Patientenrechte und -pflichten

An der medizinischen Handlung sind der Patient und verschiedene Angehörige der Gesundheitsberufe beteiligt. Jeder von ihnen hat Rechte, Pflichten und Verantwortung. Lies weiter, um herauszufinden, welche das sind.
Patientenrechte und -pflichten
Leidy Mora Molina

Geprüft und freigegeben von der Krankenschwester Leidy Mora Molina.

Geschrieben von Rafael Victorino Muñoz

Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2022

Bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen gelten nicht nur für die beteiligten Ärzte, Krankenschwestern und andere Fachkräfte eine Reihe von Regeln. Es gibt auch Patientenrechte, -pflichten und -verantwortlichkeiten, die berücksichtigt werden müssen.

Es ist klar, dass die Stimmung und das Verhalten der kranken Person zu bestimmten Zeiten durch die Krankheit beeinträchtigt sein können. Solange sie jedoch im vollen Besitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte sind, sollten Patienten so weit wie möglich mitarbeiten, um ihre Gesundheit wiederherzustellen.

Patientenrechte

Sowohl internationale Organisationen als auch die Regierungen einiger Länder haben eine Reihe von Rechten festgelegt, die eine Person beim Besuch einer Gesundheitseinrichtung genießen sollte. In anderen Fällen geben die Einrichtungen auch Regeln dazu vor.

Recht auf Betreuung und Versorgung

Zu den Rechten des Patienten/der Patientin gehört es, dass er/sie betreut wird, wenn er/sie ein Gesundheitszentrum oder einen Arzt/eine Ärztin aufsucht. Vor allem in Notfallsituationen.

In öffentlichen Gesundheitseinrichtungen ist dies ein allgemeines Recht. In privaten Einrichtungen gibt es jedoch einige Bedingungen für die Erbringung von Dienstleistungen, da sie mit Kosten verbunden sind.

Unabhängig von der Art der Einrichtung darf es jedoch nicht zu einer Diskriminierung bei der Betreuung eines Patienten kommen. Es darf keine Voreingenommenheit aufgrund von Aspekten wie ethnischer Zugehörigkeit oder Hautfarbe, religiöser Überzeugung oder sexueller Orientierung geben.

Patientenrechte: Qualitativ hochwertige Dienstleistung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass der Patient das Recht auf den höchsten erreichbaren Gesundheitsstandard hat. Das bedeutet, dass die von den Einrichtungen erbrachten Dienstleistungen sicherstellen sollten, dass die größtmöglichen Anstrengungen unternommen werden und die geleistete Pflege nicht beeinträchtigt wird.

Eine qualitativ hochwertige Dienstleistung würde Folgendes bedeuten:

  • Die größtmögliche Anstrengung seitens des Personals
  • Die Nutzung aller verfügbaren Ressourcen, ob Ausrüstung oder Medikamente
  • Aufmerksamkeit und Pflege in einer Umgebung, die optimale hygienische Bedingungen garantiert
Patientenrechte - Behandlung im Notfall
Notfälle bringen besondere Bedingungen mit sich, die die Rechte der Patienten deutlicher machen.

Patientenrechte: Angemessene Behandlung

Der Patient hat das Recht, gut behandelt zu werden. Dies gilt sowohl für Ärzt/innen als auch für Krankenpfleger/innen, Assistent/innen und andere Beteiligte. Dazu gehören Pünktlichkeit, Höflichkeit, Einfühlungsvermögen, Respekt und Herzlichkeit.

Patienten haben ein Recht darauf, dass man ihnen zuhört

Menschen sind sehr unterschiedlich: Manche sind gesprächig, andere eher introvertiert. In der Arztpraxis haben manche das Bedürfnis, viel und ausführlich zu reden.

Zum Teil fühlen sie sich dadurch auch ein bisschen besser, weil sie berücksichtigt und in ihre Behandlung einbezogen werden, was sogar die Interaktion zwischen Arzt und Patient fördert. Auch wenn Blut-, Urin- oder bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden sollen, muss dem Patienten zugehört werden.

Es ist sogar das Recht und die Pflicht des Patienten, etwaige Unstimmigkeiten über die erhaltene Behandlung zu äußern. Und diese Bedenken sollten vom Personal der Einrichtung aufgegriffen werden.

Patientenrechte: Erhalt aller Informationen

Außerdem sollte der Patient alles über seine Krankheit wissen. Der Arzt sollte im Gegenzug alle Zweifel ausräumen. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, in einfacher und verständlicher Sprache zu erklären und übertriebenen Gebrauch von Fachausdrücken zu vermeiden.

Des Weiteren sollte der Patient über die verschiedenen Behandlungs- und Pflegeoptionen Bescheid wissen. Informationen sollten nicht zurückgehalten werden, auch nicht in extrem schweren Fällen.

Patientenrechte: Entscheidung über die eigene Behandlung

Angesichts der verschiedenen Optionen sollte der Patient in die Entscheidung über seine Behandlung einbezogen werden, abhängig von Kosten, Dauer, Genesung und Prognose. Er/sie hat das Recht, auf die Behandlung zu verzichten, auch wenn dies aus medizinischer und rechtlicher Sicht ein kompliziertes Thema ist.

