Wissenswertes über Aerophagie

9 Oktober, 2019
Das ungewollte Schlucken von Luft ist bei Säuglingen sehr häufig und führt oft zu Blähungen und Bauchschmerzen. 

Als Aerophagie bezeichnet man ein physiologisches Phänomen, das durch das Schlucken von Luft zustande kommt, die in den Gastrointestinaltrakt gelangt und zu Beschwerden führt. Es handelt sich um eine Verdauungsschwerde, die nur leichte Störungen auslöst, jedoch unangenehm sein kann.

Dadurch kann beispielsweise Luft über die oberen Atemwege entweichen, was zu einem Aufstoßer führt. Nicht zu verwechseln ist dies allerdings mit gastroösophagischem Reflux, der ähnliche Symptome aufweist.

Die Aerophagie kann durch das Vorhandensein andere Pathologien, wie Dyspepsie oder Bauchblähungen, schlimmer werden. Bei kleinen Kindern, die gestillt oder mit der Flasche gefüttert werden, handelt es sich um eine relativ häufige Beschwerde,  die unter anderem Koliken auslösen kann. 

Ursachen für Aerophagie

Ursachen für Aerophagie

Die häufigste Ursache für Aerophagie ist eine falsche ErnährungSo ist dafür meist der übermäßige Konsum von gezuckerten, kohlensäurehaltigen Getränken sowie verschiedener Lebensmittel, wie industrielle Backwaren, Kaugummi usw. verantwortlich.

Auch schlechte Essgewohnheiten können dazu führen. Viele essen zu schnell und verschlucken dabei Luft, die so in den Verdauungstrakt gelangt. 

Darüber hinaus können auch Stress und Angst dazu führen. Außerdem sind davon insbesondere Menschen betroffen, die das Schlucken nicht richtig mit der Atmung koordinieren. Deshalb leiden Menschen mit mentalen Pathologien sehr häufig an Aerophagie.

Symptome

Die Aerophagie äußert sich mit einem Schweregefühl im Magen, dem Gefühl aufgeblasen zu sein und mit Verdauungsbeschwerden. Aufstoßen oder Flatulenzen sind der natürliche Weg, um diese zu lindern.

Zu den Symptomen zählen folgende:

  • Abdominale Distension, die durch Blähungen entsteht. Der Überschuss an Luft im Verdauungsapparat führt zu einem aufgeblähten Bauch.
  • Bauchschmerzen, die in manchen Fällen auch im unteren Bereich des Brustbeins auftreten können, da die Luft sowohl auf den Magen als auch auf das Herz drückt. Die Schmerzen können in manchen Fällen mit Angina pectoris verwechselt werden.
  • Durch die Aerophagie können auch Geräusche im Darm entstehen. 
  • Aufstoßen und Meteorismus ohne Geruch.

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Wann wird eine Aerophagie diagnostiziert?

Sollte das Aufstoßen und andere Beschwerden wiederholt vorkommen, das heißt mehrmals pro Woche, und unangenehm sein, wird die verschluckte Luftmenge überprüft.

Wichtig dabei ist, orangische Pathologien auszuschließen. Dazu gehören zum Beispiel Krankheiten des oberen Verdauungstraktes, schlechte Verdauung von Kohlenhydraten, übermäßiges bakterielles Wachstum oder eine Beweglichkeitsstörung.

Vorsorge gegen Aerophagie

Zur Vorsorge empfehlen sich eine gesunde Ernährung, langsames Kauen und der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die gastreibend wirken. Dazu gehören beispielsweise kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, Süßwaren und Kaugummi.

Wenn die Blähungen auf Stress zurückzuführen sindmuss das Übel an der Wurzel gepackt werden: Versuche, durch Entspannungsübungen, Sport und gute Planung Stress zu meiden. Normalerweise verschwinden die Symptome der Aerophagie spontan, sobald die Ursachen behoben werden.

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Behandlung

Behandlung von Aerophagie

Die Behandlung von Aerophagie umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die beachtet werden sollten: 

  • Langsam essen und kauen: Viele Menschen verschlingen zu große Bissen, ohne das Essen richtig zu kauen. Das führt unter anderem zu Gewichtsproblemen und einer schlechten Verdauung. Um Aerophagie und anderen Beschwerden vorzubeugen, solltest du langsam essen und jeden Bissen gut kauen. Vergiss nicht: Die Verdauung beginnt im Mund!
  • Üppige Speisen vermeiden: Eine gesunde Ernährung ist grundlegend, um Aerophagie zu verhindern. Verzichte auf üppige und sehr scharfe Speisen. Außerdem solltest du dich auch von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken verabschieden. Ernähre dich gesund mit viel frischem Gemüse, Obst und auch Fisch.
  • Kamillentee und andere natürliche Heilmittel: Verschiedene Naturheilmittel können sehr hilfreich sein, um die unangenehmen Beschwerden zu lindern. Wir empfehlen dir den klassischen Kamillentee, der bei Blähungen ausgezeichnet wirkt.
  • Ausreichend Wasser trinken: Ersetze ungesunde Getränke durch Wasser, um deinen Organismus mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.
  • Auch eine Bauchmassage hat viele Vorteile. Damit linderst du unangenehme Verdauungsbeschwerden und reduzierst gleichzeitig Stress.
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