Wie viel Schlaf brauchen wir?

Wie viel erholsamen Schlaf brauchen wir wirklich? Wie viele Stunden sollten wir pro Tag ruhen? Die Wahrheit ist, dass sich das moderne Leben oft negativ auf die Schlafgewohnheiten auswirkt. Erfahre heute mehr über dieses Thema.
Wie viel Schlaf brauchen wir?

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2021

Wie viel erholsamen Schlaf brauchen wir wirklich? In der Tat ist der Spruch “Ich schlafe, wenn ich tot bin” beliebt, da viele Menschen denken, dass Schlafen eine Zeitverschwendung ist. Sie sind überzeugt davon, dass sie die Zeit für etwas “Produktives” nutzen sollten. Doch was sagen die Experten? Wie lange sollten wir laut der Wissenschaft schlafen?

Du wirst überrascht sein, die wissenschaftliche Meinung darüber zu erfahren, wie viel Ruhe und Schlaf der Mensch braucht, um gesund und produktiv zu bleiben.

Oftmals verschieben die Menschen fälschlicherweise die Schlafenszeit, um zu arbeiten, zu lernen oder Sport zu treiben. Sie sind überzeugt, dass sie produktiver sein können, wenn sie ihre Ruhezeit stattdessen auf diese Weise nutzen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, Schlaf hat einen großen Einfluss auf deine Gesundheit.

Warum ist es wichtig, gut zu schlafen?

Es gibt viele gesundheitliche Vorteile, ausreichend zu schlafen und dein Körper wird es dir danken.

1. Erholsamer Schlaf beugt Depressionen vor

Depressionen werden mit Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol in Verbindung gebracht. Außerdem erhöht zu wenig Schlaf die Produktion dieser Hormone. Ein entspannter, ausgeruhter Körper fördert die Ausschüttung von Melanin und Serotonin.

Die letztgenannten Substanzen wirken den negativen Auswirkungen entgegen, die durch Stress entstehen, und helfen dir, dich besser und emotional ganz zu fühlen.

Das könnte dich auch noch interessieren Schlafparalyse wissenschaftlich betrachtet

2. Ausreichend Schlaf ist für die Herz-Gesundheit wichtig

Wie viel erholsamer Schlaf fördert die kardiovaskuläre Gesundheit

Dieser Punkt hängt mit dem vorherigen zusammen, da Schlaflosigkeit den Blutspiegel von Stresshormonen erhöht. Dies wiederum führt zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz.

Stress tilt als ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

3. Schlafen verbessert das Gedächtnis

Das Gehirn arbeitet weiter, wenn wir schlafen. Die neuronalen Verbindungen werden nämlich nicht unterbrochen. Der Schlaf besteht aus mehreren Phasen: Wachsein, Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf.

Die Neuronen arbeiten in allen von ihnen, obwohl in der letzten Phase das Kurzzeitgedächtnis wiederhergestellt und zu einem Langzeitgedächtnis wird. Einige Studien haben ergeben, dass ein Nickerchen direkt nach dem Lernen zu Verbesserungen in dieser Hinsicht führt.

4. Schlaf hilft bei der Gewichtsabnahme

Leptin ist das appetitzügelnde Hormon und Fettzellen, Adipozyten genannt, schütten nicht genug davon aus, wenn man nicht genug erholsamen Schlaf bekommt.

Ebenso bewirkt Schlaflosigkeit, dass der Magen mehr Ghrelin (Appetithormon) freisetzt. Deshalb ist Schlafmangel eng mit Fettleibigkeit verknüpft.

5. Erholsamer Schlaf hilft, das Immunsystem zu stärken

Das Immunsystem ist ein weiteres System, das arbeitet, während wir schlafen, weil es sich regeneriert und stärkt, um alle lauernden Keime und Giftstoffe zu bekämpfen. Das heißt, du kannst Infektionen besser vorbeugen, wenn du so schläfst, wie du solltest.

Welche Auswirkungen hat Schlafmangel?

Wie du sehen konntest, wirkt sich Ruhe auf fast alle Systeme aus, die den Körper funktionieren lassen. Deshalb hängt sowohl deine geistige, körperliche und emotionale Gesundheit sowie auch deine Leistungsfähigkeit von der Qualität deines Schlafes ab.

Sicherlich hast du schon von der Theorie gehört, die besagt, dass man acht Stunden am Tag schlafen sollte. Diese stammt aus dem Jahr 1938, als der Forscher Nathaniel Kleitman mit einem seiner Studenten etwas mehr als einen Monat in einer dunklen Höhle verbrachte. Bei der Analyse ihrer Schlafgewohnheiten stellten sie fest, dass sie zwischen acht und achteinhalb Stunden pro Nacht schliefen.

