Welche Wirkungen haben Lebensmittelzusätze auf unseren Körper?

26 Mai, 2020
Nahrungsmittelzusätze sind in praktisch allen industriell hergestellten Produkten zu finden. Sie machen diese länger haltbar oder verbessern den Geschmack, das Aroma oder die Textur.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Lebensmittelzusätze als Substanzen, die zu Lebensmitteln hinzugefügt werden, um ihre Unschädlichkeit, Textur, Frische, den Geschmack oder Aspekt zu erhalten oder zu verbessern. 

Manche davon kommen schon sehr lange zur Anwendung, wie dies zum Beispiel bei Salz der Fall ist, das ein perfektes Konservierungsmittel ist. Andere Nahrungsmittelzusatzstoffe wurden jedoch erst mit modernen Industrieverfahren entwickelt.

Die Verwendung von Zusatzstoffen wird zunächst durch technologische Notwendigkeiten gerechtfertigt. Das vorwiegende Ziel ist, die richtige Konservierung der Lebensmittel zu garantieren, die Ernährungsqualität zu erhalten oder die Stabilität zu verbessern.

Allerdings kommen Nahrungsmittelzusätze auch zur Geschmacks- oder Texturverbesserung vielfach zum Einsatz. Theoretisch müssen sie immer die Empfehlungen der zuständigen Behörden, wie zum Beispiel der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) berücksichtigen.

Klassifikation der Nahrungsmittelzusätze 

Die Nahrungsmittelzusatzstoffe sind unterschiedlichen Ursprungs: Zum Teil handelt es sich um Pflanzenextrakte, tierische oder mineralische Bestandteile, oder auch um synthetisch erzeugte Substanzen. In der Industrie werden tausende von Zusatzstoffen verwendet, die Lebensmitteln für ganz bestimmte Zwecke hinzugefügt werden. 

Die WHO und die FAO differenzieren drei große Gruppen an Nahrungsmittelzusatzstoffen:

  • Aromastoffe: Diese Substanzen verbessern den Geschmack oder das Aroma der Lebensmittel
  • Enzyme: Es handelt sich um natürliche Proteine, die als Katalysatoren chemischer Reaktionen dienen und nicht im Endprodukt vorhanden sein dürfen.
  • Andere Zusatzstoffe: Dazu zählen zum Beispiel Farb- oder Süßstoffe.
Lebensmittelzusätze  beim Einkauf berücksichtigen
Praktisch alle industriell verarbeiteten Lebensmittel enthalten Zusatzstoffe.

Nahrungsmittelzusätze und gesundheitliche Risiken

In jedem Land gibt es spezifische Organismen, die die Auswirkungen von Nahrungsmittelzusatzstoffen auf die menschliche Gesundheit analysieren. Auf internationaler Ebene sind dafür die WHO und die FAO verantwortlich, die ein gemischtes Expertenteam für Nahrungsmittelzusatzstoffe gebildet haben, das Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA).

Um zu wissen, ob bestimmte Substanzen gesundheitsschädlich sind oder nicht, wird die täglich erlaubte Dosis berücksichtigt. Es geht also um die Menge des Zusatzstoffes in einem Lebensmittel oder im Trinkwasser, die eine Person pro Tag verzehren kann, ohne dass daraus gesundheitliche Veränderungen resultieren.

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Bestimmung der Risiken 

Die gesundheitlichen Risiken durch den Verzehr von Lebensmittelzusatzstoffen werden im Codex System spezifiziert. Daran sind mehrere zwischenstaatliche Organismen beteiligt, welche die Gefahren jeder Substanz bewerten und eine Liste, Normentwürfe, Richtlinien und Empfehlungen ausarbeiten.

Der erste Schritt für die Risikobewertung besteht in der Identifizierung der möglichen Gefahren. Dabei werden unter anderem toxikologische Aspekte berücksichtigt.

Nach dieser Analyse muss die empfohlene Tagesmenge im Zusammenhang mit dem Körpergewicht festgelegt werden. Es dürfen keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Danach werden mögliche Gefahren charakterisiert.

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Die bekanntesten Nebenwirkungen

Lebensmittelzusatzstoffe können verschiedene Reaktionen auslösen. Insbesondere Substanzen, die nicht genehmigt sind, jedoch trotzdem zur Verwendung kommen, sind riskant. Medizinisch unterscheidet man drei große Gruppen von Reaktionen:

  • Allergische Reaktionen: Es handelt sich um eine Immunantwort auf Substanzen, die Allergien verursachen können. Dazu zählen zum Beispiel Farbstoffe.
  • Intoleranz oder Idiosynkrasie (Überempfindlichkeit): Die Ursachen für eine Unverträglichkeit sind meist unbekannt.
  • Endokrine Disruptoren oder Neurotoxizität: Dazu kommt es, wenn die Substanzen die Synthese oder Freisetzung von Neurotransmittern im Gehirn beeinflussen.
Lebensmittelzusätze
Verschiedene staatliche Einrichtungen kontrollieren die Verwendung von Lebensmittelzusätzen.

Lebensmittelzusätze: Wie äußern sich die Nebenwirkungen?

Lebensmittelzusätze können verschiedene Symptome oder Krankheiten verursachen. Wir haben eine kurze Liste mit den häufigsten Beschwerden zusammengestellt, doch es gibt viele weitere Nebenwirkungen.

  • Beschwerden des Atemsystems, wie Asthma oder Rhinitis: Diese entstehen in der Regel durch Farbstoffe, die auf das Zentralnervensystem wirken.
  • Hautbeschwerden, wie Ausschläge und Kontaktdermatitis: Häufig kommt es dazu durch Konservierungs- und Farbstoffe.
  • Beeinträchtigung des Zentralnervensystems und des endokrinen Systems.

Lebensmittelzusätze: Abschließende Bemerkung

Lebensmittelzusätze sind in den meisten industriell hergestellten Lebensmitteln, die wir täglich konsumieren, vorhanden. Deshalb ist es sehr wichtig, beim Einkauf die Produktbeschreibung genau zu lesen, um eventuell schädliche Substanzen zu erkennen. Bei einer allergischen Reaktion auf ein Lebensmittel solltest du dich auf jeden Fall ärztlich untersuchen lassen!

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