Paronychie: Eigenschaften und Behandlungsoptionen

21 Oktober, 2020
Paronychie ist eine bakterielle oder mykotische Infektion, die die Finger- und Zehennägel betrifft. Sie manifestiert sich hauptsächlich in Form von Rötungen und Schwellungen. Alles Wissenswerte über ihre Entstehung und Behandlung.

Paronychie ist eine Hautinfektion, die sich um die Finger- und Zehennägel bilden kann. Nach Angaben medizinischer Organisationen betrifft diese Erkrankung die Nagelhaut und die Seiten der Nägel. Eine gerötete, mit Eiter gefüllte Blase, die sich weich anfühlt, deutet auf eine Entzündung hin.

Wie jede bakterielle oder mykotische Infektion besteht auch hier das Risiko (wenn auch ein eher geringeres), dass sich die Entzündung auf andere Gewebe ausbreitet. Daher ist es wichtig, dass du die Erkrankung frühzeitig erkennst und sie effektiv behandelst. In unserem heutigen Artikel werden wir dir mehr über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Paronychie erzählen.

Was ist eine Paronychie?

Wie wir bereits erwähnt haben, treten bei dieser Pathologie entzündliche Prozesse um die Nägel auf. Studien weisen darauf hin, dass das Hauptsymptom die Entzündung der Nagelplatte ist. Dies ist ein Gewebe, das sich am distalen Ende der Finger befindet. Darüber hinaus kommt es zu einer Zerstörung der Nagelhaut (dem harten Teil des Nagels), welche manchmal von Eiter begleitet wird.

Diese infektiöse Erkrankung kann je nach den medizinischen Kriterien auf unterschiedliche Arten klassifiziert werden. Nachfolgend werden wir dir dies genauer erklären.

Krankheitserreger

Das Pathogen, das diese Infektion verursacht, bestimmt die Dauer und Schwere der Erkrankung. Offizielle Quellen wie beispielsweise die US National Library of Medicine sprechen von zwei Arten von Paronychie, die sich durch den jeweiligen Krankheitserreger unterscheiden:

  • Akute Paronychie. Diese Form entsteht durch Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken und Pseudomonas. Sie tritt plötzlich auf, dauert nicht lange und tritt normalerweise nur an einem einzelnen Finger auf.
  • Chronische Paronychie. Diese Form wird durch einen Pilz der Gattung Candida verursacht. Sie kann mehr als einen Finger betreffen und die Heilung dauert länger. Darüber hinaus kann es auch zu Rückfällen kommen.
Paronychie - entzündeter Nagel
Die Entzündung um die Nägel kann bakteriellen oder mykotischen Ursprungs sein. Außerdem gibt es verschiedene Schweregrade.

Schweregrad

Die oben aufgezeigte Klassifikation ist aus epidemiologischer Sicht hilfreich. Denn sie liefert Hinweise auf den zu erwartenden Krankheitsverlauf je nachdem, welcher Erreger die Pathologie verursacht hat. Dennoch ist es aus chirurgischer Sicht notwendig, die Paronychie basierend auf der Schwere der Symptome einzuteilen. Die oben zitierten Quellen haben nachfolgende Klassifizierung für Paronychie erstellt:

  • Ersten Grades. Wenn die Bakterien noch nicht tief eingedrungen sind, sich aber bereits eine mit Eiter gefüllte Blase gebildet hat.
  • Zweiten Grades. Aufgrund der tiefen Penetration mit Bakterien sind in diesem Stadium Abszesse (Eiteransammlungen) im Nagelbett vorhanden.
  • Dritten Grades. Wenn der Abszess sich auf das subkutane Fettgewebe ausgebreitet hat.
  • Vierten und fünften Grades. In diesen Stadien ist die Infektion wesentlich tiefer und reicht bis zum Knochen. Oder sie manifestiert sich als Nekrose (Absterben von Gewebe).

Wie du siehst, wird diese Infektion ernsthafter, wenn die Bakterien tiefer in das betroffene Gewebe eindringen. Daher ist es auch so wichtig, dass du die Paronychie schnell erkennst, um mögliche Komplikationen zu vermeiden, auch wenn diese nur selten auftreten.

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Symptome und Ursachen

Die Symptome einer Paronychie hängen von den Mikroorganismen ab, die die Erkrankung verursacht haben. Außerdem vom Schweregrad der vorliegenden Infektion. Offizielle Gesundheitsportale haben einige der offensichtlichsten klinischen Anzeichen zusammengestellt. Darunter finden sich:

Ursachen von Paronychie

Die Ursachen für diese Infektion hängen mit der Tatsache zusammen, dass es für Pathogene relativ einfach ist, die externen Hautbarrieren zu durchdringen. Darüber hinaus kann eine fortwährende mechanische Schädigung wie Nagelkauen, Fingerlutschen oder atypisches Wachstum mit Läsionen das Entstehungsrisiko dieser Erkrankung erhöhen.

Ebenso kann nach Angaben wissenschaftlicher Studien auch eine kontinuierliche Exposition der Haut mit Feuchtigkeit das Auftreten von Pilzinfektionen fördern. Daher sind Menschen, die beruflich sehr viel mit Wasser arbeiten (Geschirr spülen oder putzen beispielsweise), anfälliger für chronische Candida-Paronychie.

Darüber hinaus könnte auch Diabetes ein weiterer Risikofaktor sein. Zumindest nach klinischen Studien, bei denen Forscher beobachteten, dass bis zu 30% der Patienten mit Nagelpilzinfektionen Diabetiker waren.

Behandlung von Paronychie

Diese Art der Infektion heilt normalerweise von alleine; das bedeutet, dass sie nach ein paar Tagen wieder verschwindet. Dennoch empfehlen Experten, dass du den betroffenen Nagel mehrmals täglich in warmem Wasser baden solltest, um die Beschwerden zu lindern.

Allerdings solltest du einen Arzt konsultieren, wenn sich die Infektion ausbreitet oder Abszesse entstehen. Je nach Erreger wird er dir dann ein Antimykotikum oder ein Antibiotikum verschreiben. Darüber hinaus kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden, wenn der Abszess sehr ausgeprägt ist.

Paronychie - Frau massiert ihre Füße
Auch Zehennägel sind anfällig für Paronychie. Sie wird manchmal durch enge Schuhe verursacht.

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Abschließende Gedanken

Wie du siehst, handelt es sich bei Paronychie um eine infektiöse Erkrankung, welche hauptsächlich die Haut um die Nägel betrifft. Obwohl nicht in jedem Fall eine spezielle Behandlung erforderlich ist, kann unter Umständen ein medizinischer Eingriff notwendig sein, wenn die Infektion durch Bakterien wie Candida hervorgerufen wurde.

Außerdem ist es wichtig, dass du nicht auf deinen Nägeln kaust, um derartige Erkrankungen zu verhindern. Stattdessen solltest du sie regelmäßig kürzen. Wenn deine Nägel abnormal wachsen, solltest du einen Dermatologen oder einen Podologen aufsuchen. Denke immer daran, dass die Haut deine erste Schutzbarriere ist. Daher ist es auch so wichtig, dass du gut auf sich achtest und sie keinem unnötigen Stress aussetzt.

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