Tägliche Ernährung bei Morbus Crohn

27 September, 2015
Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Krankheit, die schubweise verläuft. Da Milchprodukte und Stress diese Krankheit fördern, solltest du versuchen, beides zu meiden.

Mit Morbus Crohn zu leben ist nicht einfach. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Darmstörung, die chronisch und schubweise verläuft.

Es kommt immer wieder zu intensiveren und weniger intensiveren Schüben, deshalb verändert diese Krankheit das Leben der Betroffenen meist sehr stark. Die Ursache ist meist genetisch bedingt, gleichzeitig wird diese Krankheit auf Mikrobakterien oder Viren zurückgeführt, die das korrekte Funktionieren des Organismus verhindern.

Außerdem spielen Faktoren wie Angstzustände, Stress oder ein ungesunder Lebensstil eine bedeutende Rolle und können den Gesundheitszustand stark verschlechtern.

Gibt es eine adäquate Behandlung für Morbus Crohn? Noch gibt es keine Heilung für dieses Leiden, doch verschiedene Behandlungen können die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Meist werden Antibiotika und Kortikosteroide verschrieben, viele Patienten lassen sich früher oder später operieren, um kranke Teile des Darms zu entfernen.

Zusätzlich zu den ärztlich verschriebenen Behandlungen ist eine adäquate Ernährung ausschlaggebend. Deshalb gehen wir in diesem Beitrag näher auf die richtige Diät bei Morbus Crohn ein. Wir hoffen, dass dies für die Betroffenen hilfreich ist.

1. Vorbemerkung über die Ernährung bei Morbus Crohn

Ärzte weisen meist darauf hin, dass es bei Morbus Crohn und auch bei Colitis ulcerosa keine spezielle Diät gibt, die bei allen Betroffenen gleich gut wirkt.

Jede Person ist anders und auch das Krankheitsbild variiert. Deshalb muss jeder Betroffene im Alltag selbst herausfinden, was bei ihm am besten wirkt. Dabei sollten folgende Aspekte berüchsichtigt werden:

  • In manchen Jahresabschnitten ist die Krankheit nicht so intensiv, die Symptome lindern sich und die Betroffenen können mehr Nahrungsmittel zu sich nehmen, ohne dass diese negative Auswirkungen haben. Doch wenn der Schmerzen, Schwellungen oder Durchfall erneut auftreten, dann muss auch die Ernährung verändert werden.
  • Beobachte deinen Körper, sei dir darüber bewusst, wie du auf die unterschiedlichen Nahrungsmittel reagierst. Manchmal kann dir beispielsweise Reis zum Frühstück wohl bekommen, an anderen Tagen verträgst du diesen überhaupt nicht.

Du denkst, dass das Getreide daran schuld ist und streichst es aus deiner Diät. Du solltest dabei jedoch auch beachten, welche Gewürze du verwendet hast, um den Reis zuzubereiten. Manche Gewürze oder Farbstoffe können zu starken Irritationen führen.

  • Wenn du an Morbus Crohn leidest, tritt die Unverträglichkeit eines Nahrungsmittels meist eine halbe bis zwei Stunden nach dem Verzehr auf. Sobald die Nahrung im Darm ankommt, reagiert dieser unmittelbar.

In diesem Beitrag findest du noch mehr Wissenswertes über diese Krankheit: Morbus Crohn – Symptome und Behandlungsmethoden

  • Es empfiehlt sich, kleine Mengen zu sich zunehmen, dafür jedoch öfters über den Tag verteilt. Du solltest also auf üppige und voll beladene Teller verzichten. Die Reaktion im Darm ist geringer oder nicht spürbar, wenn kleinere Portionen gegessen werden.
  • Es ist auch wichtig, die Nahrung gut zu kauen und nach dem Essen eine halbe bis eine Stunde zu ruhen.

Versuche auch, Stress in Grenzen zu halten und dich nicht zu überarbeiten. Du solltest ein ruhiges Leben führen!

2. Ernährung bei Morbus Crohn

Papaya-Samen

Getränke

  • Tee und Kaffee solltest du meiden, da diese den Darm reizen können.
  • Auch auf starke alkoholische Getränke solltest du verzichten.
  • Vergiss nicht regelmäßig Wasser zu trinken, in kleinen Mengen über den ganzen Tag verteilt.
  • Kamillentee kann sehr hilfreich sein, da er entzündungshemmend und entspannend wirkt.
  • Auch Pfefferminztee kann große Erleichterung bringen.
  • Ananassaft kann dir helfen, die Nahrung besser zu verdauen.

Wir empfehlen auch folgenden Beitrag: Hausmittel gegen Colitis ulcerosa

Die Tagesdosis an Calcium und Proteinen beachten

Aufgrund der Entzündungen, Durchfall und durch andere Immunbeschwerden, die durch Morbus Crohn verursacht werden, ist es wichtig, ausreichend Calcium und Proteine einzunehmen.

Beachte dabei folgende Empfehlungen:

  • Milchprodukte werden bei dieser Krankheit meist nicht gut vertragen, da sie Entzündungen fördern. Deshalb empfiehlt es sich, diese durch Calcium-angereicherte Reismilch zu ersetzen.
  • Versuche es auch mit Tofu und achte darauf, wie dein Körper darauf reagiert. Wenn du Tofu gut verträgst, solltest du diesen regelmäßig in deinen Speiseplan einbauen, da er reich an Calcium und pflanzlichen Proteinen ist.
  • Auch mit Schinken kannst du es versuchen. Er enthält Proteine, jedoch nicht so viel Fett wie rotes Fleisch. Du benötigst gute Proteinquellen, deshalb solltest du es auch mit magerem Fleisch, wie Hühnerfleisch oder Truthahn versuchen, jedoch nie frittiert!
  • Auch Hühnereier sind sehr zu empfehlen.
  • Thunfisch, Makrelen und Sardinen sind ebenfalls ausgezeichnete und sehr gesunde Proteinquellen, die meist gut verträglich sind.

Obst

  • Probiere Quitten,
  • Äpfel (gebratene Äpfel oder Marmelade, jedoch ohne Zucker!),
  • Birnen,
  • Papaya und
  • Bananen (beobachte, ob dir diese gut tun).

Gemüse, das du vertragen könntest

  • Spargel,
  • Endivie,
  • Süßkartoffeln,
  • Gurken,
  • Karotten,
  • gekochte Kartoffeln,
  • Sellerie,
  • Artischocken und
  • Auberginen.

Vitaminzusätze, die hilfreich sein können

Entzündungshemmendes-Getränk

Patienten mit Morbus Crohn sind in bestimmten Jahresabschnitten sehr häufig geschwächt, da sie an Infektionen und Darmstörungen leiden. Deshalb ist es wichtig, den Organismus mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen.

Es empfiehlt sich (immer nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt) folgende Nahrungsergänzungsmittel, die es in der Apotheke gibt, einzunehmen:

  • Folsäure
  • Zink
  • Nachtkerzenöl und Leinöl (Quelle natürlicher Mineralstoffe).

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Was du vermeiden solltest

  • Hülsenfrüchte, die reich an löslichen Ballaststoffen sind.
  • Getreidekleie, da diese Irritationen hervorrufen kann.
  • Auch auf Süßigkeiten solltest du verzichten.
  • Vermeide stark gewürzte Gerichte.
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