Welche Medikamente helfen bei einem krankhaften Angstzustand?

Zwar sind die Grenzen fließend, doch man könnte von einem krankhaften Angstzustand sprechen, wenn dadurch der Alltag beeinträchtigt wird. Es handelt sich um eine psychische Störung, die immer häufiger auftritt.

Angst ist eine natürliche Reaktion auf ein physisches oder psychisches Erlebnis, das Gefahr bedeutet oder zumindest so interpretiert wird. Extreme oder krankhafte Angstzustände müssen behandelt werden, denn sie können das Leben sehr negativ beeinflussen. Heute gehen wir der Frage nach, welche Medikamente bei einem krankhaften Angstzustand helfen können.

Zwar sind die Grenzen fließend, doch man könnte von einem krankhaften Angstzustand sprechen, wenn dadurch der Alltag beeinträchtigt wird. Es handelt sich um eine psychische Störung, die immer häufiger auftritt.

Die Anzahl an Patienten mit Depressionen und Angstzuständen ist zwischen 1990-2013 von 416 auf 615 Millionen gestiegen. Es werden zwei ARten von Angstzuständen unterschieden, die unterschiedlich behandelt werden:

  • Angstzustände mit Panikattacken, sozialen Ängsten und Phobien
  • Allgemeine Angstzustände ohne eindeutige Ursache 

Wie kann man einen krankhaften Angstzustand behandeln?

behandlung gegen einen krankhaften angstzustand

Beruhigungsmittel können die Symptome der Angst lindern oder unterdrücken, ohne eine sedative Wirkung zu haben oder den Patienten schläfrig zu machen.

Benzodiazepine werden sehr häufig gegen Angst verwendet, denn sie haben nur ein geringes Risiko für den Patienten. Allerdings kann eine höhere Dosis schläfrig machen. Bei der Verabreichung dieser Medikamente müssen allerdings Nebenwirkungen berücksichtigt werden, zum Beispiel Amnesie, Abhängigkeit oder eine gestörte Koordination.

Normalerweise wird eine kombinierte Therapie mit psychologischer Behandlung empfohlen.

Es gibt immer mehr Arzneimittel und Psychopharmaka auf dem Markt, die auf die Psyche des Menschen einwirken und mit denen man folglich einen krankhaften Angstzustand behandeln kann. Wir sehen uns anschließend die wichtigsten davon etwas genauer an.

1. Benzodiazepine

Benzodiazepine sind verschreibungspflichtige Arzneimittel, die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden. 1957 wurde die Substanz Chordiazepoxid synthetisiert und ab 1961 als Arzneimittel auf dem Markt angeboten.

Diese Medikamente wirken durch selektive Bindung des hemmenden Neurotransmitters  Gamma-Amino-Buttersäure (GABA). Sie beeinflussen auch andere Neurotransmitter wie Noradrenalin, Acetylcholin und Serotonin, was sich auf das Gedächtnis, die Koordination, die Aufmerksamkeit und auch auf das Gefühlsleben auswirkt.

Diese Medikamente machen müde, wirken muskelentspannend und krampflösend. Sie werden häufig bei akuten krankhaften Angstzuständen eingesetzt und haben ihre Wirksamkeit bei Panikattacken bewiesen. Darüber hinaus werden sie auch bei Epilepsie eingesetzt.

Es gibt verschiedene Arten von Benzodiazepinen: 

  • Kurz wirksame Benzodiazepine: Midazolam, Triazolam
  • Mittellang wirksame Benzodiazepine: Alprazolam, Bromazepam, Lorazepam, Lormetazepam
  • Lang wirksame Benzodiazepine: Clobazam, Clorazepat, Diazepam, Chlordiazepoxid

Diese Medikamente werden vom Körper schnell absorbiert. Sie können allerdings in Kombination mit  Psychopharmaka, Alkohol, Schlafmitteln, Opiaten und antiallergenen Medikamenten Wechselwirkungen auslösen. Bei älteren Menschen muss die Dosis besonders genau eingestellt werden, um die Ansammlung der Substanzen im Körper zu vermeiden.

Älteren Menschen wird oft Lorazepam, Oxazepam oder Temazepam verabreicht.

Die häufigsten Nebenwirkungen dieser angstlösenden Medikamente sind:

  • Schläfrigkeit
  • Verwirrung
  • Gedächtnisschwund
  • Verlust der Koordination

Darüber hinaus können alle Benzodiazepine zu einer höheren Toleranz und Abhängigkeit führen. Dann muss die Dosis erhöht werden, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Es empfiehlt sich deshalb, am Ende der Behandlung die Dosis schrittweise zu reduzieren.

medikamente die gegen die krankhaften Angstzustand helfen

Eine akute Überdosierung von Benzodiazepin ist weniger gefährlich als bei anderen Beruhigungsmitteln. Allerdings könnte diese zu einer stark verlangsamten Atmung führen. Dann wird typischerweise Flumazenil verwendet. Ärzte verwenden dieses Arzneimittel auch bei Alkoholvergiftungen.

Buspiron

Buspiron ist ebenfalls ein angstlösendes Arzneimittel, das in den Stoffwechsel des Neurotransmitters Serotonin eingreift. Dieses Medikament wird bei allgemeinen Angststörungen, jedoch nicht bei Phobien oder sozialen Ängste verwendet. Es wirkt nicht beruhigend, krampflösend oder muskelentspannend.

Es sind nur wenige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Unruhe. Im Gegensatz zu Benzodiazepin wirkt dieses Arzneimittel erst nach einigen Wochen.

Antidepressiva gegen einen krankhaften Angstzustand

Diese Beruhigungsmittel wirken gegen allgemeine Angststörungen, soziale Ängste und Phobien. Trizyklische Antidepressiva und Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) haben mehr Nebenwirkungen, können jedoch auch verwendet werden.

Zusätzlich werden folgende Medikamente häufig gegen Angstzustände verwendet:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin oder Sertralin
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wie Venlafaxin oder Duloxetin

Antiepileptika

Auch Antiepileptika wie Gabapentin, Pregabalin, Valproat und Levetiracetam werden zur Behandlung von allgemeinen Angststörungen verwendet.

Atypische Antipsychotika

Darüber hinaus können verschiedene atypische Antipsychotika wie Olanzapin, Risperidon, Quetiapin und Ziprasidon in der Behandlung bestimmter Formen von Angstzuständen wirksam sein. Sie werden auch bei allgemeinen Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen verwendet.

Betablocker

Auch Betablocker wie Propranolol werden in der Behandlung bestimmter Formen von Angstzuständen eingesetzt. Damit können insbesondere körperliche Symptome wie Schwitzen, Zittern und Bluthochdruck verbessert werden.

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