Plagiozephalie bei Babys: Vorsorge und Therapie

23 Oktober, 2019
Die Plagiozephalie ist ein ästhetisches Problem, welches das Selbstwertgefühl deines Kindes beeinträchtigen kann. Insbesondere in der Kindheit und Adoleszenz leiden viele Betroffene psychologisch an der asymmetrischen Abflachung des Hinterkopfes.

Als Plagiozephalie bezeichnet man eine asymmetrische Abflachung des Hinterkopfes. Es handelt sich um eine der häufigsten kraniofazialen Anomalien. Diese ist rein ästhetisch und beeinträchtigt die intelektuelle Entwicklung des Babys in keinster Weise.

Diese Anomalie entsteht insbesondere durch die Position, in der das schlafende Baby liegt. Wenn das Kind von Geburt an auf dem Rücken schläft und den Kopf immer auf dieselbe Seite dreht, kann eine Plagiozephalie entstehen.

Diese kann allerdings auch bereits seit der Geburt vorhanden sein. In diesem Fall gibt es einen Zusammenhang mit einem schmalen Becken der Mutter oder auch mit Komplikationen bei der Geburt. In diesem Artikel erfährst du mehr über diese Anomalie, sowie über Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten.

Wie kommt es zu einer Plagiozephalie?

Ursache dafür ist Druck auf den Schädel des Babys, der während der fetalen Entwicklung, bei der Geburt oder danach entstehen kann. In den letzten Jahren kommt es häufiger zu dieser Anomalie, da viele Kinderärzte empfehlen, den Säugling auf dem Rücken schlafen zu legen. 

Diese Position reduziert das Risiko für den plötzlichen Kindstod während des Schlafes, doch dabei ist der Druck auf den hinteren Schädelbereich größer und deshalb auch die Gefahr einer Verformung. Auch bestimmte Tragetaschen für Babys können Einfluss nehmen.

Wie kommt es zu einer Plagiozephalie?

Andere mögliche Ursachen für die Abflachung des Hinterkopfes sind:

  • Frühgeburt
  • Angeborene muskuläre Torticollis, die dazu führt, dass sich das Kind immer auf denselben Schädelbereich aufstützt.
  • Falsche Position in der Gebärmutter
  • Traumata während der Geburt

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Plagiozephalie: Symptome

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine rein ästhetische Pathologie, die in keinster Weise etwas mit der Intelligenz des Kindes zu tun hat. Es kommt allerdings zu einer Asymmetrie von Gesicht und Kopf, die sehr offensichtlich ist. Auch die Ohren sind verschoben und das Gesicht ist an der Stirn gewölbt.

Deshalb kann die Abflachung und Verformung das Selbstwertgefühl des Kindes sehr negativ beeinflussen. Und genau aus diesem Grund ist es wichtig, Vorsorgemaßnahmen zu kennen und zu wissen, welche Therapien es gibt.

Wie kann man Vorsorge leisten?

Da das Baby auf dem Rücken schlafen soll, ist es sehr wichtig, die Position des Kopfes zu verändern. Am besten ist es, mit der linken und rechten Seitenlage des Kopfes abzuwechseln. Wenn das Kleine wach ist, sollte es auch eine Zeit lang auf dem Bauch liegen. 

Tummy time ist eine Methode, mit der das Baby seine motorischen Fähigkeiten besser entwickeln kann. Sie wird jedoch nur durchgeführt, wenn das Kind wach ist. Dabei liegt es auf dem Bauch, was beispielsweise auf der Brust der Eltern geschehen kann. Auch im Bett oder auf einer anderen bequemen Oberfläche kann diese Methode praktiziert werden.

Am besten lässt man das Kind ein Weilchen spielen, dies sollte jedoch immer unter Aufsicht erfolgen. Dabei kann es seine Muskeln stärken. 

Wichtig ist, dass der Kopf des Kindes nicht zu lange auf denselben Bereich gestützt wird. Du kannst dein Kind auch in deinen Armen halten, oder auf einen Kindersessel setzen (der keinen Druck auf den Kopf ausübt). Nicht zu empfehlen ist allerdings ein Autositz oder Ähnliches, bei dem das Kind lange in derselben Position verweilt und dadurch Druck auf den Kopf ausgeübt wird.

Plagiozephalie vermeiden

Außerdem gibt es andere interaktive Maßnahmen. Du kannst zum Beispiel Spielzeug auf die andere Seite des Kinderbettchens legen, um sicher zu gehen, dass dein Kind den Kopf dreht. Eine andere Möglichkeit ist, die Matratze leicht höher zu legen.

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Wie wird eine Plagiozephalie behandelt?

Eine Behandlung kommt nur dann zum Einsatz, wenn vorausgehende Maßnahmen keinen Erfolg bringen. Eine Möglichkeit ist die Helmtherapie. Dabei wird ein Helm zur Korrektur einer leichten Deformität verwendet. Auf diese Weise wird gleichzeitig verhindert, dass sich das Kind auf die deforme Stelle aufstützen kann.

Dieses System der dynamischen Kranioplastik kommt ab dem dritten Lebensmonat zum Einsatz. Dabei sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen grundlegend.

Eine Chirurgie wird nur in sehr seltenen Fällen in Erwägung gezogen und nur dann, wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben.

Fazit

Vorsorgemaßnahmen sind grundlegend, um eine Plagiozephalie zu verhindern. Es handelt sich um einfache Übungen und Gewohnheiten, welche eine Abflachung des Hinterkopfes vermeiden. Bei Zweifeln oder Anomalien solltest du dich von deinem Kinderarzt beraten lassen.

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