Die 6 besten Heilpflanzen mit wissenschaftlich bewiesenem Nutzen

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben die medizinischen Eigenschaften einiger Pflanzen bestätigt. Deshalb gelten sie heute als Hilfsmittel gegen einige Gesundheitsprobleme. Kennst du sie bereits?
Die 6 besten Heilpflanzen mit wissenschaftlich bewiesenem Nutzen

Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2020

Es gibt eine Vielzahl von Heilpflanzen mit wissenschaftlich bewiesenen Vorteilen. Das heißt, ihre Bestandteile und Eigenschaften wurden von Experten untersucht, die festgestellt haben, dass sie als Hilfsstoffe bei der Behandlung einiger Krankheiten eingesetzt werden können.

Wie in einem Artikel im Journal of Advanced Pharmaceutical Technology & Research veröffentlicht, werden eine Vielzahl von Medikamenten im Wesentlichen aus Extrakten pflanzlichen Ursprungs hergestellt. Dennoch gibt es auch Personen, die die Anwendungen von Pflanzen in ihrer natürlichen Form schätzen. Erfahre hier, welche das genau sind!

Heilpflanzen mit wissenschaftlich bewiesenen Vorteilen

Traditionell setzt die Menschheit Pflanzen seit der Antike zur Behandlung der Symptome verschiedener Krankheiten ein. Infolgedessen wurden im Laufe der Zeit wissenschaftliche Studien durchgeführt, die es ermöglicht haben, die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften zu bestätigen oder zu widerlegen.

Ebenso hat die Forschung geholfen zu bestimmen, in welchen Dosen sie sicher sind, welche von ihnen Nebenwirkungen verursachen können und in welchen Situationen man sie nicht verwenden sollte. Die Liste ist recht umfangreich, sodass wir uns im Folgenden auf die 6 wichtigsten Heilpflanzen mit wissenschaftlich belegtem Nutzen beschränken.

1. Kamille

"Heilpflanzen

Die Kamille ist eine Heilpflanze mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Wie ein in Molecular Medicine Reports veröffentlichter Artikel besagt, haben ihre Hauptanwendungen mit der Linderung von Angst, Stress und Magenproblemen zu tun. Manche Menschen verwenden sie aber auch bei Schmerzen und Hautproblemen.

Diese Pflanze ist bekannt für ihre kleinen, gänseblümchenartigen Blüten. Man findet sie meist in zwei Sorten: die „Echte Kamille“ (auch „Deutsche Kamille“ genannt) und die „Römische Kamille“.  Sie kommt oft als Tee zur Anwendung, ist aber auch in ätherischen Ölen und Extrakten erhältlich sowie in weiteren Darreichungsformen.

Ein im Electronic Physician Journal veröffentlichter Artikel listet sie als „Mehrzweckpflanze“ auf, da nachgewiesen wurde, dass sie entzündungshemmende, antimikrobielle, antidepressive und antidiabetische Eigenschaften hat, gegen Durchfall verwendet werden kann und die Leber schützt. Einige ihrer Verwendungsmöglichkeiten sind:

  • Osteoarthrose im Knie
  • Colitis ulcerosa
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Magen-Darm-Störungen
  • Ängste und Stress

Verursacht sie Nebenwirkungen? Gibt es Gegenanzeigen? Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt sie als sicher. Experten raten jedoch von einem übermäßigen Gebrauch ab. Darüber hinaus gibt es Berichte über allergische Reaktionen und Wechselwirkungen mit Antikoagulantien.

2. Lavendel

Lavendel ist eine der bekanntesten und am meisten verwendeten Heilpflanzen mit durch Studien belegten Vorteilen. Insbesondere wird er für seine anxiolytische Wirkung geschätzt, die es erlaubt, Stress- und Angstsymptome zu vermindern. Eine in der Zeitschrift Mental Health Clinician veröffentlichte Studie bestätigt diese Eigenschaften und stellt fest, dass er sehr wirksam und sicher ist.

Seine natürlichen Öle sowie die pflanzlichen Darreichungsformen unterstützen die Behandlung von Angststörungen, ohne dabei eine Abhängigkeit oder signifikante Nebenwirkungen zu verursachen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat seine Anwendung für diesen Zweck sogar genehmigt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten sind folgende:

  • Antibakterielles und antifungales Mittel
  • Entspannungsmittel für die glatte Muskulatur (Karminativum)
  • Beruhigungsmittel und Antidepressivum
  • Hautberuhigungsmittel bei Verbrennungen und Insektenstichen

Entdecke mehr über diese Arzneipflanze: Entspannung mit Lavendel: 5 Tipps

3. Sonnenhut (Echinacea)

Sonnenhut ist ein recht bekanntes Heilmittel. Neben den auffälligen violetten Blüten wird diese Pflanze in Form von Tees, Säften und Extrakten zur Stärkung des Immunsystems und zur Verbesserung der Gesundheit im Allgemeinen eingesetzt.

So hebt eine Studie in der Zeitschrift Pharmacognosy Reviews hervor, dass es sich um ein Kraut mit immunstimulierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften handelt.

Genauer gesagt findet sie bei der Behandlung von Grippe, Erkältungen und anderen Erkrankungen der Atemwege Verwendung. Ebenso wirkt sie als Schmerzmittel unter anderem bei Zahnschmerzen, Darmbeschwerden, Hauterkrankungen und Arthritis.

