Was sind mögliche Ursachen für Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Leiden, über die in der Aktualität geklagt wird. Sie können alle Bereiche des Rückens betreffen, vom Nacken bis zur Hüfte. Die Ursachen für Rückenschmerzen sind sehr vielfältig, häufig sind eine falsche Haltung, Überlastung oder Schlafprobleme für sie verantwortlich. In diesem Artikel findest du die Antwort auf die Frage, warum du Rückenschmerzen hast.

Was? Wie? Warum? Wann? Die wichtigsten Fragen bei der Suche nach Ursachen

Jeder Mensch kann Rückenschmerzen entwickeln. Es gibt jedoch Risikofaktoren und bestimmte Bevölkerungsgruppen sind stärker oder häufiger von Schmerzen der Halswirbelsäule, des Lendenbereichs usw. betroffen.

Alter

Wenn der Körper altert, dann tut dies auch die Wirbelsäule. Ab einem Alter von etwa 30 oder 40 Jahren nimmt daher die Häufigkeit von Rückenschmerzen zu. Muskeln und Knochen sind weniger widerstandsfähig und werden im Laufe der Zeit schwächer.

Wenig Bewegung

Wer keinen Sport treibt und sich auch sonst wenig bewegt, erhöht sein Risiko, Rückenschmerzen zu entwickeln. Es besteht eine eindeutige Verbindung zwischen langem Sitzen und Problemen des Halte- und Stützapparates.

Gewicht

Rueckenschmerzen_2

Übergewicht und Fettleibigkeit zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für Rückenschmerzen. Gerade die Wirbelsäule sieht sich mit der Aufgabe, das gesamte Körpergewicht zu tragen, überfordert.

Genetik

Genetische Faktoren können insbesondere für Schmerzen der Hals- oder Lendenwirbelsäule verantwortlich sein. Um diese als Ursache bestätigen zu können, musst du wissen, ob deine Eltern, Onkel und Großeltern ebenfalls unter Rückenschmerzen gelitten haben. Zu den Erkrankungen, die eine deutliche erbliche Komponente haben, zählen die Arthritis der Wirbelsäule und die Spondylitis ankylosans.

Arbeit

Je nachdem, welche körperlichen Belastungen mit unserer Arbeit einhergehen, kann diese auch der Auslöser von Rückenschmerzen sein. Schweres Heben gehört ebenso wie sich wiederholende Bewegungsabläufe, bei denen Dinge gehoben oder geschoben werden, zu den Risikofaktoren. Auch Angestellte, die den ganzen Tag stehen oder sitzen, leiden oft an Rückenschmerzen.

Rauchen

Rauchen

Nichtraucher leiden weniger häufig an Rückenschmerzen als Raucher. Die Ursache darin liegt im Transport von Nährstoffen zu den Bandscheiben der Wirbelsäule, der beim Nichtraucher ungehindert ablaufen kann. Der Heilungsprozess nach Muskelverletzungen und Traumata ist beim Raucher zudem deutlich verlangsamt.

Erkrankungen

Eine Bandscheibenverletzung oder ein Bandscheibenvorfall, Muskelverspannungen, Krämpfe, Fibromyalgie, eine Wirbelsäulenverkrümmung, Arthritis, Spondylose, eine Spinalkanalstenose, aber auch Nierensteine, Infektionserkrankungen und Endometriose können Auslöser von Rückenschmerzen sein. Hinzu kommt, dass sich diese Krankheiten oft gegenseitig bedingen. Haltungsstörungen aufgrund einer Wirbelsäulenverkrümmung beispielsweise ziehen Muskelverspannungen nach sich und langfristig auch Gelenkprobleme. Dein Hausarzt sollte diese Probleme abklären und dich, wenn nötig, an einen Spezialisten überweisen. Mit Hilfe deiner Ärzte findest du die effektivste Behandlungsmethode.

Schlaf

Sämtliche Schlafprobleme können zu Rückenschmerzen führen. Zu wenig Schlaf, ein zu flaches oder zu hohes Kopfkissen, eine alte, abgenutzte oder ungeeignete Matratze oder eine ungesunde Schlafposition ziehen Probleme der Rückenmuskulatur und Wirbelsäule nach sich.

Was kann für einen starken Rücken getan werden?

