Kinder brauchen kein Smartphone: Schenke ihnen besser deine Zeit

· 30 April, 2016
Kinder sollten die Gelegenheit haben, die Welt, die sie umgibt, zu genießen. Der übermäßige Gebrauch, ja die Abhängigkeit von elektronischen Geräten führt dazu, dass sie nicht lernen, zwischenmenschliche Bindungen aufzubauen

Statistischen Umfragen zufolge besitzen etwa 70% aller 12-jährigen ein Smartphone. Beinah 90% der Kinder haben schon seit frühestem Alter Zugriff auf die Geräte, die ihre Eltern verwenden.

Wir können und wollen uns nicht dagegen wehren: Wir leben in einer Zeit, die vom Internet auf Smartphone, Tablet und Rechner geprägt ist. Für viele Menschen sind diese Geräte inzwischen Arbeitsutensilien, Schatzkammern unendlichen Wissens und wertvolle Verbindung zu Familie, Freunden und Bekannten.

Nun gut, Mütter und Väter unter uns werden auch wissen, welche Faszination eben jene Geräte auf den Nachwuchs ausüben. Und zwar schon sehr zeitig.

Deshalb kommt es nicht selten vor, dass Kinder schon sehr früh das ein oder andere dieser Geräte geschenkt bekommen. Und ob es uns bewusst ist oder nicht – es verändert die Art und Weise, in der sie mit ihrer Umwelt interagieren.

Es ist notwendig, die goldene Mitte zu finden. Und nicht zu vergessen, dass das beste Geschenk, das wir unseren Kindern machen können, die Zeit ist, die wir mit ihnen verbringen.

Eltern, Familie, Freunde. Das ist die wirkliche Welt – Kinder brauchen deine Umarmungen, um sich als Teil der Welt zu fühlen

Kinder sollten in Harmonie mit dem aufwachsen, was die Welt ihnen bietet

Es geht gar nicht darum, das Umfeld der Kinder so stark einzuschränken, wie dies beispielsweise Steve Jobs getan hat: Er hat seinen Kindern schlicht den Kontakt zu Smartphone, Tablet und Rechner untersagt.

Dabei erreicht man so nicht selten das genaue Gegenteil, denn das Verbotene zieht an, noch viel stärker als das Telefon, das auf dem Couchtisch liegt. Die gesündeste Variante ist es, die Kinder in Harmonie mit allem aufwachsen zu lassen, was es in ihrer Umwelt gibt. Und ihnen zu zeigen, dass es Dinge gibt, die mehr Spaß machen, als mit dem Smartphone zu spielen.

Ballspiel statt Smartphone

Und was sind das für Dinge, die mehr Spaß machen? Was kann ihnen ihr reales Umfeld bieten?

Kultur

Sorge dafür, dass deine Kinder Kontakt zu Büchern haben. Sie sollen sie riechen, anfassen, anschauen und natürlich auch lesen können. Bücher sollten ihnen ein alltäglicher Begleiter sein.

Geh mit gutem Beispiel voran

Sorge auch dafür, dass dich deine Kinder beim Lesen sehen. Mit dem Buch in der Hand, nicht ausschließlich vorm Bildschirm.

Richte Zeiträume für Aktivitäten ein

Computerspiele & Co. dürfen einen Platz im Tagesplan haben, einen festen Platz. Ein paar Stunden pro Woche sind vollkommen ausreichend.

Die Welt passiert nicht auf dem Fernsehbildschirm

Kinder müssen raus, an die frische Luft, zum Spielen. Sie sollen die Zeit mit ihren Freunden genießen, lernen, zu fallen und wieder aufzustehen, durch das Feld zu rennen, ein Pferd zu streicheln…

In welchem Alter braucht mein Kind ein Smartphone?

Wenn du dir diese Frage schon einmal gestellt hast, dann vielleicht weil dein Nachwuchs dir mit dieser Bitte schon eine Weile in den Ohren liegt. Bevor diese wichtige Entscheidung getroffen wird, sollten wir uns über einige Dinge im Klaren sein:

  • Ein Smartphone kostet zunächst einmal Geld. Für eine Familie mag das keine große Anstrengung bedeuten, für eine andere schon. In jedem Fall sollte dem Kind der Wert des Telefons bewusst gemacht werden. Es muss reif genug sein, damit verantwortungsbewusst umzugehen.
  • Bevor das Kind ein eigenes Gerät in die Hand bekommt, sollte es wissen, wie man damit umgeht.
  • Das Alter, in dem ein Kind ein eigenes Telefon besitzen sollte, hängt von seinem Reifezustand ab. Es muss verstehen, welche Verantwortung ihm damit obliegt, welche Risiken die Nutzung des Handys birgt und wo die Grenzen liegen.

Wir empfehlen, Kinder zunächst in gemeinsam genutzten Räumen des Hauses, zum Beispiel im Wohnzimmer, die Benutzung der elektronischen Geräte zu gestatten. Hier stehen sie unter Aufsicht und können darin angeleitet werden, wie sie sich im Internet bewegen müssen. Nicht jedes Detail ihres Lebens muss auch veröffentlicht werden.

Schau auch hin, was der Nachwuchs im Netz treibt – Ein Experiment bestätigt: Soziale Netzwerke bergen Gefahren für Kinder

Smartphone

Statt Smartphone: Schenk ihnen deine Zeit

Die Erziehung eines Kindes beginnt am ersten Tag seines Lebens. Es wird Teil unserer Routine, wir bieten ihm einen Alltag an, einen Erziehungsstil, Liebe, Disziplin, die Möglichkeit, zu lernen.

Die Verwendung von Smartphone und Rechner im eigenen Zimmer, hinter verschlossener Tür, kann zu schwerwiegenden Problemen führen. Ganz besonders in der Pubertät.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Kinder von der Realität trennen, mit ihrer Umwelt nur noch über den Bildschirm kommunizieren. Und auch nicht mehr von Angesicht zu Angesicht mit uns.

Baum pflanzen statt Smartphone

Schenke ihnen schon in jungem Alter deine Zeit. Natürlich sind da die Verpflichtungen, die unsere Arbeit und unser soziales Umfeld von uns verlangen, aber darum muss Zeit für die Kinder gefunden werden:

  • Die Zeit, die du mit deinen Kindern verbringst, sollte qualitativ hochwertige Zeit sein. Schalte dein Smartphone aus und geh mit ihnen spazieren. Hör dir an, was sie beschäftigt und steh ihnen zur Seite, ohne zu urteilen. Arbeite mit positiver Verstärkung.
  • Ermögliche deinem Kind soziale Kontakte. Schreib es in einem Sportverein seiner Wahl ein, lass es zeichnen, ein Instrument erlernen oder tanzen.
  • Ein Kind, dem genügend Anreize gegeben werden, wird mehr Interesse an seiner Umwelt als am Telefon zeigen.
  • Die moderne Technik ist hervorragend geeignet, um dazuzulernen und Neues zu entdecken. Aber zunächst einmal muss die wahre Welt kennengelernt werden.

Deine Kinder werden dem folgen, was du tust, nicht dem, was du sagst. Geh daher mit gutem Beispiel voran. Zeige ihnen, wie schön es ist, mit Freunden unterwegs zu sein, Sport zu treiben, ein Buch zu lesen. Und nicht am Smartphone zu hängen.