Zusammenhang zwischen endokrinen Drüsen und Fettleibigkeit

8 Februar, 2020
Die Krankheit Adipositas steht in enger Verbindung mit den Funktionen der endokrinen Drüsen. Fettleibige Patienten weisen häufig eine Insulinresistenz auf, auch wenn sie meist keine Hyperglykämie entwickeln. 

Adipositas oder Fettleibigkeit ist eine Krankheit, die in einer sehr engen Verbindung mit den endokrinen Drüsen steht. Die bekanntesten damit zusammenhängenden Pathologien sind die Hyperinsulinämie (auch Hyperinsulinismus) und die Insulinresistenz, auch wenn deren Wirkmechanismen und die klinische Bedeutung noch nicht eindeutig erforscht sind.

Als Adipositas bezeichnet man starkes oder krankhaftes Übergewicht. Die klinische Behandlung ist sehr komplex und erreicht häufig nicht die erwünschten Resultate. Bei der abdominalen (oder zentralen) Adipositas sammelt sich das überschüssige Fett im Bauchbereich an und steht in direktem Zusammenhang mit einer Insulinresistenz und kardiovaskulären Problemen.

Sowohl Fettleibigkeit, als auch Übergewicht gehen mit verschiedenen endokrinen und metabolischen Veränderungen einher. Man geht davon aus, dass es sich meist um sekundäre Beeinträchtigungen handelt, die durch Überernährung ausgelöst werden und mit dem Gewichtsverlust wieder verschwinden. 

Welche Funktionen haben die endokrinen Drüsen?

Welche Funktionen haben die endokrinen Drüsen?
Das endokrine System umfasst die endokrinen Drüsen, welche Hormone ausschütten.

Die wichtigsten Drüsen des endokrinen Systems sind: Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Bauchspeicheldrüse, Nebennierendrüsen und die Gonaden (Hoden bei Männern und Eierstöcke bei Frauen).

De endokrinen Drüsen setzen in bestimmten Situationen chemische Substanzen frei, die als Hormone bezeichnet werden. Diese Substanzen regulieren wichtige Zellaktivitäten, wie beispielsweise folgende:

  • Wachstum
  • Stoffwechsel
  • Entwicklung
  • Sexualfunktionen

Die endokrinen Drüsen: die Bauchspeicheldrüse

Die endokrinen Drüsen: Bauchspeicheldrüse 
Wie bei einem Diabetes, kommt es auch bei Adipositas zu einer inadäquaten Insulinantwort.

Eine charakteristische endokrine Veränderung ist bei Adipositas die erhöhte Insulinproduktion. Fettleibige Menschen weisen zu hohe Insulinkonzentrationen auf. Im Konkreten ist die basale und die integrierte 24-Stunden-Insulinsekretion bei fettleibigen Patienten drei- bis viermal größer als bei schlanken Menschen.

Sowohl Adipositas als auch Diabetes mellitus Typ 2 werden mit einer Insulinresistenz assoziiert. Dennoch entwickeln die meisten fettleibigen Patienten mit Insulinresistenz keine Hyperglykämie. 

Bei Adipositas ist also der Hyperinsulinismus (pathologisch erhöhter Insulinspiegel) sehr häufig. Zu einer Insulinresistenz kommt es charakteristischerweise bei einer Gewichtszunahme sehr häufig.

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Die endokrinen Drüsen: die Hypophyse

Wie du weißt, zählt die Hypophyse zu den wichtigsten endokrinen Drüsen. Bei Adipositas steht die deutlichste Veränderung dieser Drüse mit dem Wachstumshormon (GH) im Zusammenhang. 

Die Sekretion dieses Hormons hängt vorwiegend von der Interaktion zwischen den Substanzen Somatocrinin (GHRH) und Somatostatin (GIH) ab. Bei Fettleibigkeit kommt es zu einer geringeren Ausschüttung von GH. 

Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen gilt diese Regel: je größer der Körpermassenindex, desto geringer die Antwort des Wachstumshormons auf verschiedene sekretorische Reize. Es konnte nachgewiesen werden, dass bei jeder Einheit des Körpermassenindex (oder Body Mass Index, BMI) in einem gewissen Alter die Sekretion von GH um bis zu 6 Prozent geringer ist.

Die Gonaden

Die endokrinen Drüsen: Die Gonaden
Adipositas führt sowohl bei Männern, als auch bei Frauen zu einer Veränderung der Sexualhormone.

Als weibliche Gonaden werden die Eierstöcke bezeichnet, die männlichen Gonaden sind die Hoden. Es handelt sich um paarig angelegte endokrine Drüsen.

Bei Frauen drückt sich die Fettleibigkeit durch eine Reihe von metabolischen Anomalien aus, zum Beispiel Prädiabetes, Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten. Außerdem sind auch folgende Störungen häufig:

  • Frühzeitige Menarche (sehr frühe erste Regelblutung)
  • Unfruchtbarkeit
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom

Am Ende des reproduktiven Lebensabschnittes der Frau steht die endende Funktion der Eierstöcke ebenfalls mit der Entwicklung von Fettleibigkeit in Verbindung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Menopause eine Gewichtszunahme begünstigt, da damit zahlreiche metabolische Veränderungen auftreten.

Was Männer anbelangt, steht Adipositas mit einem reduzierten Testosteronspiegel in Verbindung. Die pathogenen Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, sind eine reduzierte Fähigkeit des Sexualhormon-bindenden Globulins, eine Verringerung des Luteinisierenden Hormons (LH), das in Pulsen ausgeschüttet wird, und die Hyperöstrogenämie.

Das LH reguliert bei Männern die Testosteronsekretion. Dieses Hormon wirkt auf die Zellen der Hoden und stimuliert die Testosteronproduktion.

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Die Nebennierendrüsen

Der Zusammenhang zwischen Adipositas, Bauchfettverteilung und Hyperkortisolämie ist ein Grund dafür, warum in vielen Studien versucht wurde herauszufinden, ob Cortisol bei der Entwicklung von Adipositas in der allgemeinen Bevölkerung eine relevante Rolle spielt. 

Bei fettleibigen Frauen mit Bauchfett ist das freie Cortisol im Urin deutlich höher als bei Frauen, die nicht an diesem Problem leiden. Diese Resultate legen also nahe, dass diese Frauen an einer Hyperaktivität in der Achse Hypothalamus-Hypophyse-Nebenniere leiden.

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