Eine gesunde, kräftige Wirbelsäule ist der beste Garant gegen Rückenschmerzen. Nimm dir dazu folgende Ratschläge zu Herzen:

Gesunde Haltung

Ein essentieller Faktor. Vermeide eine krumme Haltung, bei der die Schultern nach vorn und die Brust eingezogen werden. Achte insbesondere beim Sitzen vor dem Rechner auf deine Haltung. Ein ergonomischer Stuhl kann dir helfen, deinen Oberkörper zu stützen und die Wirbelsäule in einer gesunden Position zu halten. Verwende Kissen, wenn du mit ihnen bequemer sitzen kannst. Die Schultern sollten sich auf einer Linie mit den Ohren befinden, stell dir dazu vor, du hättest ein Brett im Rücken. Anfangs ist diese Körperhaltung vielleicht unbequem, bestimmt ungewohnt, aber dein Rücken wird dir danken.

Falls du Gewichte heben musst, versuche, die Kraft dafür aus den Oberschenkeln zu nehmen. Beuge deine Knie und nähere dich dem zu hebenden Gegenstand. Nimm ihn dann in die Hände und erhebe dich. Beuge während dieses Bewegungsablaufs nicht den Rücken, denn das führt zu einer starken Belastung der Wirbelsäule.

Übungen

Nahezu alle Sportarten sind erlaubt, fast jede Form der körperlichen Bewegung. Einzig solche, bei denen Gewichte gehoben werden müssen, sind Personen, die unter Rückenschmerzen leiden, nicht anzuraten. Zumindest bis eine Besserung eintritt, sollte auf derartige Bewegungen verzichtet werden. Besonders geeignet zur Prophylaxe von Rückenschmerzen sind die Sportarten Schwimmen, Yoga, Pilates, Radfahren und Gehen. Eine halbe Stunde Bewegung täglich wirkt Wunder für Muskulatur und Wirbelsäule. Du entscheidest, welcher Sport dir am besten tut.

Solltest du an Übergewicht leiden, achte darauf, beim Sport deine Gelenke nicht zu überlasten. Die oben genannten Sportarten eignen sich auch in diesem Fall. Du bewegst beim Sport Muskeln und Gelenke und verbrennst gleichzeitig Kalorien, profitierst also doppelt davon.

Dehnen und Strecken

Gerade dann, wenn du während der Arbeit viel sitzt: Steh regelmäßig auf, gehe ein paar Schritte und führe einfache Bewegungen aus, um deine Wirbelsäule zu beugen, zu strecken, anders zu belasten, als dies im Sitzen der Fall ist. Bewege auch Kopf, Hals, Schultern und Hüfte. Achte darauf, die Bewegungen langsam auszuführen, nicht ruckartig.

Strecke deine Arme nach oben, als wolltest du die Decke berühren. Bewege deine Hüfte im Kreis und beuge deinen Kopf seitwärts in Richtung deiner Schultern. Kopf- und Schulterkreisen können ebenfalls überall durchgeführt werden. Es gibt auch Yogapositionen, von denen dein Rücken profitieren kann.

Ernährung

Eine ausgeglichene, gesunde Ernährung ist unverzichtbar, wenn du dich wohlfühlen möchtest. Auch dein Rücken hat seinen Bedarf an Nährstoffen und möchte möglichst wenig Übergewicht tragen. Achte daher darauf, dass Obst und Gemüse, gesundes Fett und Magerfleisch ihren festen Platz in deinem Speiseplan haben. Vitamine aus dem B-Komplex und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Regeneration von Rückenmark und Nerven.

Rueckenschmerzen_3

Erholung

Wann sollten Pausen eingelegt werden und wie sehen sie idealerweise aus? Ein gesunder Schlaf ist die längste und wichtigste Erholungspause, die wir unserem Rücken jeden Tag gönnen. Überprüfe den Zustand deiner Matratze und deines Kopfkissens, achte auch darauf, in welcher Position du schläfst. Versuch zum Beispiel, auf der Seite statt auf dem Rücken zu schlafen. Halte eine Routine vor dem Zubettgehen ein, schalte alle elektrischen Geräte um dich herum ab, nimm keine Arbeit mit ins Bett, gehe möglichst vor 23 Uhr ins Bett und schlafe für 6 bis 8 Stunden.

Meditation

Personen, die regelmäßig meditieren, leiden seltener unter Rückenschmerzen als jene, die zu keinem Zeitpunkt des Tages Hektik und Stress entfliehen. Meditation hilft auch, die Stimmung zu heben, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und lässt dich damit effizienter arbeiten. Gleichzeitig kannst du beim Meditieren deine Haltung verbessern, vor allem wenn du im Lotussitz meditierst. Der Lotussitz ist die bekannteste Meditationsposition. Zehn Minuten Meditation am Morgen lassen dich ausgeglichener in den Tag starten.

Auch interessant