Was ist die Addison-Krankheit?

22 August, 2019
Die Addison-Krankheit kann in jedem Alter auftreten, doch meist sind davon Menschen um die 40 betroffen. Die Diagnose ist nicht einfach. Erfahre heute mehr über diese Krankheit und wie sie diagnostiziert wird. 

Die Addison-Krankheit oder Morbus Addison ist eine Erkrankung der Nebennierenrinde, die relativ selten auftritt. Die Inzidenz liegt bei 0,83 pro 100.000 Menschen. Die Prävalenzrate, das heißt die Krankheitshäufigkeit liegt im Allgemeinen bei vier bis sechs Fällen in einer Bevölkerungsgruppe von 100.000 Personen.

Früher war Tuberkulose die häufigte Ursache für diese Störung der Nebennierenrinde. Inzwischen wird jedoch Tuberkulose in vielen Ländern besser kontrolliert, deshalb liegen meist idiopathische, das heißt unbekannte Ursachen zugrunde. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der der eigene Organismus die Organe angreift.

Zwar können typische Symptome in jedem Alter auftreten, doch zwischen 30 und 80 Jahren kommt es häufiger dazu. Insbesondere sind davon Menschen um die 40 betroffen. Wie bei vielen endokrinologischen Krankheiten erkranken Frauen häufiger als Männer daran.

Ursachen für Morbus Addison

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Erkrankung der Nebennierenrinde. Diese Hormondrüsen, die sich auf beiden Seiten der Nieren befinden, werden in zwei Bereiche unterteilt:

  • Das Nebennierenmark, oder der innere Bereich der Drüse, der für die Bildung von Hormonen verantwortlich ist (z.B. für das Stresshormon Adrenalin).
  • Die Nebennierenrinde, das heißt der äußere Bereich der Hormondrüse, der die Funktion übernimmt kortikosteroide Hormone zu bilden. Dazu gehören folgende:
    • Glukokortikoide: Das wichtigste davon ist Cortisol, das im Stoffwechsel, bei Entzündungsprozessen und bei der Antwort auf Stress eine Rolle spielt.
    • Mineralkortikoide: Zum Beispiel Aldosteron, welches den Natrium- und Kaliumhaushalt reguliert.
    • Androgene, das heißt männliche Sexualhormone.

Bei der Addison-Krankheit kommt es zu einer Zerstörung des Gewebes der Nebennierenrinde. In der Folge verfügt der Organismus nicht über ausreichend Cortisol und Aldosteron. Dies wiederum führt zu typischen Symptomen, die durch den Hormonmangel entstehen. 

Ursachen für die Zerstörung des Gewebes der Nebennierenrinde können folgende sein:

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Morbus Addison: Symptome

Die Symptome der Addison-Krankheiten treten meist schleichend auf. Allmählich äußern sich verschiedene Anzeichen, die jedoch eine Diagnose sehr schwer machen. Manche der Symptome sind denen verschiedener anderer Krankheiten sehr ähnlich und können deshalb oft nicht richtig identifiziert werden.

Wenn allerdings die Diagnose nicht frühzeitig stattfindet, kann sich die Krankheit verschlimmern. Dadurch kann das Leben der Betroffenen gefährdet sein. Zu den häufigsten Symptomen zählen folgende.

Es kann zu akuten Krankheitsschüben kommen, bei denen mehrere der genannten Symptome plötzlich auftreten. Die Addison-Krise ist lebensbedrohlich und muss sofort therapiert werden. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall.

Addison im Krankhenhaus behandeln

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Morbus Addison: Diagnose und Behandlung

Diese Erkrankung der Nebennierenrinde wird durch eine Hormonanalyse diagnostiziert. Dabei werden der Cortisolspiegel sowie die Werte des Hormons ACTH (Adrenocorticotropin) im Blut am frühen Morgen bestimmt. Bei Addison-Patienten sind die ACTH-Werte zu hoch und der Cortisolspiegel zu niedrig.

Man kann das natürliche Cortisol mit künstlichem ACTH stimulieren und dann die Blutwerte messen. Bei Personen mit Morbus Addison erhöht sich dadurch der Cortisolspiegel nicht. 

Bei Verdacht solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen und deinen Cortisolspiegel im Blut untersuchen lassen. Wenn die Ergebnisse keine präzisen Resultate liefern, sollte der Stimulationstest mit ACTH durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Zusätzlich zu dieser ätiologischen Untersuchung wird der behandelnde Arzt auch andere biochemische Paramiter analysieren lassen, die durch die Krankheit beeinträchtigt sein könnten.

Diagnose Addison

Sobald die Diagnose vorliegt, kann mit der Behandlung begonnen werdenDabei erhält der Patient synthetische Hormone, um den Mangel auszugleichen. Normalerweise werden synthetische Glukokortikoide verschrieben, um das Cortisol zu ersetzen. Der Mangel an Androgenen wird beispielsweise durch die Einnahme von Dehydroepiandrosteron (DHEA) ausgeglichen.

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  • Napier C, Pearce SH. Current and emerging therapies for Addison’s disease. Curr Opin Endocrinol Diabetes Obes. 2014;21(3):147-153. PMID: 2475599
  • Quinkler M, Hahner S. What is the best long term management strategy for patients with primary adrenal insufficiency? Clin Endocrinol (Oxf). 2012 Jan;76(1):21-5.