Zettelkasten, das deutsche Geheimnis für bessere Organisation

Mache dir viele Notizen, um dir die wichtigsten Aspekte eines Themas zu merken und sie mit anderen Ideen in Verbindung zu bringen. Nach diesem Prinzip funktioniert der Zettelkasten. Hier erfährst du mehr darüber!
Zettelkasten, das deutsche Geheimnis für bessere Organisation

Letzte Aktualisierung: 16. September 2022

Hast du schon einmal erfolglos versucht, die Richtlinien umzusetzen, die du in einem Buch gelesen, in einem Video gesehen oder bei der Arbeit gehört hast? Wenn ja, dann liegt das daran, dass du vermutlich die Zettelkasten-Methode nicht kennst.

Diese Art, Ideen zu strukturieren, eignet sich als System für das Studium, die persönliche Planung und für mehr Effizienz bei der Arbeit. Auch wenn der Name vermuten lässt, dass es sich um einen schwierigen Prozess handelt, erfordert er in Wirklichkeit nur Aufmerksamkeit.

Obwohl es diese Methode schon lange gibt, hat sich der Zettelkasten in letzter Zeit als nützlich für Menschen erwiesen, die sich der Forschung, dem Lernen und der Erstellung von Inhalten widmen. Hier erfährst du, was es damit auf sich hat.

Was ist die Zettelkasten-Methode?

Der Zettelkasten ist eine Theorie, die vorschlägt, Notizen zu machen, zu ordnen und zu verwenden. Ziel ist es, die Notizen für die gedankliche Organisation von Ideen und die Assimilierung von Konzepten zu nutzen, sodass alte und neue Aufzeichnungen in Verbindung gebracht werden können.

Dieses System stammt aus Deutschland und wurde von dem Soziologen Niklas Luhmann entwickelt, der seine eigene Taktik nutzte, um 400 wissenschaftliche Artikel und über 70 Bücher zu schreiben.

Der Zettelkasten ist auch als Katalogkasten bekannt, früher war zudem der Begriff Kartothek gebräuchlich. Während es heute mehrere Computerprogramme gibt, um einen Kasten mit Zetteln zu füllen, benutzte Luhmann damals nur Bleistift und Papier.

Der Kern des Systems besteht darin, eine sinnvolle Verbindung zwischen den Zetteln herzustellen. Es macht keinen Sinn, einen Stapel von Notizen zu haben, zwischen denen es keine Verbindung gibt. Der Zettelkasten hat mehrere Funktionen:

  • Er ermöglicht es, Ziele zu verfeinern.
  • Er ist eine Quelle für neue Ideen.
  • Der Zettelkasten funktioniert als Assistent.
  • Er dient dazu, Gedanken zu verknüpfen.
  • Er fungiert als eine Art Organisation.
  • Alle Notizen führen zu einem Ziel.
  • Diese Methode hilft dabei, über ein Thema nachzudenken und zu reflektieren.
Zettelkasten-Methode
Die Zettelkasten-Methode ermöglicht es dir, Ideen zu formen, sie miteinander zu verweben und sie zu nutzen.

Schlüssel zur praktischen Umsetzung der Zettelkasten-Methode

Der Schöpfer des Zettelkastens schrieb die Notizen jeweils auf eine Viertelseite und kennzeichnete sie im oberen linken Bereich mit einer Zahlenfolge. Darüber hinaus fügte er diesen Vermerken Schlagworte und Querverweise hinzu.

Ob auf traditionelle Weise oder mit Hilfe von Software, die Handhabung des Zettelkastens erfordert die Einhaltung bestimmter Kriterien, die wir im Folgenden erläutern.

Zettelkasten: Vereinheitlichen, ein Zettel pro Idee

Das ist als “Grundsatz der Atomarität” bekannt. Richtig ist eine Idee pro Blatt, denn dies macht es einfacher, sie genau zuzuordnen. Die Grundlage ist, kurze Notizen zu schreiben und ihren Ursprung anzugeben.

