass das Risiko für degenerative Gelenkserkrankungen steigt. Das gilt insbesondere für sich ständig wiederholende Belastungen.

4. Zwischen dem Körpergewicht und der Arthrose besteht kein Zusammenhang

Das ist falsch. Menschen, die übergewichtig sind, haben ein stark erhöhtes Risiko für Gelenkserkrankungen. Zum einen werden die Gelenke überbeansprucht, weil sie ein großes Gewicht tragen und bewegen müssen. Auf der anderen Seite finden sich bei übergewichtigen Personen beispielsweise erhöhte Spiegel an entzündungsfördernden Substanzen, die die Knorpelzellen direkt schädigen.

Eine Verminderung des Body Mass Indexes über eine ausgeglichene, gesunde Ernährung und Sport tragen wesentlich dazu bei, Entzündung und Schmerz zu lindern und die Abnutzung der Knorpel zu bremsen.

Vorsicht jedoch, wenn du nun entscheidest, lange Zeiten des Sitzens in intensive Trainingseinheiten zu verwandeln, um abzunehmen. So schnell funktioniert das nicht. Der Körper muss Schritt für Schritt an die Belastung gewöhnt werden, wenn sie gesundheitsfördernd sein soll. Die Ernährung darf dabei nicht vergessen werden.

5. Man kann nichts tun, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern

beim Arzt wegen abgenutzten Knorpeln

Ob die Erkrankung fortschreitet oder zurückgeht, liegt in den Händen des einzelnen Patienten.

Wenngleich bis heute keine heilende Therapie gefunden werden konnte, so weiß man doch, dass eine ausgeglichene Ernährung und die Einnahme bestimmter Medikamente das Fortschreiten der Krankheit hemmen können. So lassen sich schwerere Symptome vermeiden, die die Lebensqualität des Betroffenen mindern.

Es gibt heute viele kommerzielle und natürliche Heilmittel gegen Gelenkschmerzen und -entzündungen. Sie schützen den Knorpel und beugen einem Fortschreiten der Erkrankung in schwerwiegendere Stadien vor.

Nicht alles ist verloren!

Jetzt, da hoffentlich einige der weitverbreiteten Irrtümer zum Thema Knorpel und Gelenke geklärt sind, versuchen wir, Betroffenen noch etwas weiter Hoffnung zu geben.

Bis vor nicht allzu langer Zeit konnten Patienten nur darauf hoffen, dass die Erkrankung nicht zu schnell voranschreitet, weil fehlendes Wissen es ihnen nicht ermöglichte, ihr Schicksal selbst zu lenken. Heute dagegen kennt man die Ursachen der Knorpelabnutzung und weiß um eine Vielzahl von Heilmitteln.

Eine Gewichtsreduktion durch mäßige körperliche Bewegung und eine verbesserte Ernährung ist eine einfach umzusetzende, sehr wirksame Maßnahme, die zwar einiges an Selbstdisziplin verlangt, aber den Aufwand wert ist. Wir empfehlen Betroffenen weiterhin, sich regelmäßig über neue Entwicklungen, neu verfügbare Therapieoptionen zu informieren.