Panela: Vorteile und Kontraindikationen

Panela ist eine Zutat, die du als alternatives Süßungsmittel zu Zucker verwenden kannst. Hier erfährst du mehr über die gesundheitlichen Vorteile dieses Produkts.
Panela: Vorteile und Kontraindikationen

Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2022

In Zeiten, in denen staatliche Organisationen einen gesunden Lebensstil fördern, suchen viele Menschen nach natürlichen Ersatzstoffen für raffinierten Zucker, um bestimmte Rezepte zu süßen. Die Panela ist eine von ihnen, da sie weniger Kalorien hat. Darüber hinaus ist sie eine erstaunlich vielseitige Zutat in der gastronomischen Welt.

Panela verdankt ihren Namen den rechteckigen Blöcken, die zum Formen der aus Zuckerrohrsaft gewonnenen Melasse verwendet werden. Ihr Ursprung geht auf die Eroberung des amerikanischen Kontinents durch die Spanier zurück, und sie war auch in Indien beliebt. Es heißt, dass ihr Nährwert den von raffiniertem Zucker übertrifft.

Ein bisschen Geschichte

Die Ernährungswissenschaftlerin Maria Mascieti hat alles über die Geschichte von Panela erklärt. Das Produkt wird aus Zuckerrohr gewonnen, einer Pflanze, die ursprünglich aus Neuguinea stammt und 1538, während der spanischen Eroberung, in Kolumbien angepflanzt und verbreitet wurde. Seitdem bauten die Bauern die so genannten Trapiches (eine Mühle aus Holzwalzen), um das Zuckerrohr zu mahlen und zu quetschen und so ein süßes Getränk zu gewinnen.

Nach Angaben der Association of Farmers and Sugar Cane Producers gehören diese Kulturpflanzen zu den ältesten der Welt. Man geht davon aus, dass sie bereits 3.000 Jahre vor der Neuzeit in Neuguinea angebaut wurden.

Seit 1650 wurde der Zuckerrohrsaft von Hand gewonnen, wobei Hunderte von afrikanischen Sklaven als Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Im Laufe der Jahre und mit dem technologischen Fortschritt wurde die menschliche und tierische Arbeitskraft durch hydraulische Systeme und Motoren ersetzt, die den Prozess beschleunigten.

Im 17. Jahrhundert breitete sich der Zuckerrohranbau in verschiedenen Gebieten Kolumbiens aus. Daraus gewannen die Menschen Folgeprodukte wie Guarapo, weißen Zucker, braunen Zucker und Panela.

Laut einem Dokument des kolumbianischen Landwirtschaftsministeriums produzieren 25 Länder Panela. Etwa 61 % des gesamten angebauten Zuckerrohrs werden für die Herstellung des Produkts verwendet.

Verschiedene Zuckerarten
Die Suche nach einem Ersatz für raffinierten Zucker hat die Menschen dazu gebracht, andere Alternativen auszuprobieren, unter anderem Panela.

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Die Herstellung

Pierre Raymond erklärt in dem Artikel “Hacienda tradicional y aparcería” (Traditioneller Bauernhof und Teilpacht) den Prozess der Gewinnung von Panela. Leider ist der Artikel nur auf Spanisch verfügbar. Das Zuckerrohr wird, wie bereits erwähnt, in einer Mühle namens Trapiche gepresst, wobei ein natürlicher süßer Rohrsaft entsteht. Dieser Saft wird konzentriert, indem der Topf auf das Feuer gestellt wird, bis er eindickt wie Honig, der 78 Kilo Zucker pro 100 Kilo Honig enthält.

Dann verdampft er weiter, bis die Marke von 93 Kilo Zucker erreicht ist. Diese Masse gießt man dann in Formen oder Gaveras, wo sie kompakt und fest wird. Jetzt hat man den Plattenblock, der 96 Kilo Zucker pro 100 Kilo Honig enthält. Der Honig wird so lange gerührt, bis er granuliert ist.

Laut einer Gruppe von Agraringenieuren ist die korrekte Messung der Zuckermenge im Honig entscheidend, um eine gute Panela-Qualität zu erhalten. Außerdem muss auf Rohstoffe, Werkzeuge und Personal geachtet werden.

Panela wird in den lateinamerikanischen Ländern auch brauner Zucker, Raspadura, Papelón, Piloncillo, Empanizado, Chancaca oder Panocha genannt. In Indien und Pakistan nennt man dieses Produkt Gur oder Jaggery.

Da Panela weder raffiniert noch zentrifugiert wird und auch keine andere Form der Reinigung durchläuft, behält sie alle Eigenschaften des Rohrzuckers.

Nährwertangaben

Laut dem technischen Datenblatt für Panela muss sie die folgenden Nährwertangaben pro 100 Gramm Produkt erfüllen:

  • Feuchtigkeit: 2,3 g
  • Reduzierter Zucker: 3,74 g
  • Fett: 0,29 g
  • Saccharose: 93,37 g
  • Proteine: 0,62 g
  • Asche: 1,61 g
  • Gesamtkalorien: 383,97 Kilokalorien

Diese Mineralstoffe enthält ein Kilogramm Panela:

  • Natrium: 241,6 mg/kg
  • Eisen: 24,9 mg/kg
  • Zink: 12,74 mg/kg
  • Kalzium: 356,84 mg/kg
  • Kalium: 593,73 mg/kg
  • Magnesium: 386,32 mg/kg

Da es sich bei Panela um ein Naturprodukt handelt, hat es die gleichen Nährwerteigenschaften wie Rohrzucker. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Saccharosegehalt bei gewöhnlichem Zucker fast 100 % beträgt. Außerdem enthält Panela die Mineralien seines Rohstoffs.

