Reizdarm-Symptome bei Frauen

· 6 Februar, 2015
Der Gemütszustand kann die Verdauungsgesundheit stark beeinflussen. Bei Stress leidet auch der Darm, in ruhigeren Zeiten entspannt er sich.

Es gibt einige Reizdarm-Symptome, auf die du unbedingt achten solltest. Aus Statistiken geht hervor, dass fast 22% der Bevölkerung am Reizdarmsyndrom leidet oder irgendwann daran gelitten hat. Frauen sind häufiger von dieser Erkrankung betroffen. Die Ursachen sind nicht ausreichend erforscht, doch man geht davon aus, dass dieses Leiden mit Stressperioden und emotionalen Problemen zusammenhängt.

In diesem Artikel erfährst du mehr über die Reizdarm-Symptome, insbesondere bei Frauen.

Was ist das Reizdarmsyndrom (RDS)?

Unter Reizdarmsyndrom (RDS) versteht man die Kombination verschiedener funktioneller Darmerkrankungen. Dabei kommt es weder zu Infektionen noch zu physischen Veränderungen. Die Erkrankung hängt auch nicht mit Colitis oder Darmkrämpfen zusammen. Ein Arzt muss die entsprechende Diagnose stellen, wobei Frauen unter 35 Jahren am häufigsten an dieser Krankheit leiden.

Was sind die Ursachen für Reizdarm?

Reizdarm-Symptome und Ursachen

Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen noch immer nicht völlig geklärt. Oft handelt es sich um eine chronische Krankheit mit immer wiederkehrenden Ausbrüchen. Dabei kommt es zu Verdauungsschwierigkeiten, Störungen der Darmbewegungen usw. Der Darm wirkt fast wie ein zweites Gehirn, er ist ein Nervenzentrum und reagiert oft auf Ängste und Sorgen (auch wenn diese unbedeutend sind) mit Verdauungsstörungen.

Auch verschiedene Nahrungsmittel können Reaktionen verursachen und einen Reizdarm oder beispielsweise Hormonveränderungen auslösen. Dazu kommen genetische Faktoren. Es kommt häufig vor, dass diese Erkrankung von Müttern an ihre Töchter weitergegeben wird. 

Welches sind die Reizdarm-Symptome?

Reizdarm-Symptome: Bauchschmerzen

1. Bauchschmerzen

Bauchschmerzen bilden das Hauptsymptom. Diese treten insbesondere im unteren Bereich des Bauches auf einer Seit auf. Es kommt zu einem typischen Brennen, das zum Teil bis in die Lendengegend und die Beine ausstrahlen kann.

2. Schmerzhafte Menstruationen

Aus Statistiken geht hervor, dass Frauen mit besonders schmerzhaften Menstruationen (Dysmenorrhoe) gefährdeter sind, einen Reizdarm zu entwickeln. Dies kommt vor, wenn bestimmte Hormone bewirken, dass sich die Gebärmuttermuskeln stärker zusammenziehen.

Aus diesem Grunde leiden Frauen öfter an Reizdarm, ein Syndrom, das wie bereits erwähnt, oft vererbt wird.

3. Verstopfung und Durchfall

Verstopfung und Durchfall kommen sehr häufig vor. Manchmal vergehen Tage ohne einen Stuhlgang, und dann kommt es wieder zu unangenehmem Durchfall. Der Stuhlgang ist auch oft schmerzhaft, es besteht ein Völlegefühl und häufig kommt es zu Appetitlosigkeit oder Blähungen.

4. Emotionaler Zustand

Das Reizdarmsyndrom steht in enger Verbindung mit dem emotionalen Zustand der Betroffenen. Bei Stress und Angstzuständen kommt es vermehrt zu Darmproblemen. Je schlechter der seelische Zustand, umso mehr leidet auch der Darm. Sobald man wieder ruhiger wird, verbessert sich auch der Darmzustand.

Wer am Reizdarmsyndrom leidet weiß, dass es ähnlich wie bei Kopfschmerzen ist: Nicht unbedingt muss ein organisches Problem vorliegen, manchmal können Erschöpfung, eine schlechte Ernährung oder Sorgen und Ängste einen Krankheitsschub bewirken. Deshalb müssen die Betroffenen lernen, Emotionen zu beherrschen und Stress und Angstzustände besser zu managen.

Wie wird das Reizdarmsyndrom behandelt?

Reizdarm-Symptome und ihre Behandlung

Während der Reizdarm-Perioden empfiehlt es sich, folgende Tipps zu beachten:

  • Saure Nahrungsmittel vermeiden (beispielsweise Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke wie Cola usw.)
  • Süßigkeiten und auch Nahrungsmittel mit raffinierten Mehlen vermeiden.
  • Verschiedene Studien haben aufgezeigt, dass in diesem Fall der Konsum von Gluten reduziert werden sollte, da dieses die Symptome verschlimmern kann.
  • Auch tierisches Eiweiß sollte vermieden werden (rotes Fleisch, Fisch usw.)
  • Wenig, aber öfters am Tag essen, das heißt kleinere Portionen ungefähr 6 Mal am Tag zu sich nehmen.
  • Reichlich Wasser trinken. Auch Rote-Beeten-Saft mit Karotten ist sehr empfehlenswert.
  • Den Konsum von Probiotika erhöhen, diese pflegen und stärken den Darm: fermentierte Milch, Joghurt, Miso…
  • Zitrusfrüchte sind ebenfalls empfehlenswert. Auch Früchte wie Pfirsich, Erdbeeren, Kiwis, Äpfel und Papayas können hilfreich sein.
  • Minzöl ist ein guter Schutz.
  • Auch folgende Tees werden empfohlen: Fencheltee, Pfefferminz- un Melissentee.

Außerdem solltest du lernen, besser mit Emotionen umzugehen und Stress zu meiden oder besser zu bewältigen. Es müssen Prioritäten im Leben gesetzt werden, um auch Zeit für sich selbst zu haben: ausspannen, Aktivitäten durchführen, die dich glücklich machen und auch das Selbstbewusstsein stärken. 

  • Frieling, T., & Fried, M. (2017). Reizdarm und Reizmagen. Gastroenterologe. https://doi.org/10.1007/s11377-016-0138-9
  • Hildebrandt, J.-P., Bleckmann, H., & Homberg, U. (2015). Verdauung. In Penzlin – Lehrbuch der Tierphysiologie. https://doi.org/10.1007/978-3-642-55369-1
  • Bischoff, S. (2009). Probiotika, Präbiotika, Synbiotika. Absatz “Allergieprävention Und Behandlung Der Atopischen Dermatitis Mit Probiotika” von T. Werfel. https://doi.org/10.1055/b-002-29652