Der Patient/die Patientin oder seine/ihre Angehörigen müssen, falls er/sie nicht bei Bewusstsein oder nicht geschäftsfähig ist, eine Einverständniserklärung unterschreiben und damit akzeptieren, dass die Risiken bekannt sind. Dabei darf kein Zwang ausgeübt werden.

Recht auf Privatsphäre

Der Patient hat das Recht auf Privatsphäre, insbesondere in Bezug auf die Vertraulichkeit seiner klinischen Daten. Diese Informationen dürfen auf keinen Fall weitergegeben werden.

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Pflichten und Verantwortlichkeiten des Patienten

Wenn wir zu einer ärztlichen Konsultation gehen oder ein Krankenhaus betreten, denken wir wahrscheinlich eher daran, was die medizinischen Fachkräfte tun werden. Allerdings gibt es nicht nur Patientenrechte, sondern auch Pflichten.

Alle Informationen bereitstellen und anfordern

Einerseits hat der Patient die Pflicht, über die Symptome, die er/sie erlebt hat, sowie über alles, was er/sie getan hat und für den Arzt nützlich sein könnte, zu informieren. Es ist sehr wichtig, dass diese Informationen vollständig und wahrheitsgetreu angegeben werden, ohne etwas falsch darzustellen oder Details auszulassen.

Dazu gehört auch, dass er/sie zusätzliche Erklärungen zu seiner/ihrer Krankengeschichte, früheren Behandlungen, Medikamenten, die er/sie einnimmt oder eingenommen hat, sowie zu Allergien abgibt.

Darüber hinaus sollte er/sie angeben, ob er/sie verstanden hat, wie die Diagnose lautet, worin die Krankheit oder die Behandlung besteht, welche Risiken bestehen und so weiter. Wenn du Zweifel hast, solltest du darum bitten, sie zu klären.

Respektvoll sein

Es ist sowohl das Recht als auch die Pflicht des Patienten/der Patientin, der/die in ein Gesundheitszentrum kommt, dass die medizinische Handlung im Rahmen des gegenseitigen Respekts stattfindet. Der Patient sollte das Personal der Gesundheitseinrichtung, egal ob es sich um Ärzte, Pflegepersonal, Assistenten oder Helfer handelt, sowie andere Personen, die sich in der Sprechstunde oder im Krankenhaus aufhalten, höflich und respektvoll behandeln.

Halte dich an die Vorschriften

Die Vorschriften der Einrichtung beziehen sich ebenfalls sowohl auf die Rechte als auch auf die Pflichten der Patienten. In diesem Zusammenhang muss sich jeder an die Regeln bezüglich Lärm, Rauchverbot oder der Anzahl der erlaubten Besucher halten. Dazu gehört auch die Einhaltung der finanziellen Verpflichtungen.

Befolge die Behandlung

Der Patient muss die Anweisungen des Arztes hören, schätzen und respektieren. Außerdem muss er/sie die Behandlung befolgen und den Arzt/die Ärztin darüber informieren, wenn er/sie sie nicht einhalten kann oder wenn sie eine Reaktion hervorruft. Genauso wie es ein Recht ist, liegt es in der Verantwortung des Patienten/der Patientin, alle Empfehlungen zur Wiederherstellung der Gesundheit zu befolgen:

Patientenrechte und -pflichten - Medikamente
Die Befolgung und Einhaltung der ärztlichen Verordnungen ist eine Pflicht. Es wird davon ausgegangen, dass der Arzt oder die Ärztin die am besten geeignete Behandlung verordnet hat.

Wahrnehmung von Kontrolluntersuchungen

Es ist notwendig, pünktlich und regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen zu gehen. Außerdem sollte man sich auf die Arzttermine vorbereiten, indem man sich an das hält, was verlangt wird. Das kann zum Beispiel Fasten sein oder das Mitbringen von Unterlagen über Voruntersuchungen.

Patientenrechte und -pflichten gehören zusammen

Man könnte sagen, dass die Wiederherstellung der Gesundheit zu einem großen Teil ebenso von den Fähigkeiten und Kenntnissen des Gesundheitspersonals abhängt wie von einer guten Arzt-Patienten-Beziehung. In diesem Zusammenhang ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten von grundlegender Bedeutung.

Noch wichtiger ist es jedoch, zu verstehen, dass eine gute Kommunikation, genau wie in einer Paarbeziehung, eine offene und angemessene Geisteshaltung erfordert. Die medizinische Fachkraft sollte nicht vergessen, dass sie es mit einem Menschen zu tun hat. Der Arzt/die Ärztin muss sich auch bewusst sein, dass er/sie nicht nur mit dem Schmerz des Patienten/der Patientin zu tun hat, sondern auch mit dessen/deren Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln.

Kurz gesagt, eine gute Einstellung des Patienten und seiner Familienangehörigen sowie des Arztes und anderer Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtung kann einen großen Unterschied machen.

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