Wie deine Schlafposition deinen Körper beeinflusst

· 13 November, 2015
Unsere Schlafposition beeinflusst uns noch weit über Wirbelsäulengesundheit und erholsamen Schlaf hinaus - wenn wir auf der Seite schlafen, regen wir die Durchblutung an und erleichtern so die Reinigung der Gewebe von Schadstoffen

Ein erholsamer Schlaf ist für Wohlbefinden und Gesundheit unverzichtbar. Nur wenn ihm genügend Ruhe gegönnt wird, kann der Organismus funktionieren und all seine Funktionen ausüben. In der Nacht erholen sich Körper und Geist von den Anstrengungen des Tages, sammeln Energien, um den nächsten Tag zu bewältigen.

Ein Detail, dem die Mehrheit der Menschen kaum Beachtung schenkt, das aber die Schlafqualität essentiell beeinflusst, ist die Schlafposition. In welcher Position ruhen wir am häufigsten aus?

In der Regel wird die Schlafposition eingenommen, die uns am bequemsten ist. Es gibt allerdings Positionen, die dem Einzelnen zwar bequem sind, die aber seine Gesundheit negativ beeinflussen. So kann sich der Körper nachts nicht so erholen, wie es nötig wäre.

Um sicherzugehen, dass eine hohe Schlafqualität erreicht wird, sollte man daher wissen, welche Schlafposition der momentanen Verfassung am zuträglichsten ist. Schläfst du bereits in der richtigen Position?

Wie ein Baby schlafen

Fötus-Schlafposition

Auch wenn sich das Sprichwort wohl eher darauf bezieht, dass man so tief und ungestört schläft wie das ein Neugeborenes tut, ist die fetale Position doch eine der am häufigsten eingenommenen Schlafpositionen.

Besonders Menschen, die unter Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule leiden, einem Hexenschuss beispielsweise, wird zu dieser Schlafposition geraten. Die Position, die die Wirbelsäule hierbei einnimmt, hilft, die Lendenwirbel zu entlasten. Das gilt auch dann, wenn wir keine zu 100% exakte, orthopädische Position einnehmen.

Obwohl es bequem ist, auf der Seite zu schlafen, sollte vermieden werden, ein Bein auszustrecken, während das andere gebeugt gehalten wird. Diese Beinposition kann sich negativ auf das Becken auswirken.

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Auf der Seite schlafen, während die Arme zur Seite ausgestreckt sind

Diese Schlafposition kommt mit einer guten und einer schlechten Nachricht.

Auf der einen Seite kann in dieser Position die Verdauung verbessert werden, die auch nicht ruht, während wir schlafen. Auf der anderen Seite wird in dieser Schlafposition Druck auf die Nerven von Armen und Schultern ausgeübt und es kann passieren, dass wir mit Schmerzen wach werden.

Auf dem Bauch schlafen

Schlafposition auf dem Bauch

Es wurde schon des Öfteren bewiesen, dass die Bauchlage die schlechteste aller Schlafpositionen ist. In dieser Position kann der Körper nicht entspannen. Die Wirbelsäule wird auf unnatürliche Weise belastet und insbesondere im Bereich der Lendenwirbel werden anatomische Strukturen belastet, die dann nicht selten Rückenschmerzen verursachen. Das sollte vor allem den Bauchschläfern bewusst werden, die bereits Rückenprobleme habe.

Der Hals bleibt in dieser Position für lange Zeit gebeugt, muss aber gleichzeitig eine unentspannte Position einnehmen, die ein unbeschwertes Atmen ermöglicht. Diese Kombination führt dazu, dass Bauchschläfer nicht selten mit Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule aufwachen oder sogar Sehnenscheidenentzündungen entwickeln, da der Halteapparat überlastet wird.

Auf dem Rücken schlafen

Schlafposition auf dem Rücken

Für viele Menschen ist die Rückenlage die bevorzugte Schlafposition. Eine qualitativ hochwertige Matratze ermöglicht in dieser Schlafposition eine korrekte Haltung der Wirbelsäule. Wir möchten an dieser Stelle jedoch betonen, dass dies nur gilt, wenn keine hohen Kissen verwendet werden. Sonst führt die Rückenlage zu Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule.

In der Tat sollte man sogar ohne Kissen schlafen; da das unter Umständen aber etwas unbequem ist, wird empfohlen, das Kissen so zu wählen, dass in Rückenlage das Kinn dennoch nicht auf der Brust zum Liegen kommt.

Da diese Schlafposition die Wirbelsäule stützt, ohne sie zu überlasten, hilft die Rückenlage, Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule vorzubeugen. Wir müssen allerdings auch dazu sagen, dass diese Schlafposition unter Umständen das Schnarchen und die Gefahr einer Apnoe erhöht.

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Auf der Seite schlafen

Der Druck, der sich im Körper aufbaut, wenn wir auf der rechten Seite schlafen, kann zu Sodbrennen führen. Wer gewöhnlich in dieser Schlafposition ausruht, der sollte einmal versuchen, auf die andere Seite zu wechseln. Menschen, die auf der linken Seite schlafen, unterstützen damit die Durchblutung der Gewebe und deren Reinigung von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffen.

Die Schlafposition und ihr Einfluss auf das Gehirn

Gehirn und Schlafposition

Eine jüngst von Wissenschaftlern der Stony Brook Universität durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Seitenschläfer im Vergleich zu Bauch- und Rückenschläfern Abbauprodukte, die sich tagsüber im Gehirn ablagern, schneller eliminieren können.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, haben die Wissenschaftler Experimente mit Nagetieren durchgeführt und dabei bildgebendende Verfahren wie die Magnetresonanz und Kontrastmittel angewendet.

Die erzielte, wichtige Erkenntnis könnte dazu beitragen, das Risiko neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson weiter zu senken.

Das System, über das Stoffwechselendprodukte und Giftstoffe aus dem Gehirn eliminiert werden, unterscheidet sich von dem anderer Gewebe, da es hier keine Lymphgefäße gibt. Die Bedeutung des hirneigenen „Reinigungsapparates“ bei der Entstehung der oben genannten Erkrankungen ist noch nicht endgültig geklärt.

Nachdem die am häufigsten eingenommenen Schlafpositionen und die Effizienz des reinigenden Systems im Zusammenhang zu diesen Schlafpositionen untersucht wurden, stellte sich heraus, dass die Position, die die Schadstoffelimination am stärksten fördert, die Seitenlage ist.

Eine der Autorinnen, Helene Benveniste, erklärte uns dazu Folgendes:

Es war interessant zu erfahren, dass die Seitenlage sowohl unter den Menschen als auch unter den meisten Tieren, sogar wilden Tieren, die am häufigsten eingenommene Schlafposition ist. Es scheint, als hätten wir genau die Position angenommen, die es uns am besten erlaubt, unser Gehirn von Stoffwechselendprodukten, die sich dort tagsüber ansammeln, zu reinigen.