Warum Körperkontakt für dein Baby so wichtig ist

Körperkontakt ist sowohl für die Gesundheit als auch für das Wohlbefinden deines Neugeborenen sehr wichtig. Oft weinen Babys, weil sie zur Mutter wollen. Und dann ist es auf jeden Fall am besten, deinem Instinkt zu folgen und dein Kleines auf den Arm zu nehmen.
Warum Körperkontakt für dein Baby so wichtig ist

Geschrieben von Thady Carabaño

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Mein Baby will seit seinem ersten Atemzug ständig auf meinem Arm sein“. Das hört man von fast allen Müttern. Viele sagen es begeistert, andere eher überrascht. Doch oft folgen wir nicht unserem Instinkt, das Baby dann einfach zu umarmen. Stattdessen hören wir auf Ratschläge anderer Mütter oder Spezialisten, die vor zu viel Körperkontakt abraten.

Ein Neugeborenes weiß bei der Geburt vielleicht noch nicht, wer seine Mutter ist. Jedoch werden von seinem ersten Atemzug instinktiv bestimmte Sensoren aktiviert.

Diese ermöglichen es dem Baby, zu überleben. So findet es den Weg hin zur Brust der Mutter, wo die lebenserhaltende Nahrung wartet.

Das Baby verbringt neun Monate im Mutterleib. Und auch nach der Geburt ist es noch völlig unselbstständig. Es ist ganz auf die Mutter angewiesen, um zu überleben.

Diese Bindung stellt die Garantie für sein Wohlbefinden dar. Das beginnt bei der Geburt und dauert solange, bis das Kind seine Reife erlangt hat. Und Liebe ist dabei die tragende Kraft für das (Über-)Leben.

Warum Körperkontakt für dein Baby so wichtig ist

Mit Liebe halte ich dich fest, mein Kind. Ich nehme dein lebendiges Licht wahr und deinen Atem. Jedes kleinste Teil von dir flößt mir Zärtlichkeit ein und erobert mein Herz.

Zu solchen Worten würde sich vielleicht eine der begeisterten Mütter inspirieren lassen. Und doch üben wir oft Zurückhaltung beim Körperkontakt und halten unser Baby nicht “mit Liebe fest”.

Vielmehr lassen wir uns häufig von bestimmten Meinungen beeinflussen. Und diese besagen, dass man das Baby nicht jedes Mal, wenn es weint, auf den Arm nehmen soll.

Mutter hält Baby auf dem Arm - Körperkontakt

Es heißt oft, dass das Baby lernen würde, uns zu manipulieren, wenn man es jedes Mal auf den Arm nimmt, wenn es weint.

Außerdem würde so seine zukünftige Fähigkeit zur Unabhängigkeit beeinträchtigt.

Als ob ein Neugeborenes überhaupt verstehen könnte, was Manipulation oder Unabhängigkeit ist!

Kleinkinder sind Säugetiere. Und als solche hängen sie davon ab, dass die Mutter da ist. Nur so können sie überleben und wachsen.

Liebe ist der beste Weg, eine emotionelle Bindung zu deinem Baby zu schaffen. Und auch, um seine gute Entwicklung zu fördern.

Dein Kind will immer Körperkontakt haben. Denn dieser bedeutet Zuneigung. Das gehört zu den elementaren Bedürfnissen deines Babys, genauso wie Ernährung oder Hygiene.

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Dein Baby braucht Körperkontakt

Nach der Geburt braucht das Baby mindestens noch weitere neun Monate die Nähe seiner Mutter. Denn es muss sich erst noch an das Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnen. Und nur so kann seine gesunde Entwicklung gewährleistet werden.

Die ersten neun Monate seines Lebens hat das Baby im engsten Körperkontakt mit seiner Mutter verbracht. Und auch die zweiten neun Monate braucht es nun so viel wie möglich davon.

Das Baby erkennt die mütterliche Liebe durch Nähe und Körperkontakt. Dein Kleines weint nicht nur aus Hunger oder Müdigkeit oder weil die Windel schmutzig ist.

Es will immer auf deinem Arm sein, weil es über die Haut die Mutterliebe wahrnimmt. Darüber hinaus folgt es dabei einfach seinem Instinkt.

Mutter mit Kind - Körperkontakt

Doch nicht nur das Baby folgt seinem Instinkt. Auch bei uns Müttern weckt das Neugeborene natürlich Instinkte. Zum Beispiel den, Körperkontakt zu unserem Kleinen zu suchen.

