Humane Papillomviren (HPV) und sexuelle Beziehungen

4 August, 2019
Zwar ist der Humane Papillomvirus sehr verbreitet, doch trotzdem kann dadurch Stress und Misstrauen in einer Beziehung entstehen. Deshalb ist es grundlegend, darüber Bescheid zu wissen, um ein offenes Gespräch führen zu können, damit der Partner vertrauen kann. 

Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. In den meisten Fällen sind die Folgen harmlos, doch es kann manchmal auch zu ernsten Problemen kommen. Auch die emotionalen Folgen können in einer Beziehung ihre Spuren hinterlassen.

Dieser Virus kann bei konventionellem, oralem und analem Sex übertragen werden. Am meisten sind davon Frauen betroffen, doch auch Männer können Träger sein, ohne dies zu wissen. Das CDC (Center of Desease Control and Prevention, USA) weist darauf hin, dass rund 50 % der Männer infiziert sind, ohne jedoch zu wissen, dass sie Träger sind. 

Gefahren des HPV

Die meisten Stämme des HPV lösen keine Symptome aus und verschwinden wieder von selbst, ohne schwerwiegende Gesundheitsprobleme auszulösen. Doch 14 der 100 Arten können Krebs erregen

Gefahren des HPV
HPV ist ein häufig auftretender Virus, der in den meisten Fällen keine schwerwiegenden Probleme verursacht. Doch manche Stämme sind krebserregend!
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass zwei HPV-Stämme für rund 70 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und präkanzerösen Erkrankungen verantwortlich sind. Aus diesen Statistiken geht auch hervor, dass Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung (nach Brustkrebs) bei Frauen ist.

Zwar ist Gebärmutterhalskrebs die häufigste Krebsart, die durch HPV verursacht wird, doch es könnten auch andere Tumore entstehen, insbesondere im Genital- und Anusbereich, im Mund oder Rachen, denn hier kommt es am häufigsten zu sexuellen Kontakten. So wird die zunehmende Anzahl an Männern mit Mund- und Rachenkrebs auf eine HPV-Infektion zurückgeführt.

Darüber hinaus besteht bei Männern die Gefahr, Penis- oder Analkrebs zu entwickeln, doch dies kommt nur selten vor und zwar insbesondere dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist.HPV-Infektionen können auch zu Warzen im Genitalbereich führen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Diese verursachen im Normalfall keine Schmerzen und stellen kein schwerwiegendes Problem dar. 

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Wie kann man in einer Paarbeziehung mit HPV umgehen?

Das Humane Papillomvirus kann in jeder sexuell aktiven Person schlummern, auch wenn keine Symptome vorhanden sind. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, die auch eine zytologische Untersuchung enthalten. 

Wenn einer der Partner den Virus hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch der andere damit infiziert ist. Am besten spricht man darüber offen, um mögliche gesundheitliche Schäden zu verhindern.

HPV in einer Partnerschaft
Ein ehrliches Gespräch kann mögliche gesundheitliche Schäden verhindern, wenn einer oder beide Partner mit HPV infiziert sind.

Informiere dich gut und lass dich von deinem Arzt beraten. Wenn du deinem Partner mitteilst, dass du eine sexuell übertragbare Infektion hast und ihn möglicherweise damit angesteckt hast, wird er vielleicht misstrauisch und ablehnend. Doch Wissen ist die beste Art, damit umzugehen. Du kannst deinem Partner die Ursachen und Folgen des Problems erklären.

Manche Betroffene fühlen sich mit dieser Infektion stigmatisiert, nervös und gestresst. Doch zu wissen, dass es sich um einen stark verbreiteten Virus handelt, an dem sehr viele leiden, kann beruhigend wirken. Außerdem entstehen dadurch meist keine schweren Probleme.

Die American Sexual Health Association erinnert daran, dass es wichtig ist, mit dem Partner zu sprechen und dass man sich dabei nicht schuldig oder schlecht fühlen muss. Man muss auch nicht denken, einen Fehler beichten zu müssen.

Was sagst du deinem Partner am besten?