Mehrere Studien unterstützen die Tatsache, dass eine bestimmte Anzahl von Schlafstunden gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Es ist zum Beispiel erwiesen, dass schlechte Schlafgewohnheiten die akademischen Leistungen von Studenten negativ beeinflussen. Das Gleiche gilt für den Arbeitsplatz.

Darüber hinaus haben einige Untersuchungen bestätigt, dass die Sterblichkeitsrate bei Menschen, die sieben bis acht Stunden am Tag schlafen, niedriger ist und bei Menschen, die weniger als vier Stunden schlafen, höher.

Eine zusätzliche Stunde Schlaf kann ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität sein. Die Tatsache, dass du tagsüber die erwartete Leistung erbringst, nachdem du weniger als acht Stunden geschlafen hast, bedeutet nicht, dass dies gut für deine Gesundheit ist.

Gibt es weitere negative Folgen?

Eine schlafende Frau

Negative Ereignisse passieren, wenn du nicht genug Schlaf bekommst – von gesundheitlichen Störungen bis hin zu mentalen und emotionalen Komplikationen. Die Folgen sind schwerwiegender, als du dir vielleicht vorstellen kannst.

Hier sind einige der Dinge, die passieren, wenn du nicht die empfohlene Menge an Schlaf pro Tag bekommst:

  • Es besteht ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, da Schlafmangel die Ausschüttung von Insulin, dem Hormon, das den Blutzucker reguliert, beeinträchtigt.
  • Angststörungen treten auf, weil Schlaflosigkeit Stress und in der Folge Angstgefühle und Depressionen verursacht.
  • Es kommt auch zu einem Verlust des sexuellen Verlangens, da Schlafstörungen bei Männern zu einer Verringerung des Testosterons führen können (wenig und qualitativ schlechte Erholung trägt zu einer verminderten Libido und einer geringen Spermienproduktion bei).
  • Kognitive Störungen durch mangelnde Konzentration und Gedächtnisprobleme können zu allen Arten von Unfällen führen.
  • Es gibt eine Verringerung des Muskelwachstums, besonders nach dem 30. Lebensjahr, da sich der Schlafmangel negativ auf die Zellregeneration auswirkt.

Wie viel Schlaf brauchst du?

Jetzt, wo du die Informationen hast, weißt du, dass eine zusätzliche Stunde Schlaf ausgezeichnet für deine Gesundheit, deine Arbeit und so ziemlich jede Aktivität sein kann, der du nachgehst.

Erwachsene brauchen acht Stunden Schlaf, Babys 13 und Jugendliche neun. Multipliziere diese Stunden über ein ganzes Leben und du wirst schnell feststellen, dass wir einen großen Teil unserer Existenz mit Schlafen verbringen müssen.

Die Frage ist, ob es sich lohnt, all diese Zeit in die Erholung zu investieren und dafür ein gesünderes Leben zu führen. Schlechter Schlaf fordert einen Tribut vom Körper und bald wird es zu spät sein, den Schaden rückgängig zu machen.

Das könnte dich interessieren…

Es könnte dich interessieren ...
Schlafforschung: Warum Morgenmuffel schlecht gelaunt aufstehen
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
Schlafforschung: Warum Morgenmuffel schlecht gelaunt aufstehen

Morgenmuffel sind meist auch schlechter Laune und brauchen eine gewisse Anlaufzeit. Doch sie können nichts dafür! Erfahre heute warum...



  • San Molina, L. (2010). Comprender la depresión. Editorial AMAT.
  • Alonso, C. F. (2009). El estrés en las enfermedades cardiovasculares. Libro de La Salud Cardiovascular Del Hospital Clínico San Carlos, 583-590.
  • Rico-Rosillo, María Guadalupe, and Gloria Bertha Vega-Robledo. “Sueño y sistema inmune.” Revista Alergia México 65.2 (2018): 160-170.
  • Escobar, Carolina, et al. “La mala calidad de sueño es factor promotor de obesidad.” Revista mexicana de trastornos alimentarios 4.2 (2013): 133-142.
  • Reinoso-Suárez, F. (2005). Neurobiología del sueño. Revista de Medicina de la Universidad de Navarra, 10-17.
  • Strada Herrera, G. La función de memoria del sueño. Cómo el cerebro promueve el aprendizaje mientas duerme.
  • Zapata Giraldo, A. F. (2013). La temporalidad en el insomnio(Bachelor’s thesis, Uniandes).
  • Castro, A. M., Caamaño, L. U., & Julio, S. C. (2014). Calidad del dormir, insomnio y rendimiento académico en Estudiantes de Medicina. Duazary: Revista internacional de Ciencias de la Salud11(2), 2.
  • Rodríguez-Morilla, B., & Madrid-Navarro, C. J. (2015). ¿ Cuándo, cuánto y cómo dormir?. Eubacteria, nº 33 (2015).