Aber dennoch sind wir in der Lage, diese ureigenen Gefühle in uns quasi auszuschalten. Und stattdessen auf bestimmte Meinungen zu hören. Oder gewisse Theorien bestätigen zu wollen. Oder vielleicht auch einfach, um das Arbeitsleben wieder aufzunehmen. Dennoch wird dein Baby weiterhin nach Körperkontakt zur Mutter verlangen.

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In unserer heutigen Gesellschaft ist der Konsens oft dieser: Das Baby soll allein in einem Zimmer schlafen. Außerdem muss es zu bestimmten Uhrzeiten gestillt werden. Und es darf nicht jedes Mal auf den Arm, nur weil es weint.

Doch all dies tun wir und übersehen dabei etwas ganz Wichtiges: Dieses kleine Wesen hat neun Monate lang in unserer Gebärmutter verbracht. Dort hat es ganz nah an unserem Herzen geschlafen.

Es hat ständig über die Nabelschnur Nahrung erhalten. Und wir waren immer bei ihm.

Der Mangel an Körperkontakt

In den 1940er Jahren führte Dr. Rene Spitz, ein österreichischer Psychoanalytiker, eine Studie durch.

In dieser kam er zu dem Schluss, dass das Massensterben von Babys in Waisenhäusern auf mangelnde Liebe zurückzuführen ist.

Er verglich zwei Gruppen von Babys. Auf der einen Seite solche, die isoliert in ihren Bettchen in einem Krankenhaus lagen. Auf der anderen Seite Neugeborene, die von ihren eigenen Müttern in einem Gefängnis umsorgt wurden.

Die von ihren Müttern umsorgten Babys wuchsen trotz des Umstandes, dass sie sich im Gefängnis befanden, schneller und waren gesünder.

Die isolierten Babys hingegen wiesen körperliche und geistige Defizite auf. Diese Neugeborenen hatten keinen Körperkontakt zu ihren Müttern und auch nicht deren Fürsorge.

Am Ende der Studie hatten tragischerweise 37% der Babys in den Waisenhäusern nicht überlebt.

Spitz’ These wurde jahrzehntelang scharf kritisiert und in Frage gestellt. Doch dann veröffentlichte im Jahr 2007 die Zeitschrift “Science” einen in Rumänien verfassten Artikel. Dieser wollte die Richtigkeit von Spitz’ Theorie beweisen.

Eltern und ihr Baby - Körperkontakt

Diese neue Studie berücksichtigte die Kritiken an der österreichischen Studie. Dennoch kam auch sie zum gleichen Ergebnis: Liebe ist fundamental für das Wohlbefinden und die Entwicklung des Babys.

Diejenigen Neugeborenen, die in rumänischen Waisenhäusern aufwuchsen und denen die Nähe der Mutter fehlte, hatten mehr Wachstumsprobleme und weniger Überlebenschancen als Kinder in Pflegefamilien.

Liebe ist etwas ganz Natürliches

So wie mein Baby immer auf meinem Arm sein will, so will auch ich es immer bei mir haben.” Das sind die Worte einer Mutter, die ihr Kind mit viel Körperkontakt aufziehen will. Sie hat ihr Neugeborenes eng bei sich, weil es für sie so ganz natürlich ist.

Natürlich ist es richtig, dass wir keine Kinder aufziehen wollen, die unselbstständig sind oder die nicht in der Lage sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Deshalb ist es manchmal schwierig für uns, abzuwarten, dass jede Phase des Reifungsprozesses abgeschlossen ist. Denn wir leben in einer Welt, die sich sehr schnell bewegt. Und ob es uns gefällt oder nicht, dadurch beschleunigen wir selbst das Wachstum unserer Kinder.

Gerade die ersten neuen Monate nach der Entbindung sind wichtig für dein Baby. Denn diese Zeit bereitet es sich auf seinen Weg in die Selbstständigkeit vor.

Ein Weg, der erst im Alter von 2 Jahren wirklich beginnt. Und der erst nach dem Durchlaufen verschiedener Etappen der Unabhängigkeit in Kindheit und Jugend, etwa 15 oder 18 Jahre später endet.

Wenn du stets Körperkontakt zu deinem Baby hast, ist das der beste Weg, um zu erreichen, dass dein Kind sich geliebt fühlt. Und ein geliebter Mensch ist glücklich.

Es gibt keine Grenzen, um Liebe auszudrücken. Oder es sollte zumindest keine geben, wenn wir in einer besseren Welt leben wollen.


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