Das HPV Projekt des US-amerikanischen Gesundheitsbüros empfiehlt, bestimmte Themen mit dem Partner zu besprechen, wenn man entdeckt, sich mit HPV infiziert zu haben:

  • 80 % der Erwachsenen, die nicht geimpft sind, infizieren sich irgendwann mit diesem Virus.
  • In den meisten Fällen sind keine unmittelbaren Symptome zu verzeichnen.
  • Die meisten Stämme sind harmlos.
  • Es gibt keine Möglichkeit zu wissen, ob man erst vor Kurzem infiziert wurde oder der Virus schon lange präsent ist.
  • Bei häufigen Sexualbeziehungen mit einem Partner, haben sehr wahrscheinlich beide den Virus.
  • Es gibt keine Behandlung gegen diesen Virus. Das eigene Immunsystem eliminiert ihn jedoch mit der Zeit.
  • HPV kann jedoch Monate oder Jahre lang vorhanden sein, bevor es verschwindet.

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Kann man trotz HPV Sex haben?

Kann man trotz HPV Sex haben?
Schutzmaßnahmen beim Geschlechtsverkehr sind der sicherste Weg!

Wie bei den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten, ist es am besten, keine sexuellen Kontakte zu haben, bis der Virus wieder unter Kontrolle steht.

Wenn der Arzt bestätigt, dass es sich um einen aggressiven Stamm handelt, sollte Geschlechtsverkehr nur mit Schutz stattfinden, um den Partner nicht anzustecken. Es empfiehlt sich immer, mit einem Facharzt zu sprechen und seinem Rat zu folgen. Denn jeder Fall ist anders. Es gibt viele verschiedene Stämme, die auch unterschiedliche Körperbereiche befallen können.

Wenn du mit einem neuen Partner eine sexuelle Beziehung eingehst, solltest du ihn darauf hinweisen und Kondome verwenden. Außerdem empfiehlt es sich, auf oralen Sex zu verzichten.

Vorsorge

Zwar ist die Ansteckung mit HPV recht häufig, doch wenn du die Risiken kennst und die richtigen Maßnahmen triffst, kannst du die Wahrscheinlichkeit einer Infektion reduzieren. Folgende präventive Maßnahmen empfehlen sich:

  • Impfung: Damit können sich Frauen und Männer SchützenIn einem Zeitraum von 6 Monaten werden 3 Dosen verabreicht. Das CDC (Center of Desease Control and Prevention, USA) empfiehlt eine Impfung ab einem Alter von 11 Jahren.
  • Verwendung von Kondomen und Latexschutz für den Mund.
  • Ungeschützte sexuelle Beziehungen vermeiden.
  • Gesunde Genitalhygiene.
  • Social and psychological impact of HPV testing in cervical screening: a qualitative study
    K McCaffery, J Waller, J Nazroo, and J Wardle. School of Public Health, Edward Ford Building (A27), University of Sydney, Australia. Department of Epidemiology and Public Health, London, England.
  • Human papillomavirus (HPV). World Health Organization. https://www.who.int/immunization/diseases/hpv/en/
  • Sixteen, Going on HPV 16
  • HPV, oral sex, oral cancer, anal cancer, other cancer, fingers, sex toys. Mark Borigini M.D.Pscology Today. https://www.psychologytoday.com/us/blog/overcoming-pain/201711/sixteen-going-hpv-16
  • Psychological Impact of Primary Screening (PIPS) for HPV: a protocol for a cross-sectional evaluation within the NHS cervical screening programme. Emily McBride, Laura Marlow, Alice S Forster, Sue Moss, Jonathan Myles, Henry Kitchener, Julietta Patnick, Jo Waller. Epidemiology and Public Health, Health Behaviour Research Centre, University College London, London, UK, Wolfson Institute of Preventive Medicine, Queen Mary University of London, London, UK. https://bmjopen.bmj.com/content/6/12/e014356
  • Virus del papiloma humano genital. La realidad. Centro de Control y Prevención de Enfermedades. https://npin.cdc.gov/stdawareness/the-facts/spanish/04_genital_hpv_sp.pdf