Chronisches Erschöpfungssyndrom bei Frauen

26 September, 2014
Chronische Erschöpfung kann die Lebensqualität stark einschränken. In diesem Beitrag erfährst du, wie du vorbeugen kannst, welche Symptome auftreten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Bei dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (chronic fatigue syndrome, CFS) handelt es sich um eine sehr komplexe Krankheit, welche die Lebensqualität der Betroffenen extrem beeinflusst. Aus Statistiken geht hervor, dass hauptsächlich Frauen an diesem Syndrom erkranken. Schmerzen, extreme Müdigkeit, Depressionen … die Folgen können tiefgreifend sein. Es ist wichtig, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu kennen.

Die Auswirkungen des Chronischen Erschöpfungssyndroms auf die Betroffenen sind verheerend, insbesondere weil sie auf eine oder andere Art durch die Krankheit isoliert werden und viele Probleme bei der Arbeit und auch im gesellschaftlichen Leben entstehen. Jede kleine Anstrengung kann extreme Müdigkeit verursachen sowie Schmerzen, die völlige Ruhe erfordern. Doch welche Ursachen provozieren diese Krankheit? Und was kann man dagegen machen?

Symptome des Chronischen Erschöpfungssyndrom

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Personen mit diesem Syndrom erzählen, dass für sie jeder Tag eine neue Herausforderung darstellt, die es zu bewältigen gilt. Es gibt viele Hinweise auf diese Erkranung:

  • Die Symptome erscheinen in einem Alter zwischen 25 und 50 Jahren.
  • Man verspürt konstante Schmerzen, manche Betroffene berichten, dass sie schon bei leichtem Fingerdruck am Hals oder Rücken unerträglichen Schmerz empfinden.
  • Der Muskelschmerz ist wie ein starkes Verbrennungsgefühl. Anfangs wird dieser mit Grippeschmerzen verwechselt, dieselbe Müdigkeit und allgemeine Gliederschmerzen treten auf. Es handelt sich nicht um einen konkreten, sondern verallgemeinten Schmerz.
  • Ständige Müdigkeit. Personen mit Chronischem Erschöpfungssyndrom fühlen sich ständig müde und ausgelaugt, kleinste Hausarbeiten, die Versorgung ihrer Kinder oder sogar die tägliche Hygiene wirken erschöpfend. Schon beim Kämmen entstehen Schmerzen.
  • Oft leiden die Betroffenen an Schlaflosigkeit.
  • Magenprobleme
  • Schwindel
  • Migräne
  • Stimmungsschwankungen, die durch die Schmerzen und die Müdigkeit verursacht werden. Leichter Stress oder Überlastungen provozieren stärkere Schmerzen und Müdigkeit. Große Belastungen wie etwa der Verlust einer geliebten Person können die Situation extrem verschlimmern.
  • Auch das Syndrom des trockenen Auges kommt häufig vor.
  • Probleme bei der Produktion von Hormonen in der Nebenniere.

Was sind die Ursachen für Chronisches Erschöpfungssyndrom?

Bis jetzt sind die Auslöser für dieses Syndrom noch unklar. Bis vor kurzem wurden die Urachen mit folgenden Erkrankungen in Zusammenhang gebracht:

  • Epstein-Barr-Virus (EBV), auch Humanes-Herpes-Virus 6, HHV 6
  • Entzündung des Nervensystems aufgrund einer Störung des Immunsystems

In einer neueren Studie, die im Journal of Translation Medicine veröffentlicht wurde, wurden acht Proteine identifiziert, die mit dieser Krankheit in Verbindung stehen:

  • Das heißt, dass es sich um eine Gruppe von Molekülen handeln könnte, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. Eine kleine Veränderung in diesen Strukturen könnte eine immunologische Störung auslösen, die allgemeines Unwohlsein verursacht. Die Untersuchungen über Entwicklung und Behandlung der Krankheit lassen Hoffnung aufkommen.

Warum sind Frauen vermehrt von diesem Syndrom betroffen?

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Es fehlen noch viele Daten zum Verständnis dieser Krankheit, doch klar ist, dass hauptsächlich Frauen davon betroffen sind. Es ist möglich, dass ein Zusammenhang mit den Hormonen besteht und schon bei minimalen Veränderungen die Moleküle, die mit dem Immunsystem in Verbindung gebracht werden, den Krankheitsprozess auslösen. Fast doppelt so viele Frauen leiden an CFS, deshalb vermuten Experten, dass ein Zusammenhang besteht zwischen:

  • Erbfaktoren, Hormonstörungen, Stress und Angstgefühle sowie Störungen des Immunsystems.

Wie kann CFS behandelt werden?

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  • Derzeit gibt es leider keine Heilmethoden für das Chronische Erschöpfungssyndrom. Wie aus den zuvor genannten Studien hervorgeht, sollte vorsorgend das Immunsystem gestärkt werden. Doch wie ist das möglich? Mit Vitamin C (Orangen, Zitronen, Kiwis), Vitamin B12 (als Nahrungsergänzungsmittel in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich) sowie Vitamin A, welches gegen Infektionen vorbeugt (Obst und Gemüse mit roter und grüner Farbe). Viele Betroffene können die Symptome mit diesen Vitaminen verbessern.

Zur Verbesserung der Lebensqualität werden Patienten mit CFS wie folgt behandelt:

  • Kognitiv-behaviorale Therapien zur Verbesserung der persönlichen und gesellschaftlichen Lebensqualität.
  • Techniken zur Verbesserung der Schlafqualität.
  • Arzneimittel zur Linderung von Schmerzen, Beschwerden und Fieber.
  • Angstlösende Arzneimittel (Anxiolytika).
  • Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva).

Jeder Patient benötigt eine individuelle, speziell auf ihn abgestimmte Therapie. Wir empfehlen Ihnen, eine adäquate Ernährung nicht zu vergessen, um Ihr Immunsystem zu schützen.

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