Dengue-Impfung: Alles, was du darüber wissen musst

Dengue oder Dengue-Fieber ist eine Krankheit, die durch vier verschiedene Stämme des Dengue-Virus verursacht wird, was es schwierig macht, sie vollständig zu verhindern. Glücklicherweise ist seit 2015 ein Impfstoff zur Anwendung zugelassen.
Dengue-Impfung: Alles, was du darüber wissen musst
Elisa Martin Cano

Geschrieben und geprüft von Der Ärztin Elisa Martin Cano.

Letzte Aktualisierung: 21. November 2022

Der Dengue-Impfstoff ist einer der größten Fortschritte in der Medizin. Nach mehr als 60 Jahren Forschung darüber, wie man die Auswirkungen dieser Krankheit kontrollieren oder reduzieren kann, wurde 2015 mit der Dengue-Impfung die erste künstliche Immunisierung erreicht.

Das Dengue-Fieber (kurz Dengue) ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten der Welt. Man schätzt, dass sich jedes Jahr etwa 50 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus infizieren. Dies führt zu etwa 25.000 Todesfällen pro Jahr, vor allem in Asien, Afrika und Südamerika.

Die Dengue-Impfung kommt derzeit in Gebieten mit hohem Infektionsrisiko zum Einsatz. Darüber hinaus können sich Menschen mit dem Dengue-Impfstoff impfen lassen, die in diese Regionen reisen.

Was ist eine Dengue-Virusinfektion?

Dengue oder Dengue-Fieber ist eine Krankheit, die durch Viren verursacht wird, die  zur Familie der Flaviviridae gehören. Innerhalb dieser Familie gibt es vier verschiedene Arten, die sich jedoch alle sehr ähnlich sind, vor allem auf struktureller Ebene.

Die wissenschaftlichen Namen dieser Viren sind DEN-1, DEN-2, DEN-3 und DEN-4. Der grundlegende Aspekt dabei ist, dass die Übertragung durch Mücken erfolgt. Das bedeutet, Stechmücken sind Träger des Virus und Vektoren. Wenn sie einen Menschen stechen, impfen sie ihn mit Partikeln des Virus.

Die meisten Fälle sind auf Stechmücken der Art Aedes aegypti zurückzuführen. Eine andere Art, die das Virus ebenfalls übertragen kann, ist A. albopictus. Wie bereits erwähnt, tritt die Infektion hauptsächlich in Asien, Lateinamerika und Afrika auf.

Die Krankheit ist endemisch und epidemisch. Das bedeutet, dass sie typisch für diese Gebiete ist und außerdem viele Menschen an einem bestimmten Ort betrifft.

Darüber hinaus können diese Mücken auch andere Krankheiten, wie z. B. Gelbfieber, übertragen. Dies stellt ein erhöhtes Risiko und eine ernste Situation für die Gesundheitsbehörden in diesen Gebieten dar.

Dengue-Impfung - Moskito auf der menschlichen Haut
Die Übertragung von Dengue erfolgt durch den Stich infizierter Mücken.

Welche Symptome treten auf?

Das Dengue-Virus verursacht bei 25 % der Infizierten Symptome. Am häufigsten ist ein allgemeines Unwohlsein mit Fieber. Es kann zu Muskel- und Knochenschmerzen sowie zu starken Kopfschmerzen hinter dem Auge kommen.

Darüber hinaus können gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ein Hautausschlag oder kleine Blutungen, wie Petechien oder Blutergüsse, sind häufig. Es kann sogar zu Zahnfleischbluten kommen.

Das Problem ist, dass etwa 1 von 20 Infizierten ein schweres Dengue-Fieber entwickelt. Dabei gerät die Person in einen Schockzustand. Charakteristisch dafür sind starke Blutungen, Organversagen, wie z. B. Leberversagen, oder Atemnot.

Das Todesrisiko ist in diesen Fällen sehr hoch. Daher ist ein schnelles Handeln erforderlich. Schweres Denguefieber kann bei jeder infizierten Person auftreten, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen.

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Warum ist die Dengue-Impfung wichtig?

Die Übertragung des Dengue-Virus erfolgt nur durch Mückenstiche. Das ist sehr wichtig zu wissen, denn das bedeutet, dass es nicht oral, sexuell oder über die Atemwege übertragen wird.

Wenn sich eine Person infiziert hat und es ihr gelingt, sich zu erholen, erwirbt sie eine Immunität gegen das Virus. Wie wir bereits erwähnt haben, gibt es jedoch vier verschiedene Stämme innerhalb der Familie. Daher besteht diese Immunität nur gegen das spezifische Virus, das die Infektion verursacht hat.

Daher ist die Dengue-Impfung auch so wichtig, denn der im Dezember 2015 zugelassene Impfstoff ist gegen die 4 verschiedenen Virustypen wirksam.

Dengue-Impfung - Dengue-Impfstoff

Dengue-Impfung: Was für ein Impfstoff kommt zum Einsatz?

Der Dengue-Impfstoff wird aus abgeschwächten Lebendviren hergestellt. Dies bedeutet, dass ein Teil des Virus geimpft wird, aber seine Fähigkeit, eine Infektion zu verursachen, reduziert ist. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, gegen die Partikel aktiv zu werden.

Die Dengue-Impfung wird inzwischen in Gebieten empfohlen, in denen das Virus vorkommt. Menschen im Alter von 9 bis 45 Jahren sollten insgesamt drei Dosen erhalten. Die Injektion der zweiten Dosis erfolgt nach 6 Monaten, die der dritten 12 Monate nach der Erstdosis.

Aus den Studien geht hervor, dass der Dengue-Impfstoff auch bei Menschen wirksam sein soll, die bereits mit dem Virus infiziert sind, was eine gute Nachricht wäre. Allerdings bestehen diesbezüglich gewisse Vorbehalte. Daher bedarf es einer längeren Einsatzdauer, um die unerwünschten Wirkungen und die Fähigkeit, eine langfristige Reaktion hervorzurufen, zu klären.

Obwohl es sich um einen Durchbruch handelt, laufen weitere Untersuchungen, um die Durchführbarkeit der Dengue-Impfung für die breite Masse zu prüfen. Daher ist es in jedem Fall empfehlenswert, eine/n auf dieses Thema spezialisierte/n Arzt/Ärztin zu konsultieren, unabhängig davon, ob du in einem Land lebst, in dem die Krankheit zirkuliert, oder ob du dorthin reisen möchtest.

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