Anwendung der Autonomie

Autonomie bedeutet, dass jede Notiz verständlich sein muss, ohne sich auf andere Beobachtungen zu stützen. Du kannst sie verschieben, trennen, verknüpfen oder bearbeiten, aber die Notiz wird immer als solche verstanden.

Eine Besonderheit der Autonomie ist das, was du hervorhebst. So bleibt der Nutzen erhalten, auch wenn die ursprüngliche Informationsquelle verschwindet.

Verwende einfache Wörter

Verzichte auf hochtrabende Worte, einfache Inhalte sind schneller zu verdauen. Schreibe in deinen eigenen Worten, damit du das Thema verstehst, wenn du es liest, egal wie lange es her ist, dass du es aufgeschrieben hast.

Zettelkasten: Verknüpfung von Anmerkungen

Die Bedeutung von Verknüpfungen besteht darin, dass eine Notiz im Zettelkasten ihren Nutzen verliert, wenn sie keine Verbindung und Verweise hat. Die Unabhängigkeit ist zwar für das Verständnis der Anmerkungen unerlässlich, ihre Verknüpfung macht sie jedoch zu einem nützlicheren Material.

Es ist wichtig, den Grund für die Verknüpfung zu erklären. Andernfalls vergisst man mit der Zeit den Grund für die Verknüpfung.

Lege keine Kategorien fest

Ein Zettelkasten wird nicht nach Hierarchien oder Kategorien geordnet, um das Material nicht zu konditionieren und es als Grundlage für freies Denken zu nutzen. Wenn er auf eine Ordnung reagieren müsste, dann wäre es die nach Themen. Die richtige Art, die Anmerkungen zu unterscheiden, ist die Verwendung von Zahlen- und Buchstabencodes. Zum Beispiel: 1, 1a, 2, 2a, 2b, 3.

Lösche keine Anmerkungen

Auch wenn du eine Anmerkung für überflüssig hältst, lösche sie nicht. Am besten fügst du eine weitere Notiz an, die den Verlust der Gültigkeit begründet. Anhand des Archivs wirst du später erkennen, wie sich deine Gedanken verändert haben.

Zusammenfassende Notizen

Erstelle beim Sammeln von Themen zusammenfassende Notizen. Das heißt, eine Anmerkung, die die Abfolge der Links zu den anderen Anmerkungen abdeckt. Alle sollten sich darauf beziehen, woher sie stammen, entweder aus einer Notiz oder einer verwandten Idee.

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Vorteile der Zettelkasten-Methode

Die Organisation nach der Zettelkasten-Methode trägt zu Effizienz, Gedächtnis, Terminplanung und Stressabbau bei. Im Allgemeinen ist es für jemanden, der organisiert ist, schwierig, Details zu vergessen, und dank dieser Fähigkeit ist es wahrscheinlicher, dass diese Person Erfolg hat, betont das Forbes Magazine.

Außerdem besagt eine Studie, über die die Zeitschrift Brain, Behavior and Immunity berichtet, dass organisierte Menschen ein geringeres Sterberisiko haben. Das Argument ist, dass Persönlichkeitsmerkmale die Werte von Interlucin-6 und C-reaktivem Protein beeinflussen, zwei grundlegende Elemente für das Immunsystem.

Zettelkasten - viele Sticker an eine Laptop
Die Umsetzung dieser Methode hat positive Auswirkungen in Bezug auf Effizienz, Gedächtnis und Stressabbau.

So holst du das Beste aus dem Zettelkasten heraus!

Geduld ist eine wertvolle Tugend bei der Umsetzung dieser Methode. Gib nicht gleich auf, weil du denkst, dass es kompliziert ist; nach und nach wirst du die Technik beherrschen und eine große Datenbank aufbauen.

Wenn du die Methode jedoch mit modernen Hilfsmitteln anwenden willst, kannst du mobile Anwendungen für Notizen ausprobieren. Ein weiteres Geheimnis ist, nicht zu lange mit der Eingabe neuer Ideen zu warten. Handle schnell und halte dich an die Prinzipien der Atomarität, Autonomie und Verknüpfung.

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