Was ist eine vermeidend/restriktive Essstörung?

· 30 November, 2018
Eine vermeidend/restriktive Essstörung tritt häufig im Kindesalter auf. Dabei lehnen Betroffene gewisse Nahrungsmittel ganz ab oder essen davon nur sehr wenig.

Eine vermeidend/restriktive Essstörung tritt häufig im Kindesalter auf. Dabei lehnen Betroffene gewisse Nahrungsmittel ganz ab oder essen davon nur sehr wenig.

In der Folge nehmen diese Kinder an Gewicht ab und es kann zu Entwicklungsstörungen kommen. Aus einer anfänglichen Laune entsteht oft ein ernstes Problem, wie Bulimie oder Anorexie.

Erfahre anschließend mehr zu diesem Thema.

Was ist eine vermeidend/restriktive Essstörung?

Vermeidende/restriktive Essstörung bei Kindern

Meist beginnt diese Störung in der Kindheit, wenn bestimmte Nahrungsmittel abgelehnt werden oder die Menge stark reduziert wird. Manche Eltern akzeptieren anfangs dieses Verhalten, um am Mittagstisch keine Probleme zu haben.

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass aus einer anfänglichen Laune eine ernste Essstörung entstehen kann, die zu Entwicklungsproblemen führt.

Kurz gefasst: Kinder mit dieser Essstörung essen nur was sie wollen. Meist handelt es sich dabei um Fast Food und ungesunde Speisen, wie Hamburger, Pommes Frites, Gebäck und Pizza. Obst und Gemüse steht selten oder nie auf dem Speiseplan.

In der Folge kann es zu Mangelerscheinungen kommen, da das betroffene Kind nicht ausreichend Vitamine, Proteine und gesunde Fette aufnimmt, die der Körper benötigt.

Gesunde Essgewohnheiten müssen von kleinst auf gelernt werden. Auch Kinder müssen wissen, dass Obst und Gemüse grundlegend für die Gesundheit sind und deshalb jeden Tag in die Ernährung eingebaut werden müssen.

Die Verantwortung liegt bei den Eltern. Sie müssen ihren Sprösslingen richtiges Essverhalten beibringen und die Ernährungspyramide erklären. Darüber hinaus können sie auch durch eine entsprechende Zubereitung der Speisen sehr viel erreichen!

Doch natürlich kann es auch aus anderen Gründen zu Essstörungen kommen. Denn es handelt sich um ein psychologisches Problem, das von den Eltern nicht immer kontrolliert werden kann. 

Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, die wir anschließend näher betrachten werden.

Die vermeidend/restriktive Essstörung ist ein psychologisches Problem

Vermeidend/restriktive Essstörung als psychisches Problem

Zuerst denkt man vermutlich an ein normales Ernährungsproblem mit typischen Mangelerscheinungen. Die Störung kann aber auch ein Anzeichen für Bulimie und Anorexie sein, was dann auf jeden Fall ärztlich behandelt werden muss.

Darum sollten Eltern ihre Kinder unbedingt zu einem Therapeuten bringen, wenn sie gesundes Essen strikt ablehnen. Zur Not kann aber auch ein Ernährungsberater oder der Kinderarzt helfen.

Kinder mit einer vermeidend/restriktiven Essstörung

Auch wenn Kinder mit diesem Verhalten oft einfach nur auffallen wollen, sollte das trotzdem nicht verharmlost werden. Eltern müssen der Sache dringend auf den Grund gehen.

Für die Eltern ist es mit Sicherheit sehr stressig, wenn das Kind einfach so zum Schreien anfängt, das Essen ausspuckt und sich gegen ein Gericht wehrt, weil es Karotten enthält.

Oft kochen sie dann nur das, was das Kind gerne isst, um es nicht leiden zu sehen. Aber sie machen es damit nur schlimmer und schaden dem Kind. Das Ganze kann eskalieren und den Anfang eines ernsten Problems darstellen.

Wie bemerkt man eine vermeidend/restriktive Essstörung bei Kindern?

Wie man die vermeidend/restriktive Essstörung bemerkt

Entdecke auch diesen Beitrag: Eisenmangelanämie bei Kindern: was du darüber wissen solltest

Bei Jungen kann man die Essstörung öfters beobachten, als bei Mädchen. Neben der Ablehnung bestimmter Gerichte sind oft auch folgende Anzeichen zu beobachten:

  • Angstprobleme
  • Soziale Abgeschiedenheit
  • Zwanghafte, besessene Züge
  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Unkontrollierte Wein- oder Schreiattacken
  • Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust
  • Spärliche Entwicklung und langsames Wachstum

Wie kommt es dazu und was kann man tun?

Was verursacht die vermeidende/restriktive Essstörung

Lesetipp: Ungehorsam bei Kindern: was können wir tun?

Man kann die Auslöser für die Essstörung nicht verallgemeinern. Sicher können aber unter anderem Probleme in der Beziehung zwischen den Eltern und ihrem Kind auch verantwortlich dafür sein.

Kinder drücken sich oft durch Schreien aus und wollen dann die Aufmerksamkeit auf sich lenken oder mitteilen, dass sie unzufrieden sind.

Aber auch Stress, ein Trauma oder die fehlende Fürsorge der Eltern können das Syndrom auslösen.

Genauso kann aber auch zu viel Fürsorge das Problem verursachen. Kinder, die im Endeffekt tun und lassen können, was sie wollen und ein „nein“ nicht als Antwort akzeptieren, können auch oft daran leiden.

Weitere mögliche Gründe:

Die Eltern müssen oft clever und geduldig sein, wenn das Kind wieder „ich mag das nicht“ schreit. Es ist dann aber auch wenig hilfreich, wenn sie sagen: „du isst das jetzt, weil ich es dir sage“.

Aber was können die Eltern dann machen, um das Kind zum Essen zu animieren?

Kinder imitieren ihre Eltern

Vermeidende/restriktive Essstörung und die Eltern

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen, die von den Kindern nachgeahmt werden. Auch ältere Geschwister spielen dabei eine wichtige Rolle. Wenn die Vorbilder viele Dinge nicht essen, wird das Kind das auch nicht wollen. 

Es ist wichtig, dem Kind immer wieder Neues zum Probieren zu geben und auch selbst einer vielseitigen Ernährung gegenüber offen zu sein. Essen soll Spaß machen. Koche mit deinem Kind und bereite die Speisen schmackhaft zu, sodass dein Kind auch mit den Augen mitessen kann.

  • Jacobi, C., Morris, L., Beckers, C., Bronisch-Holtze, J., Winter, J., Winzelberg, A. J., & Taylor, C. B. (2005). Reduktion von Risikofaktoren für gestörtes Essverhalten: Zeitschrift Für Gesundheitspsychologie. https://doi.org/10.1026/0943-8149.13.2.92
  • Herpertz-Dahlmann, B., Bühren, K., & Seitz, J. (2011). Kindliche und adoleszente Anorexia nervosa. Der Nervenarzt. https://doi.org/10.1007/s00115-010-3231-1