Was ihre möglichen Nebenwirkungen angeht, gibt es einige Kontroversen. Während einige Studien zu dem Schluss gekommen sind, dass ihre Anwendung sicher ist, haben andere festgestellt, dass sie unerwünschte Reaktionen wie Bauchschmerzen und Allergien hervorrufen kann. Verwende Echinacea daher mit Bedacht.

4. Ginkgo

Innerhalb der Liste der Heilpflanzen mit wissenschaftlich belegter Wirkung zeichnet sich Ginkgo durch seine vielfältigen medizinischen Anwendungen aus. Ginkgo ist ein in der orientalischen Medizin weit verbreitetes Kraut, das man unter anderem in Kapsel- und Tablettenform, Extrakt sowie als Blätter erwerben kann.

Jüngste Forschungen, wie auch eine in Aging and Disease veröffentlichte, zeigen, dass diese Pflanze Potenzial als Verbündeter bei der Prävention von altersbedingten Störungen hat. Insbesondere scheint Ginkgo die Gesundheit des Gehirns zu unterstützen, indem er das Risiko von Demenzerkrankungen senkt.

Außerdem wurde in einer Studie, die in Drug Design, Development and Therapy erschienen ist, festgestellt, dass Ginkgo auch Komponenten enthält, die zur Behandlung von Typ-2-Diabetes beitragen. Dennoch sind weitere Studien erforderlich, um seine Sicherheit und Wirksamkeit besser bewerten zu können.

Bislang wurden folgende mögliche Nebenwirkungen festgestellt:

  • Beeinträchtigung der Leberfunktion, was eine Kontrolle der Leberenzyme erforderlich macht.
  • Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten und anderen Arzneimitteln.
  • Seine Samen dürfen nicht verzehrt werden, da sie giftig sind.
  • Forscher bringen eine langfristige Überdosierung mit einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenprobleme und Leberkrebs in Verbindung (dies wurde bei Ratten beobachtet).
  • Bei manchen Menschen verursacht er Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Schwindel oder allergische Reaktionen.

5. Johanniskraut

Johanniskraut wird auch als „Hypericum“ bezeichnet. Es gehört zu den Heilpflanzen mit beruhigender Wirkung, da es antidepressive und anxiolytische Funktionen hat. Insbesondere enthält es Hypericin und Hyperforin, wie es ein in Systematic Reviews veröffentlichter Artikel beschreibt.

Bei diesen Substanzen handelt es sich um Wirkstoffe mit antidepressivem Potenzial, die unter anderem die Linderung von Angstzuständen begünstigen. Es wirkt außerdem antibakteriell und entzündungshemmend und wird bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Einige seiner Nebenwirkungen sind wie folgt:

  • Wechselwirkung mit Medikamenten
  • Unruhe
  • Brennendes Gefühl und Kribbeln
  • Schwindelgefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Reizbarkeit
  • Magenbeschwerden
Johanneskraut Heilpflanze
Johanniskraut kann bei Stimmungsstörungen wie Depressionen und Angstzuständen hilfreich sein.

6. Pfefferminze

Wenn wir über die besten Heilpflanzen mit wissenschaftlichem Beweis sprechen, können wir die Pfefferminze nicht auslassen. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist sie eine der am meisten verbreiteten und verwendeten pflanzlichen Inhaltsstoffe auf der ganzen Welt.

Sie wird insbesondere zur Linderung von Beschwerden im Verdauungssystem, bei Kopfschmerzen und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

In diesem Zusammenhang stellt ein wissenschaftlicher Artikel, der in der Zeitschrift Phytotherapy Research veröffentlicht wurde, fest, dass Minzblätter phenolische Komponenten wie Rosmarinsäure und verschiedene Flavonoide enthalten, deren Aufnahme zur Erhaltung der Gesundheit beiträgt. Im Allgemeinen wirkt Minze entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell, analgetisch und immunmodulatorisch.

Ihre moderate Verwendung ist für die meisten gesunden Erwachsenen sicher. Im Übermaß kann sie jedoch reizend sein. Außerdem kann diese Pflanze mit einigen Medikamenten in Wechselwirkung treten; wenn du dich also gerade in einer medikamentösen Behandlung befindest, ist es am besten, deinen Arzt zu konsultieren, bevor du Minze als Heilmittel ausprobierst.

Heilpflanzen mit wissenschaftlich belegtem Nutzen sollten mit Vorsicht verwendet werden

Obwohl die Wissenschaft viele der Eigenschaften der oben genannten Pflanzen bestätigt hat, bedeutet dies nicht, dass sie als erste Option für die Behandlung gegen Krankheiten eingesetzt werden können. Meistens sind sie lediglich eine Ergänzung, um die Symptome bestimmter Erkrankungen zu lindern.

Tatsächlich sind ihre Wirkungen eher vorübergehend und nicht immer so, wie die Person es erwartet. Trotzdem legen die Erkenntnisse nahe, dass sie für viele Patienten hilfreich sein können. Deshalb lohnt es sich, sie auszuprobieren, wenn keine Gegenanzeigen vorliegen. Es könnte dich interessieren ...

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