Zu viele Sorgen um die Gesundheit machen krank!

3 Oktober, 2020
Wer sich ständig Sorgen um die Gesundheit macht und bei kleinsten Beschwerden bereits Böses erahnt, macht sich selbst krank. Erfahre heute, welche Folgen entstehen können, wenn jemand ständig das Schlimmste befürchtet und sich Krankheiten einbildet.

In unserer modernen Gesellschaft werden wir ständig mit Information bombardiert. Die Selbstpflege und gesunde Lebensgewohnheiten kommen fast täglich zur Sprache. Dies hat zwar auf manche Menschen sehr positive Auswirkungen, doch andere wiederum machen sich zu viele Sorgen um ihre Gesundheit und werden dadurch schließlich krank.

Die Gesundheit ist das physische, emotionale und soziale Wohlbefinden eines Menschen. Es geht nicht nur um die Abwesenheit von Krankheiten. Wir können immer häufiger beobachten, dass Menschen Panik davor haben, selbst zu erkranken oder erleben zu müssen, dass nahestehende Personen krank werden.

Natürlich ist es wichtig, sich um die Gesundheit zu kümmern und entsprechend zu leben, denn dies ist die beste Prävention, um zukünfitge Krankheiten zu verhindern. Allerdings sind zu viele Sorgen um die Gesundheit ein Problem. Erfahre in unserem heutigen Artikel, welche Folgen daraus entstehen könnten und welche Strategien es gibt, um damit Schluss zu machen.

Zu viele Sorgen um die Gesundheit: Wo liegt die Grenze?

Es ist ganz normal, sich um die Gesundheit zu sorgen und eine gewisse Angst vor Krankheiten zu haben. Bis zu einem gewissen Ausmaß hat dies sogar Vorteile, denn wir verbessern dadurch unseren Lebensstil und versuchen, gesünder zu leben. Eine ausgeglichene und vielseitige Ernährung oder regelmäßige Bewegung tun uns allen gut.

Gleichzeitig sind wir uns über mögliche Anzeichen einer Krankheit bewusster und suchen, falls nötig einen Arzt auf. Allerdings können die Sorgen um die Gesundheit auch ausarten und Angstzustände auslösen.

Negative Gedanken und Panik führen dann tatsächlich zu Krankheiten. Der ständige Alarmzustand und reale Angst bei kleinsten Schmerzen oder Ansteckungsgefahren sind typisch für den “eingebildeten Kranken”.

Angstzustände durch übermäßige Sorgen um die Gesundheit treiben Betroffene dazu, sich irrational zu verhalten. Sie können ihre gesundheitlichen Ängste nicht mehr kontrollieren und treffen zum Teil drastische Maßnahmen, die völlig kontraproduktiv sind. In der Folge werden sie tatsächlich krank, anstatt sich vor Gesundheitsproblemen zu schützen.
zu viele Sorgen um die Gesundheit
Übermäßige Sorgen sind immer schädlich, ganz egal, ob es sich um die Gesundheit oder andere Auslöser handelt.

Noch ein interessanter Artikel: Verdauungsbeschwerden aufgrund von Angstzuständen

Welche Anzeichen weisen auf zu viele Sorgen um die Gesundheit hin?

Die Grenze zwischen Normalität und übermäßiger Angst um die Gesundheit ist nicht immer sofort zu erkennen. Doch gewisse Anzeichen können darauf hinweisen, dass eine Person mit ihren Sorgen zu weit geht. An erster Stelle dieser Symptome steht der ständige Alarmismus.

Wenn jemand immer nur darauf konzentriert ist, Beschwerden oder Schmerzen zu identifizieren, auch wenn diese gering und unbedeutend sind, kann mit der Zeit eine Obsession entstehen. Betroffene suchen ständig nach Informationen über Gesundheitsthemen und können nicht aufhören, daran zu denken. Sie organisieren ihr ganzes Leben rund um ihr vermeintliches Gesundheitsproblem, so wie wir das aus dem “eingebildeten Kranken” von Molière kennen.

Mit der Zeit beeinträchtigt dies sogar die Beziehungen zu Familie, Freunden und Arbeitskollegen. Viele glauben sogar, dass sie tatsächlich Symptome aufweisen, die auf eine ganz bestimmte Krankheit zurückzuführen sind. Sie stellen eine Selbstdiagnose und entwickeln sich zu Hypochondern.

In der Folge machen sie sich viele Sorgen um die Konsequenzen der eingebildeten Krankheit. Es handelt sich meist um das bevorzugte oder einzige Gesprächsthema, an dem sie Interesse finden. 

Die übermäßigen Sorgen um die Gesundheit können sich jedoch auch durch eine sehr strikte Kontrolle der Ernährung oder der sportlichen Aktivitäten äußern. Betroffene können auch Medikamente oder Vitaminpräparate einnehmen, die ihnen nicht guttun oder die sie gar nicht brauchen.

Frau macht sich zu viele Sorgen um die Gesundheit
Plötzliche Veränderungen der Ernährung können in manchen Fällen auf zu viele Sorgen um die Gesundheit hinweisen.

Noch ein interessanter Artikel: Mahe, der Therapiehund, der sich um seinen autistischen Freund kümmert

Was kann man in diesem Fall tun?

Am wichtigsten ist, in dieser Situation um Hilfe zu bitten. Wenn zu viele Sorgen um die Gesundheit zu Angst, Nervosität oder sogar Krankheiten führen, kann ein Psychologe der betroffenen Person helfen, diese Situation wieder zu normalisieren. Eine Psychotherapie ist in diesem Fall die beste Behandlung.

Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Informationsquellen nicht immer verlässlich sind. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, Daten zu überprüfen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen, bevor sich Angst breit macht. Im Internet stehen sehr viele Informationen zur Verfügung, sei jedoch vorsichtig bei der Auswahl und versichere dich, dass die Artikel von Experten verfasst sind und zuverlässige Daten liefern.

  • Vallejo, S. Gómez, et al. “Hipocondría en la infancia y adolescencia. Revisión bibliográfica.” Revista de Psiquiatría Infanto-Juvenil 35.1 (2018): 7-16.
  • Pérez, Sara Mercedes Pérez. “Cibercondría: La hipocondría virtual.” Ágora de enfermería 20.3 (2016): 104-110.
  • Arnáez, Sandra, Gemma García-Soriano, and Amparo Belloch. “Hipocondría y pensamientos intrusos sobre la enfermedad: desarrollo y validación de un instrumento de evaluación.” Psicología Conductual 25.1 (2017): 165.
  • Rodríguez, Concepción Fernández, and Rafael Fernández Martínez. “Tratamientos psicológicos eficaces para la hipocondría.” Psicothema 13.3 (2001): 407-418.