7 Mythen und Wahrheiten zum Thema Brustkrebs

24 Oktober, 2015
Bei bis zu 20% aller Krebserkrankungen betreffen Menschen, in deren Familie eine entsprechende Vorgeschichte bekannt ist. Falls du weißt, dass auch in deiner Familie Krebs aufgetreten ist, solltest du dich häufig selbst untersuchen und einmal jährlich eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen

Brustkrebs betrifft viel häufiger Frauen als Männer, aber eine Entwicklung eines Tumors in der Brust ist auch bei diesen nicht ausgeschlossen.

Der Bevölkerung ist im Wesentlichen bekannt, wie schwerwiegend Brustkrebs für Betroffene sein kann. Auch Informationen zu Risikofaktoren sind verfügbar und werden über verschiedene Medien regelmäßig angeboten. Bei derartiger Informationsfülle haben sich allerdings auch Vorstellungen durchgesetzt, die im besten Fall zum Volksglauben gehören, manchmal aber gar dem Aberglauben. Solche Annahmen verwirren die Patienten und lassen sie Wege einschlagen, die ihrer Gesundheit nicht zuträglich sind.

Leider sind diese irrigen Vorstellungen häufig fest im Bewusstsein der Menschen verankert. Personen, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen, und Erkrankten machen sie unter Umständen Angst vor Dingen, die nicht der Realität entsprechen.

Deshalb haben wir uns entschieden, heute über einige Mythen aufzuklären und falsche Vorstellungen ins rechte Licht zu rücken. Begleite uns, damit dir keine Zweifel zum Thema Brustkrebs bleiben.

Ebenso ein Thema, das Frauen betrifft: Gebärmutterkrebs – Was kann ich tun?

Kann der Konsum von Zucker Brustkrebs verursachen oder verschlimmern?

Krebszellen - Brustkrebs

Falsch. Es ist nicht richtig, dass der Konsum von Zucker die Entwicklung eines Tumors in der Brust hervorrufen kann. Auch die Behauptung, dass Zucker das Wachstum der Geschwulst beschleunigt, ist falsch.

Es gibt zwar wissenschaftliche Studien, nach denen sich Krebszellen in höherem Maße von Zucker ernähren als gesunde Zellen, aber Beweise dafür, dass Zucker das Krankheitsbild auslöst oder verschlechtert, ließen sich nicht finden.

Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass der übermäßige Konsum von Zucker der Gesundheit des Menschen auf andere Weise schaden kann. Übergewicht und Diabetes sind nur zwei der Erkrankungen, die durch den Verzehr von Zucker begünstigt werden. Diese Krankheiten mindern unsere Lebensqualität und können weitere Leiden nach sich ziehen.

Kann ein Schlag auf die Brust Krebs auslösen?

Falsch. Bis heute gibt es keinen Beweis dafür, dass Frauen, die in irgendeiner Form ein Trauma im Bereich der Brust erlitten haben, ein höheres Risiko aufweisen, an Brustkrebs zu erkranken.

Je nach Schwere des Traumas kann aber eine ärztliche Versorgung nötig werden.

Es gibt keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen einem Schlag auf die Brust und der Entwicklung von Brustkrebs.

Ist das Risiko für Brustkrebs bei verfrühter Menopause erhöht?

Menopause und Brustkrebs

Das stimmt. Das Einsetzen der Menopause geht mit hormonellen Umstellungen im Körper einher, die das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen.

Bei verfrühter Menopause ist es daher besonders wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Die hormonellen Veränderungen treten bei diesen Frauen in jüngerem Alter auf und das Brustkrebsrisiko steigt.

Das Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, ist auch bei den Frauen erhöht, die schon sehr früh ihre erste Menstruation hatten, die erst im Alter von über 35 Jahren ein Baby bekommen oder gar keine Kinder haben, und bei denjenigen, die ihr Leben lang die Pille genommen haben.

Kann die Verwendung von Deodorants zu Brustkrebs führen?

Falsch. Seit einiger Zeit hört man immer wieder, dass die Verwendung von Deosprays das Brustkrebsrisiko erhöhen könne. Bis heute konnten Wissenschaftler für einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Deodorants und einer eventuellen Krebserkrankung jedoch keine eindeutigen Beweise finden.

In Ländern wie Japan und den Vereinigten Staaten wird allerdings weiterhin an diesem Thema geforscht. Substanzen, die in Deosprays enthalten sind, konnten in den Brusttumoren von Frauen nachgewiesen werden. Der Grund dafür ist bis heute nicht bekannt.

Krebs in der Familie – erhöht das mein Risiko?

Brustkrebs-Schleife

Das stimmt. Mindestens 20% der Brustkrebsfälle bei Frauen treten in Familien auf, in denen auch vorhergehende Generationen schon von dieser Erkrankung betroffen waren. Bei den verbleibenden 80% der Brustkrebsfälle kann keine genetische Komponente nachgewiesen werden.

Frauen, die wissen, dass ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt war oder ist, sollten besonders intensiv von den angebotenen Vorsorgemaßnahmen Gebrauch machen. Schon in jungem Alter sollte regelmäßig die Brust abgetastet werden, um eventuell entstehende Knoten frühzeitig zu erkennen.

Du kennst dich selbst am besten: 10 Anzeichen, die auf Brustkrebs hinweisen könnten

Kommt der Brustkrebs zurück?

Das stimmt. Brustkrebs kann wiederholt auftreten und dabei dieselbe oder die andere Brust betreffen. Bestrahlung und Chemotherapie tragen dazu bei, die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten weitmöglichst zu verringern, können aber keine Garantie vor einem Rückfall bieten. Auch nach Heilung besteht die Möglichkeit, erneut an Brustkrebs zu erkranken.

Experten aus dem Gesundheitswesen empfehlen Frauen, die den Brustkrebs besiegt haben, jährlich eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen und im Abstand von zwei Jahren eine Mammographie.

Verringern kleine Brüste das Brustkrebsrisiko?

Falsch. Die Größe und Form der Brüste hat überhaupt nichts mit dem Aufbau des Drüsengewebes zu tun und beeinflusst das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht.

 

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