Wenn die Seele zu chronischen Rückenschmerzen führt

· 26 Februar, 2019
Rückenschmerzen entstehen nicht selten aus psychischen Problemen

Statistisch gesehen ist in 85% aller Fälle von chronischen Rückenschmerzen keine konkrete medizinische Ursache zu finden.

Verursacht werden solche Probleme dann „nur“ von Stress, psychischen Problemen und nervlicher Überlastung. Verschwindet der Stress und die Patienten haben wieder etwas Zeit zum Entspannen, verschwinden meist auch die chronischen Rückenschmerzen.

Chronische, psychosomatische Rückenschmerzen

Menschen, die an Ängsten, depressiven Verstimmungen oder Depressionen leiden, haben ein vielfach höheres Risiko, an chronischen Rückenschmerzen zu erkranken.

80% aller Menschen, die an chronischen Rückenschmerzen leiden, leiden auch an Depression sowie depressiven Verstimmungen!

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Allen gemeinsam ist: Rein medizinisch gesehen ist der Rücken kerngesund! Durch Überängstlichkeit, Schonhaltung oder vorsichtige Bewegungen verschlimmert sich der Zustand immer mehr.

Sport, Bewegung und Entspannung helfen dann mehr als jedes Medikament. Denn nur wenn man im Kopf entspannt ist, kann das Gehirn auch an die Rückenmuskeln das „befreiende“ Signal zu Entspannung senden.

DepressionPsychosomatische Rückenschmerzen und Schmerzempfinden

Wie stark der eine oder andere einen Schmerz empfindet ist auch sehr unterschiedlich.

Frauen lachen gerne über Männer, die als schmerzempfindlich gelten, jedoch gibt es auch sehr viele Frauen, die Schmerzen intensiver empfinden als andere. Soziales Umfeld, psychische Stabilität und Vorgeschichte der Patienten haben einen großen Einfluss auf das Schmerzempfinden.

So können manche Rückenschmerzen von manchen als „unerträglich schlimm“ wahrgenommen werden, andere empfinden einfach nur ein „leichtes Ziehen“. Je mehr dem Schmerz Beachtung gezeigt wird, desto stärker wird er.

Dies betrifft nicht nur Rückenschmerzen, sondern auch:

  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen

Yoga Rückenschmerzen durch Stress

Unter Stress spannen wir automatisch unsere Muskeln an, ziehen unbewusst die Schultern hoch, verkrampfen leicht, ohne uns dessen bewusst zu werden.

Wer mit Stress gut umgehen kann, entspannt sich und seinen Körper auch wieder. Wer nicht gelernt hat, Stress richtig zu verarbeiten, löst sich nicht aus der unbewussten Verkrampfung und Verspannung.

Dadurch entstehen unter anderem Fehlhaltungen, Schonhaltung – und weitere Verspannungen. Und die so über einen längeren Zeitraum angespannten Muskeln reagieren dann mit Schmerz. Und das nimmt man unter anderem als Rückenschmerz wahr.

Die Ursache? Kein Bandscheibenvorfall, keine Wirbelsäulenbeschwerden – einfach nur Stress!

Ursache: Psyche!

Betroffene können schlecht akzeptieren, dass sie psychische und nicht orthopädische Hilfe brauchen. Daher wird nach Ursachen gesucht, um den Auslösern für chronische Rückenschmerzen einen anderen „Beigeschmack“ zu geben.

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Um sich selbst erklären zu können: „Ich bin nicht selbst schuld, ich kann auch nichts ändern“ wird nach einem medizinischen Grund, einem Namen für die Beschwerden gesucht.

Und weil ab einem schon jungen Alter von ca. 30 Jahren auch kleinste Abnutzungserscheinungen an Bandscheiben und Wirbeln feststellbar sind, ist der angebliche Übeltäter meist schnell gefunden.

Abnutzungserscheinungen lassen sich ja nicht rückgängig machen – wie praktisch – sie werden sogar schlimmer mit zunehmendem Alter!

Jetzt kommt es auf einen selbst oder den Arzt an, ob man sich selbst aus diesem Teufelskreis der chronischen Rückenschmerzen befreit oder befreien lässt oder sein Leben lang jammert.

RückenschmerzenDer Ursache von chronischen Rückenschmerzen auf den Grund gehen

Meist werden an chronischen Rückenschmerzen nur die Symptome, also die Schmerzen selbst, bekämpft.

Massagen sollen die verspannten Muskeln lockern und den Patienten entspannen. Krankengymnastik soll Fehlhaltung und Fehlbelastung durch Schonhaltung und Verspannung vorbeugen und korrigieren.

Tabletten sollen den Schmerz nehmen. Doch alle diese Therapien nützen nichts, wenn die Ursache, die kranke Seele, nicht auch mit einbezogen wird.

Denn was nützt eine Massage, wenn der Druck auf der Seele nur doch wieder die Muskeln verspannt, die Psyche die Schultern hoch ziehen lässt und der ewige Kreislauf von vorne beginnt?

Wenn du das Gefühl hast, dass „alle“ Therapien gegen deine chronischen Rückenschmerzen machtlos sind, gehe tief in dich und überlege, ob nicht ein Psychologe der bessere Ansprechpartner ist und nicht der Orthopäde!

Depression vorbeugen

Depressive Verstimmungen kündigen sich leise an, sie zu erkennen ist nicht immer einfach.

Chronische Rückenschmerzen können ein Symptom sein, das vielfach außer Acht gelassen wird. Achte darauf, ob du nicht gerade an einer depressiven Verstimmung leiden könntest.

Wenn ja, kümmere dich nicht um die Rückenschmerzen, sondern lasse dir helfen, um nicht in eine Depression zu rutschen! Du wirst sehen: geht es deiner Seele besser, lacht auch wieder dein Rücken!

Behalte dies im Hinterkopf, wenn du an Rückenschmerzen leidest: 80% aller Menschen, die an chronischen Rückenschmerzen leiden, leiden auch an Depression oder depressiven Verstimmungen! Gehörst du dazu, dann hast du das Mittel dagegen gefunden: lasse dir helfen!

  • Hoy, D., Brooks, P., Blyth, F., & Buchbinder, R. (2010). The Epidemiology of low back pain. Best Practice and Research: Clinical Rheumatology. https://doi.org/10.1016/j.berh.2010.10.002
  • Urquhart, D. M., Hoving, J. L., Assendelft, W. W. J. J., Roland, M., & Van Tulder, M. W. (2008). Antidepressants for non-specific low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://doi.org/10.1002/14651858.CD001703.pub3