Matcha-Tee: Wirkung und Verwendungsmöglichkeiten

31 Mai, 2020
Wie grüner Tee wird Matcha-Tee ebenfalls aus der Pflanze Camellia sinensis hergestellt. Allerdings variieren seine Nährwerte, da die Teesträucher anders gepflegt und danach auch unterschiedlich verarbeitet werden. Erfahre heute Interessantes über diesen Tee. 

Matcha-Tee ist sehr beliebt und zeichnet sich durch höchst interessante Eigenschaften aus. Die Teesträucher Camellia sinensis werden dafür auf besondere Weise angebaut und die Blätter auch mit spezifischen Methoden verarbeitet, um dieses Produkt zu erhalten, das in der japanischen Teezeremonie verwendet wird.

Ungefähr 20 bis 30 Tage vor der Ernte beschatten die Teebauern die Teesträucher, um zu vermeiden, dass sie direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Mit dieser Methode produzieren die Pflanzen mehr Chlorophyll und enthalten auch mehr Aminosäuren. Die Blätter nehmen damit außerdem eine dunklere Farbe an.

Es werden nur die besten Blätter geerntet, die händisch ausgelesen werden. Alle Stiele und Blattadern werden entfernt. Danach dämpft und trocknet man die Blätter und schließlich werden sie zu einem feinen, intensiv grünen Pulver vermahlen, das den Namen Matcha erhält. Erfahre anschließend Interessantes über die vorteilhaften Eigenschaften dieses Tees und wie man ihn verwendet.

Matcha-Tee und seine Nährstoffe

Wie anfangs bereits erwähnt, zeichnet sich Matcha-Tee durch ein ganz spezifisches Nährwertprofil aus. Zwar ist dieses anderen grünen Teesorten sehr ähnlich, doch die Nährstoffe sind in höheren Konzentrationen vorhanden. Aus der Datenbank SELF Nutrition Data geht hervor, dass ein Gramm oder ein Teelöffel Matcha folgende Nährstoffe enthält:

  • Protein (zwischen 250 und 300 mg)
  • Aminosäuren (ungefähr 272 mg)
  • Lipide (rund 50 mg)
  • Mineralien wie Kalium, Magnesium, Calcium, Zink, Phosphor und Eisen
  • Vitamine A, B1, B2, B6, C, E y K
Matcha-Tee

Andererseits legt eine Schätzung, die in der Fachzeitschrift Journal of Chromatography A veröffentlicht wurde, nahe, dass die Menge an Katechinen in Matcha bis zu 137 Mal größer als in anderen Teesorten ist. Deshalb weist dieser Tee besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften auf.

Die wichtigsten Verwendungsmöglichkeiten von Matcha-Tee

Seit einigen Jahren kommt Matcha-Tee vermehrt als Nahrungsergänzung zur Förderung des Wohlbefindens zum Einsatz. Die Zubereitung ist ganz einfach: Man übergießt das grüne Pulver mit heißem Wasser und verrührt es. Schon ist das Getränk fertig. Man kann Matcha-Tee trinken, oder damit Nachspeisen, Mixgetränke oder Cocktails zubereiten.

Viele schätzen die gesundheitsfördernden Anwendungen. Auch wenn viele Eigenschaften noch unbekannt sind, konnten verschiedene Studien belegen, dass dieser Tee eine ausgezeichnete Ergänzung in der Vorsorge gegen verschiedene Krankheiten ist.

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Matcha-Tee und Gehirngesundheit

Matcha-Tee hat vorteilhafte Wirkungen auf die Gehirngesundheit. Er enthält Stimulantien wie Koffein und L-Theanin, welche munter machen und Energie liefern. 

Eine Studie, die in der Zeitschrift Food Research International veröffentlicht wurde, konnte herausfinden, dass Matcha die Aufmerksamkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit und das Gedächtnis im Vergleich mit einem Plazebo verbessert. Noch sind auf diesem Gebiet weitere Forschungen erforderlich, doch die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass es sich um ein gutes Nahrungsergänzungsmittel handelt, um die kognitive Leistung zu verbessern.

Matcha-Tee und Herzgesundheit

Da dieser Tee eine hohe Konzentration von Katechinen enthält, hat er auch positive Wirkungen auf die Herzgesundheit. Einer in der Medizinzeitschrift Current Medicinal Chemistry veröffentlichten Revision verschiedener Studien ist zu entnehmen, dass Katechine antioxidative, entzündungshemmende, thrombozytenhemmende und antiproliferative Eigenschaften aufweisen. 

Matcha und andere grüne Teesorten wirken deshalb unterstützend gegen erhöhte Cholesterinwerte, Probleme mit dem Blutdruck und andere Risikofaktoren, die chronische Herz-Gefäß-Krankheiten auslösen könnten.

Matcha-Tee gesund fürs Herz
Matcha-Tee fördert die Herzgesundheit.

Matcha kann natürlich keine medizinische Behandlung ersetzen. Doch die darin enthaltenen Katechine sind für gesunde Erwachsene sehr vorteilhaft in der Vorsorge gegen Herzkrankheiten.

Körpergewicht

Matcha hat auch positive Wirkungen auf das Körpergewicht. Es handelt sich nicht um ein Wundermittel, das Kilos in kurzer Zeit purzeln lässt. Doch im Rahmen einer gesunden und vielseitigen Ernährung, in der die Kalorien kontrolliert werden, kann dieser Tee den Gewichtsverlust begünstigen.

Eine in der Fachzeitschrift The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie berichtet, dass Grünteeextrakt die Fettverbrennung während eines moderaten Trainings um bis zu 17 Prozent erhöhen konnte. Außerdem geht aus anderen Forschungen hervor, dass der Konsum von grünem Tee mit einem höheren Energieverbrauch einhergeht.

Noch sind weitere Forschungen auf diesem Gebiet nötig, um diese Wirkungen tatsächlich bestätigen zu können. Deshalb ist es beim Abnehmen besonders wichtig, den Empfehlungen eines Arztes oder Ernährungsberaters zu folgen.

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Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Für gesunde Erwachsene wird der Konsum von Matcha-Tee als sicher betrachtet, solange man damit Maß hält. Zwei bis drei Tassen mit jeweils 1 g Matcha täglich sind ausreichend. Allerdings enthält dieser Tee Koffein und kann deshalb auch Nebenwirkungen haben, wenn man zu viel davon einnimmt und empfindlich auf diese Substanz reagiert.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Reizbarkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Brechreiz

Andererseits beschreibt eine Revision veröffentlichter Literatur, die in der Zeitschrift Chinese Medical Journal veröffentlicht wurde, dass die Katechine dieses Tees die Aufnahme von Eisen behindern können. Deshalb müssen Patienten mit Eisenmangelanämie besonders vorsichtig sein. Matcha kann auch die Aufnahme von Zink beeinträchtigen.

Patienten mit Herzkrankheiten, Nierenproblemen oder Magengeschwüren müssen vor der Einnahme von Matcha-Tee mit ihrem Arzt sprechen. Die Inhaltsstoffe könnten nämlich Wechselwirkungen mit den verschriebenen Medikamenten auslösen. 

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