Umgang mit Depressionen: 5 Tipps

14 Juli, 2020
Eine nicht kontrollierte Depression kann die Lebensqualität signifikant beeinträchtigen. Deshalb sind zusätzlich zu anderen Maßnahmen gesunde Lebensgewohnheiten wichtig, um die Symptome zu lindern.

Zur Behandlung einer Depression stehen verschiedenste Therapien zur Verfügung, die je nach Ausmaß und individueller Situation der betroffenen Person gewählt werden. Der Umgang mit Depressionen wird zusätzlich mit gesunden Lebensgewohnheiten erleichtert.

Eine Kombination von Arzneimitteln, psychologischen Therapien und Veränderungen des Lebensstils ist in der Behandlung einer Depression sehr wichtig. Verschiedene ergänzende Therapien und Gewohnheiten können den Umgang mit Depressionen zusätzlich vereinfachen. 

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung mit Stimmungsschwankungen, Traurigkeit über einen längeren Zeitraum und dem Mangel an Interesse für tägliche Aktivitäten. Betroffene verlieren die Hoffnung und sind lustlos.

Die Anxiety and Depression Association of America berichtet, dass jedes Jahr rund 15 Millionen US-Amerikaner daran leiden. Besonders besorgniserregend ist, dass viele die Erkrankung durch Depressionen unterschätzen und keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. In der Folge kommt es häufig zu ernsten Komplikationen oder auch zum Suizid.

Die Krankheit entwickelt sich bei jeder Person unterschiedlich, doch im Allgemeinen wirkt sie sich sehr negativ auf den Beruf und auf soziale Beziehungen aus. Außerdem können Depressionen Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und verschiedene chronische Leiden auslösen.

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Umgang mit Depressionen: Strategien, die helfen können

Die Diagnose ist grundlegend, und zwar je früher, desto besser. Denn dadurch verbessert sich die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung. Nach der fachärztlichen Untersuchung und Diagnose einer Depression, sind zusätzlich zur ärztlichen Behandlung weitere Strategien wichtig:

1. Regelmäßige sportliche Betätigung zum besseren Umgang mit Depressionen

Regelmäßige sportliche Betätigung zum besseren Umgang mit Depressionen
Sport verbessert den Gemütszustand und das Wohlbefinden auf physischer und mentaler Ebene.

Sport ist eine ausgezeichnete Gewohnheit zur Förderung der mentalen Gesundheit. Aus Daten der Mayo Clinic geht hervor, dass sportliche Aktivitäten einen signifikanten Beitrag in der Behandlung und Vorsorge von Depressionen leisten.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass dabei Endorphine entstehen, die das Wohlbefinden fördern. Außerdem wirkt sich Sport beruhigend aus und reduziert Chemikalien des Immunsystems, die sich negativ auf den depressiven Zustand auswirken.

Besonders empfehlenswerte Bewegungsformen sind:

  • Yoga oder Tai chi
  • Pilates
  • Gymnastik
  • Kickboxing
  • Radfahren
  • Schwimmen

2. Starke Beziehungen aufbauen

Depressive Patienten benötigen kontinuierlich Unterstützung. Deshalb ist es für sie besonders wichtig, starke Beziehungen aufzubauen, um den Umgang mit Depressionen zu erleichtern. Qualitätszeit mit einem geliebten oder nahestehenden Menschen ist wesentlich, um Traurigkeit und negative Gedanken zu vertreiben.

3. Gute Schlafqualität, um den Umgang mit Depressionen zu erleichtern

Gute Schlafqualität, um den Umgang mit Depressionen zu erleichtern
Schlafmangel oder Schlafstörungen führen dich in einen negativen Kreislauf, der Stress und depressive Zustände verschlimmert.

Die Symptome der Depression können sich negativ auf die Schlafqualität auswirken. Doch eine schlechte Schlafqualität oder Schlafmangel haben wiederum negative Folgen auf das allgemeine Wohlbefinden und die Behandlung der Depressionen. Bei Menschen mit Schlafstörungen ist die Gefahr, an Depression zu erkranken 10 Mal größer als bei Personen, die eine erholsame Nachtruhe genießen.

Du solltest deshalb unbedingt verschiedene Maßnahmen treffen, um deine Schlafqualität zu verbessern. Diese Tipps können dir helfen:

  • Achte auf eine angenehme Umgebungstemperatur im Schlafzimmer.
  • Entferne alle Elemente, die deinen Schlaf beeinträchtigen könnten: Handy, Computer, Fernseher…
  • Meditiere vor dem Schlafengehen.
  • Versichere dich, ein bequemes, sauberes und ruhiges Schlafzimmer zu haben.
  • Verzichte auf stimulierende Getränke wie Alkohol und Kaffee.

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4. Gesunde Ernährung zum besseren Umgang mit Depressionen

Es gibt keine definitiven Beweise darüber, dass bestimmte Lebensmittel Depressionen auslösen können. Doch viele Studien konnten eine Beziehung zwischen der Ernährung und den Gehirnprozessen nachweisen, mit denen diese Störung kontrolliert werden kann. 

Ein Teil der Behandlung besteht deshalb in gesunden Ernährungsgewohnheiten wie:

  • Ausgeglichene Ernährung mit mageren Proteinen, Obst und Gemüse und gesunden Fetten.
  • Einschränkung von Zucker, gesättigten Fettsäuren und Fertigprodukten.
  • Konsum von Omega 3, einer Fettsäure die vor allem in Fettfisch, Trockenfrüchten und verschiedenen Samen zu finden ist.
  • Ausreichend Wasser und andere gesunde Getränke, wie zum Beispiel Kräuter- und Gewürztees.

5. Massagen, um den Umgang mit Depressionen zu erleichtern

Massagen, um den Umgang mit Depressionen zu verbessern 
Massagen wirken sich bei Müdigkeit sehr vorteilhaft aus und sorgen für tiefe Entspannung.

Zu den vielen alternativen Therapien zum besseren Umgang mit Depressionen gehören auch Massagen. Damit kann diese psychologische Krankheit zwar nicht geheilt werden, doch das Wohlbefinden der betroffenen Person verbessert sich und die physischen Symptome sind danach geringer. 

Therapeutische Massagen helfen bei Steifheit, Muskelschmerzen und Erschöpfung. Auch Patienten mit Schlafproblemen profitieren davon. Um die Wirkung zusätzlich zu verbessern, lohnen sich ätherische Öle mit antidepressiven Eigenschaften.

Leidest du oder ein Familienmitglied an einer Depression? Dann solltest du nicht daran zweifeln, diese Ratschläge in die Praxis umzusetzen. Natürlich ist davor eine ärztliche Diagnose sehr wichtig. Vergiss nicht, dass die erwähnten Maßnahmen zusätzlich zur ärztlichen Behandlung sehr wichtig sind, diese jedoch keinesfalls ersetzen können.

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