Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung tritt erstmals oft zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr auf. Allerdings wird die Krankheit bei vielen Menschen erst nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert.

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung handelt es sich um ein langfristiges Leiden, das die Atmung erschwert und Alltag sowie Lebensqualität stark beeinträchtigen kann.

Oft wird der Begriff COPD (chronic obstructive pulmonary disease) benutzt, um dieses Krankheitsbild zu beschreiben. Meist handelt es sich dabei um eine Kombination von chronischer Bronchitis und einem Lungenemphysem.

Chronische Bronchitis

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine chronische (kontinuierliche) Entzündung der Luftwege (Bronchien) in der Lunge. Das Symptom ist Husten, der mindestens 3 Monate anhält und mit Auswurf einhergeht.

Die Bronchien produzieren übermäßigen Schleim, um die Atemwege feucht zu halten. Der daraus entstehende Husten und die Verengung der Atemwege führen zu Beschwerden und Atemnot.

Lungenemphysem

 

Lungenemphysem

Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen (Alveolen) beschädigt oder schmerzhaft überdehnt. Der Sauerstoff kann nicht mehr effizient ins Blut transportiert werden. Die Luftbläschen fallen in sich zusammen und können die mikroskopisch kleinen Luftwege (Bronchioli resparitorii) nun nicht mehr aufrechterhalten. In der Folge kommt es zu Atembeschwerden.

Welche Symptome gibt es bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung?

Häufig entwickelt sich die Symptomatik der COPD langsam über mehrere Jahre hinweg. Die Hauptsymptome können von Atemnot, Keuchen und einem Engegefühl in der Brust bis hin zu Husten mit vermehrtem Auswurf reichen.

Ein Arzt stellt anhand unterschiedlicher Faktoren fest, ob die COPD als schwach, moderat oder schwerwiegend einzustufen ist. Zuerst findet er heraus, welche Symptome der Patient aufweist. Er schaut, ob der Patient leicht außer Atem kommt und wie stark der Patient von dem Problem im täglichen Leben eingeschränkt wird.

Als Nächstes möchte er erfahren, ob der Patient oft an Infekten der Atemwege (Erkältungen oder Grippe) leidet, ob chronischer Auswurf vorhanden ist und wie oft der Patient in der Vergangenheit krank war. Es ist erwähnenswert, dass Patienten die an einer COPD leiden, oft an Infektionen der Atemwege erkranken.

Die ernsthafte COPD

Frau mit Lungenerkrankung

Bei einer schwerwiegenden COPD können außerdem noch andere Symptome auftreten, die auf eine ernsthafte Lungenerkrankung hindeuten können:

  • blaue Verfärbung der Haut (Zyanose)
  • Wassereinlagerungen, die zu geschwollenen Füßen, Knöcheln und Beinen führen können
  • Starke Müdigkeit
  • Gewichtsverlust

Was ist die Ursache für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen?

Ein Großteil der Fälle wird durch Rauchen verursacht. Auch eine passive Rauchbelastung, insbesondere im Säuglingsalter, kann das Risiko für eine COPD erhöhen.

Auch eine längere Staub- oder Chemikalienbelastung im Beruf kann dazu führen. Darüber hinaus kann Luftverschmutzung zusätzlich für das Fortschreiten der Krankheit verantwortlich sein. 

Risikofaktoren

Risikofaktoren für eine Lungenerkrankung

Zusätzlichen kommen auch andere Risikofaktoren in Frage. So zum Beispiel:

  • Lungenerkrankungen in der Familie
  • Asthma in der Familie (mit chronischem Krankheitsverlauf)
  • Lungen- und Atemwegsprobleme in der Kindheit

Test- und Diagnosemöglichkeiten

Um eine Diagnose zu erhalten, wird der Arzt verschiedene Tests veranlassen, die den gesundheitlichen Zustand näher erfassen sollen. Diese Tests sind verlässlicher als die Aussagen des Patienten, die während der Anamnese gemacht wurden.

Natürlich ist es wichtig herauszufinden, ob es sich bei dem Patienten um einen (Ex-)Raucher handelt oder ob eine Staub-, Schmutz- oder Gasbelastung vorliegt.

Tests, die den gesundheitlichen Hintergrund erkunden, sind zum Beispiel:

  • Der Lungenfunktionstest. Der Spirometrie-Test überprüft die Lungenfunktion. Der Patient muss hierfür in ein sogenanntes „Spirometer“ blasen. Zu den wichtigsten Messungen für eine Diagnose zählen die Werte der Vitalkapazität sowie die Werte der Einsekundenkapazität.
  • Computertomographie oder Röntgenaufnahme des Rückens. Diese Untersuchungen können Hinweise auf eine COPD geben. Bildgebende Verfahren können auch dabei helfen, andere Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik zu erkennen.
  • Die arterielle Blutgasanalyse. Mit diesen Tests wird das Sauerstoff- und Kohlendioxidvolumen im Blut gemessen. Diese Werte helfen bei der Beurteilung der Lungenfunktion.

Komplikationen bei einer Lungenerkrankung

  • Angstzustände und Depressionen
  • Herzschwäche
  • Diabetes Typ 2
  • Lungenhochdruck (hoher Blutdruck in den Arterien und Blutgefäßen der Lunge)
  • Polyglobulie (erhöhte Hämoglobinkonzentration im Blut)
  • Osteoporose (Leiden bei dem die Knochen schwächer und poröser werden. Das Risiko für Frakturen steigt dadurch an.)

Wann sollte man zum Arzt?

Arzt untersucht Lungenerkrankung

Wenn die erkrankte Person Raucher ist oder war, älter als 35 Jahre ist und die folgenden Symptome hat:

  • Wenn Schwierigkeiten beim Atmen auftreten und die Person ständig keucht. Oft fällt dieses Symptom erstmals bei körperlicher Betätigung auf.
  • Husten mit Auswurf (Abhusten des Schleims), der über mehrere Tage ganztägig anhält.
  • Wenn die Person regelmäßig an Infektionen der Atemwege (Erkältung, Grippe) leidet.

Was kann getan werden?

Das Wichtigste ist, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Der Husten verbessert sich, die Schwierigkeiten beim Atmen nehmen ab und die weitere Verletzung der Atemwege kann verhindert werden.

Jedoch gilt COPD als fortlaufende Erkrankung, für die es leider keine Heilung gibt. Auch eine Revision der bereits vorhandenen Schäden der Lunge ist ausgeschlossen. Allerdings gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die den Fortschritt der Krankheit verlangsamen und die Lungenfunktion verbessern können.

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