Verletzung der Aorta

3 Oktober, 2019
Aus Studien geht hervor, dass im Falle einer Verletzung der Aorta nur 15 % der Betroffenen das Krankenhaus lebend erreichen. Die Sterblichkeitsrate beträgt nach drei Monaten ohne entsprechende Behandlung 90 %.

Die Verletzung der Aorta ist ein gefährlicher Notfall, der leider allzu oft tödlich verläuft. Zu einem Aortariss kann es nach einem stumpfen oder penetrierenden Thoraxtrauma kommen. In diesem Fall zählt jede Sekunde, um das Leben der betroffenen Person zu retten. Es handelt sich glücklicherweise um eine selten auftretende Verletzung.

16 bis 40 % der Todesfälle in situ durch innere Verletzungen sind auf eine Verletzung der Aorta zurückzuführen. Dieser Prozentsatz wird nur durch Schädel-Hirn-Traumata übertroffen. Damit einher gehen schwere Verletzungen des Zentralnervensystems und Herzbeschwerden. Es handelt sich deshalb um die häufigste Ursache für plötzliche und unerwartete posttraumatische Todesfälle.

Was die Ätiologie der Aortenverletzung anbelangt, stehen Verkehrsunfälle an erster Stelle. Auch Stürze sind häufig die Ursache, insbesondere wenn der Aufprall seitlich erfolgt.

Nur 15 % der Patienten mit einer Verletzung der Aorta erreichen das Krankenhaus noch lebend. Die Sterblichkeit beträgt ohne entsprechende Behandlung in den ersten drei Monaten 90 %. Die Überlebenschancen hängen vom Schweregrad der Verletzung, den damit einhergehenden Beschwerden sowie der Behandlung ab. Auch der Zeitfaktor spielt eine wichtige Rolle, denn es handelt sich um einen akuten Notfall.

Verletzung der Aorta: Klassifizierung

Verletzung der Aorta: Klassifizierung 

Meist werden Verletzungen der Aorta in drei Schweregrade unterteilt, die unterschiedliche Behandlungen erfordern:

  • Grad I: Verletzungen, die mit Arzneimittel wie Betablockern therapiert werden können. Die ärztliche Überwachung ist notwendig, bis sich die Situation stabilisiert oder bis zur Genesung des Patienten.
  • Grad III: Verletzungen, die einen sofortigen chirurgischen Eingriff erfordern. Dazu zählen beispielsweise ein Aortariss oder einem Pseudoaneurysma, bei dem sekundäre Anzeichen auf eine schwere Verletzung vorhanden sind.

Der zweite Schweregrad umfasst Verletzungen, die beispielsweise durch tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) ausgelöst werden. Die Behandlung hängt in diesem Fall von anderen Parametern ab; zum Beispiel von der Stabilität der Verletzung, der Abwesenheit sekundärer Anzeichen, die auf den Schweregrad hinweisen, und andere vorhandene Verletzungen.

Diese einfache Klassifizierung ermöglicht es Ärzten, sich mit einer standardisierten Sprache zu verständigen. 

Verletzung der Aorta: Symptome

Die Symptome, an denen der Patient leidet, beeinflussen die Wahl der Behandlung. Hervorzuheben sind Anzeichen für eine ernste Verletzung und das Konzept der Stabilität über die Zeit.

Sekundäre Anzeichen einer schweren Verletzung sind:

  • Pseudokoarktation: Eine Anomalie der Aorta.
  • Schwere Hämatome
  • Massives lines Hämatothorax
  • Größe des Pseudoaneurysma oder Verletzung von über 50 % des Umfangs.

Es handelt sich um Faktoren, welche den Grad der Verletzung erhöhen. Deshalb ist eine dringende Behandlung erforderlich, während die Abwesenheit dieser Faktoren eine Wahlbehandlung zulässt. Ein anderer Faktor mit derselben Bedeutung ist eine Hypotonie, die Behandlung erfordert.

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Verletzung der Aorta: Diagnose

Wie wird eine Verletzung der Aorta diagnostiziert?

In den letzten Jahren haben sich die Diagnosemöglichkeiten stark entwickelt, was auch die Diagnose und Behandlung einer Aortenverletzung vereinfacht. Die technologischen Fortschritte ermöglichen eine Multidetektor-Computertomographie sowie die endovaskuläre Aortenreparatur (EVAR). 

Damit bleiben einerseits kleine Verletzungen nicht unerkannt und andererseits kann die Sterblichkeitsrate reduziert werden, wenn diese direkt mit der Wahl des Verfahrens und dem Zeitpunkt der Behandlung zusammenhängt.

Die natürliche Entwicklung von Aortenverletzungen hängt von unterschiedlichen Variablen ab, wobei der Schweregrad einen entscheidenden Faktor darstellt. Doch es ist nicht der einzige, der die Notwendigkeit  und den besten Zeitpunkt bestimmt, um eine reparierende oder konservative Behandlung einzusetzen.

Wir sprechen also von einer Revolution in der Diagnosetechnik zur Bestimmung einer Aortenverletzung. Diese erfolgt nach den ersten Anzeichen, die auf einem Thoraxröntgenbild sichtbar sind, bis minimale Intimaschäden identifiziert werden, die zuvor versteckt blieben, da sie nicht immer von einem Mediastinalhämatom begleitet werden.

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Behandlung einer Aortenverletzung

Es gibt derzeit drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Ärztliche Behandlung mit Betablockern, Calciumkanalblockern und Vasodilatatoren, um den Blutdruck zu reduzieren in Kombaination mit Thrombozytenaggregationshemmern/Antikoagulantien.
  • Endovaskuläre Aortenreparatur
  • Reparatur durch eine offene Operation

Jeder dieser Eingriffe kann als Notfallsmaßnahme, halbselektive oder programmierte Behandlung durchgeführt werden. Was die endovaskuläre Aortenreparatur anbelangt, die in den letzten Jahren entwickelt wurde, wurden durch neue Technologien große Fortschritte erzielt: Im Vergleich mit einer offenen Operation erfordert diese Technik weniger Zeit im Operationssaal, weniger Transfusionen und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Diese Daten legen nahe, dass diese Methode gewählt wird, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind (beispielsweise auch bei Kindern mit einer thorakalen Verletzung der Aorta).

  • Revista, & De. (2007). Estenosis aortica. Revista Argentina de Cardiologia.
  • Alva, C., Gómez, F. D., & Gutiérrez, L. Y. (2006). Estenosis valvular aórtica congénita. Actualización del tratamiento. Archivos de Cardiologia de Mexico.
  • Cuenca-Manteca, J., Salmerón-Febres, L. M., Rodríguez-Carmona, R. B., Sellés-Galiana, F., Ramos-Gutiérrez, V. E., Linares-Palomino, J. P., & Ros-Díe, E. (2006). Reparación endovascular de la rotura aórtica torácica en traumatismos cerrados. Presentación de dos casos. Angiologia. https://doi.org/10.1016/S0003-3170(06)75012-X