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Eigenschaften von Panela

Obwohl es sich bei Panela um ein Süßungsmittel mit hohem Zuckeranteil handelt, hat es eine Reihe von Eigenschaften, die wir im Folgenden besprechen:

  • Es handelt sich um ein handgemachtes Produkt, es ist also nicht industriell verarbeitet. Außerdem enthält die Panela keine Zusatzstoffe. Das verschafft ihr gewisse Vorteile gegenüber raffiniertem Zucker, der nur leere Kalorien liefert. Allerdings enthalten 100 Gramm Panela auch einen hohen Energiewert.
  • Dieses Produkt ist ein natürliches Süßungsmittel, das bestimmte Nährstoffe enthält, die in raffiniertem Zucker nicht enthalten sind. Unter anderem liefert es Eisen, Kalium, Magnesium und Kalzium. Dennoch muss man bedenken, dass diese Werte in Milligramm pro Kilogramm verzehrter Panela angegeben sind. Es ist unmöglich und kontraproduktiv, so viel Panela zu essen, um diese Mikronährstoffe zu erhalten.
  • Wellington Villalta von der Universidad de Cuenca,  erklärt in seinem Aufsatz, dass Panela schnelle Energie liefert, die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und als Heilmittel wirkt. Wie herkömmlicher Honig hat auch der Panela-Honig eine balsamische und schleimlösende Wirkung.
  • Außerdem lindert Panela mit heißem Wasser laut Angaben der Universidad Técnica de Ecuador Erkältungen.

Es sei daran erinnert, dass ein hoher Zuckerkonsum mit der Entwicklung chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Stoffwechselkrankheiten in Verbindung gebracht wird. Außerdem sind weitere wissenschaftliche Studien erforderlich, um diese Informationen zu untermauern.

Panela - in zwei unterschiedlichen Formen
Panela liefert Mikronährstoffe, aber um signifikante Werte zu erreichen, müsste man täglich eine große Menge verzehren, was nicht empfehlenswert ist.

Die Verwendung von Panela in der Küche

Die Süßkraft von Panela ist ähnlich wie die von weißem Zucker. Deshalb kannst du sie bei der Zubereitung von Süßigkeiten, Marmeladen, Sirup, Kuchen und anderen Backrezepten als Zuckerersatz verwenden.

Außerdem wird sie oft für die Zubereitung von heißen oder kalten gesüßten Getränken verwendet. Ein Beispiel ist der berühmte und erfrischende Zitronensaft mit Panela. Dieses Getränk ist in lateinamerikanischen Ländern beliebt, vor allem in Venezuela.

Weitere einfache Getränke, die du zu Hause leicht zubereiten kannst, sind Bitterschokolade oder Kaffee mit Panela, die in Kolumbien Tradition haben, und Aguapanela, typisch für die Karibik. Dieses Getränk verleiht dir Energie und du solltest es gekühlt trinken.

Manjar de harina de maíz con coco – ein Mais-Kokos-Rezept – ist eine Nachspeise. Andere lateinamerikanische- Süßigkeiten sind Melcochas und Alfandoque (eine Art Käsekuchen). Außerdem kannst du dir den berühmten Guarapo zubereiten, ein alkoholisches Getränk, das man durch die Gärung dieses Produkts gewinnt.

Panela ist ein vielseitiges Süßungsmittel, denn du kannst es nicht nur zur Herstellung von Gebäck und Süßwaren verwenden, sondern auch als raffinierte Zutat in einigen Rezepten, die einen kontrastreichen Hauch von Süße benötigen. In vielen südamerikanischen Ländern verwenden die Menschen dieses Produkt, um die gebackene Schweinekeule zu karamellisieren und zu kontrastieren.

Kontraindikationen von Panela

Obwohl Panela ein natürliches Süßungsmittel ist, hat sie dennoch eine hohe Konzentration an Zucker. Hier sind die wichtigsten Kontraindikationen, die du beachten solltest:

  • Sie kann ein stärkeres Hungergefühl erzeugen: Eine Gruppe von Pharmakologen und Biochemikern aus Mexiko versichert, dass Leptin, ein Peptid, das das Hungergefühl reguliert, durch den Konsum von Zucker verändert wird. Bei fettleibigen Menschen stellte man eine Leptinresistenz fest, die zu gesteigertem Appetit führt.
  • Panela ist nicht für Diabetiker geeignet: Sie enthält zwar weniger Zucker als raffinierter Zucker, aber das vorherrschende Kohlenhydrat ist Saccharose.
  • Schädlich für die Zahngesundheit: Der in Panela enthaltene Zucker kann bei häufigem Verzehr den Zahnschmelz angreifen und die Entstehung von Karies fördern.
  • Verursacht Gewichtszunahme: Wenn du zu viel davon isst, kannst du sehr leicht Fett ansammeln und zunehmen.

Panela sollte man verantwortungsvoll konsumieren. Es sind weitere kontrollierte Untersuchungen darüber erforderlich, was der Verzehr bei einigen chronischen Krankheiten beim Menschen bewirkt. Bisher sind die wichtigsten nachgewiesenen Wirkungen energetisch, heilend und feuchtigkeitsspendend für die Haut.

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