Niedriger Serotoninspiegel: 9 überraschende Auswirkungen

· 17 September, 2017
Ein niedriger Serotoninspiegel kann nicht nur zu Angst oder Depression führen. Auch viele andere Anzeichen, die man nicht unbeachtet lassen sollte, können darauf hinweisen. 

Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt, denn es sorgt für angenehme Gefühle und allgemeines Wohlbefinden. Daher ist der Serotoninspiegel sehr wichtig.

Doch dieser Neutrotransmitter hat verschiedenste andere sehr wichtige Funktionen, die weit über den emotionalen Gemütszustand hinausreichen.

Serotonin, auch 5-Hydroxytryptamin (5-HT) oder Enteramin, wirkt nicht nur im Gehirn als Neurotransmitter, sondern funktioniert auch als Hormon, wenn es in den Blutstrom gelangt.

Diese chemische Substanz ist faszinierend und erstaunlich. 5-HT ermöglicht uns einen inneren Ausgleich, mit dem das Wohl aller für die Gesundheit wichtigen Prozesse garantiert wird.
In unserem heutigen Artikel erklären wir dir die Auswirkungen eines niedrigen Serotoninspiegels auf den Körper.
Es lohnt sich, diese Symptome zu berücksichtigen, die sehr häufig auf andere Probleme zurückgeführt werden. Vielleicht ist ein Mangel an Serotonin dafür verantwortlich.

1. Ein niedriger Serotoninspiegel kann zu Verdauungsstörungen führen

Die Muskelbewegungen verschiedener Hohlorgane bezeichnet man als Peristaltik. Im Magen-Darm-Trakt bewirken die Kontraktionen der Muskulatur, dass die aufgenommenen Nahrungsmittel und Flüssigkeiten durch das Verdauungssystem bewegt werden.

Bei einem zu niedrigen Serotoninspiegel können die Zellen nicht ausreichend Kalzium freisetzen.

Je weniger Kalzium, desto schlechter arbeiten die Muskeln im VerdauungstraktDeshalb wird die Verdauung langsamer und schwieriger.

2. Zusammenhang zwischen niedrigem Serotoninspiegel und Reizdarm

Serotoninspiegel

Sehr interessant zu wissen ist, dass der Darm 95% des Serotonins produziert und speichert . Bei einem Mangel an diesem Neurotransmitter, der – wie bereits erwähnt – auch als Hormon funktioniert, kommt es sehr häufig zu Veränderungen der Darmfunktionen.

  • In der Folge kann es zum Beispiel immer wieder zu Verstopfung kommen.
  • Da die Muskeln im Verdauungssystem nicht richtig arbeiten, kann es allmählich auch zu einem Reizdarm kommen.

Deshalb ist es ratsam, eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Mit einer Blutanalyse und anderen Untersuchungen kann festgestellt werden, ob diese Probleme auf einen zu niedrigen Serotoninspiegel zurückzuführen sind oder nicht.

3. Schwaches Immunsystem

Wenn du spürst, dass deine Muskeln schwächer sind, wenn du extrem müde und schlecht gelaunt und anfälliger für Infektionen oder Erkältungen bist, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Ein Mangel an Serotonin kann sich auch auf das Immunsystem auswirken, das dann nicht mehr so effektiv arbeitet. 

4. Veränderte biologische Uhr

Schlafstörungen

Ein zu niedriger Serotoninspiegel kann auch den zirkadianen Rhythmus verändern. Ein weit verbreitetes Symptom eines zu niedrigen Serotoninspiegels ist Müdigkeit am Tag und Schlaflosigkeit in der Nacht. 

  • Wer tagsüber schläfrig ist, kann jedoch auch an einer Depression leiden.
  • Eine endogene Depression kann durch einen starken Mangel an Serotonin entstehen.

5. Appetit auf salzige Speisen

Menschen mit Serotoninmangel haben häufig Appetit auf salzige Speisen, denn sie benötigen mehr Natrium. 

Dieses Symptom alleine ist jedoch nicht ausreichend, um einen Mangel an 5-HT zu diagnostizieren. Auch andere Symptome wie Lustlosigkeit, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden usw. müssen darauf hinweisen.

6. Depression

Depression

Wie bereits erwähnt, wird ein niedriger Serotoninspiegel mit einem tristen Gemütszustand assoziiert.

  • Es besteht eine direkte Beziehung zwischen einem Serotoninmangel und Depressionen.
  • Es kommt dadurch nämlich zu einer verringerten Anzahl an Rezeptoren, die Serotonin aufnehmen oder auch zu einem Mangel an Tryptophan, eine Aminosäure, die den Serotoninspiegel reguliert.

In manchen Fällen können bereits eine verbesserte Ernährung und Sport den Gemütszustand verbessern, doch nur, wenn es sich um eine depressive Verstimmung oder eine leichte Depression handelt.

In vielen Fällen sind jedoch Arzneimittel erforderlich, um den Serotoninspiegel zu regulieren.

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7. Angst und Nervosität

Der Organismus verfügt über 14 verschiedene Rezeptoren für Serotonin, wobei 5-HT1A der wichtigste ist.

Wenn es zu einem Problem mit diesem Rezeptor kommt, führt dies unmittelbar zu verstärkter Empfindlichkeit, Nervosität, Sorgen und Angst.

Dies ist erstaunlich, sollte jedoch berücksichtigt werden, denn man muss sich darüber bewusst sein, dass Depressionen sehr oft auf chemische Ursachen zurückzuführen sind. 

8. Migräne

Migräne

Serotonin spielt auch bei Migräne eine signifikante Rolle.

Sehr häufig ist dafür ein Mangel an Tryptophan verantwortlich, ein Vorläufer des Serotonins, der für die Produktion von Serotonin grundlegend ist.

9. Kleine Gedächtnisschwierigkeiten

Aufmerksamkeistprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme kann man auch mit einem unausgeglichenen Serotoninspiegel assoziieren.

Diese Symptome treten sehr häufig bei depressiven Personen auf. Durch eine medikamentöse Behandlung werden sie jedoch meist signifikant verbessert.

Wie du sehen kannst, spielt Serotonin in verschiedensten Prozessen eine sehr wichtige Rolle.

Wir haben in unserem heutigen Artikel nur 9 davon aufgezählt, doch es gibt zahlreiche andere Funktionen, die ebenfalls durch diesen Neurotransmitter beeinflusst werden.

Bei emotionalen oder physischen Beschwerden solltest du deshalb auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen festzustellen.

Eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, Sport und die richtigen Arzneimittel können das verlorene Wohlbefinden wieder herstellen.

  • Jacobsen, J. P. R., Siesser, W. B., Sachs, B. D., Peterson, S., Cools, M. J., Setola, V., … Caron, M. G. (2012). Deficient serotonin neurotransmission and depression-like serotonin biomarker alterations in tryptophan hydroxylase 2 (Tph2) loss-of-function mice. Molecular Psychiatry. https://doi.org/10.1038/mp.2011.50
  • Gershon, M. D. (2013). 5-Hydroxytryptamine (serotonin) in the gastrointestinal tract. Current Opinion in Endocrinology, Diabetes and Obesity. https://doi.org/10.1097/MED.0b013e32835bc703