Asthma bronchiale: Symptome, Auslöser und Diagnose

18 April, 2018
Asthma bronchiale oder Bronchialasthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Wenn bestimmte innere (endogene) und äußere (exogene) Einflüsse zusammentreffen, dann verursacht dies eine akute Verengung der Atemwege. Das bedeutet, dass sich die Bronchien zusammenziehen. Dadurch wird die Luftzufuhr in die Lungen stark eingeschränkt oder blockiert.

Die Ursachen von Asthma bronchiale sind sehr komplex. Typischerweise treten bei dieser Erkrankung Reizungen, Entzündungen, schnell aufeinanderfolgende Verengung der Atemwege und überempfindliche Bronchien auf. Die Bronchialmuskulatur neigt verstärkt zu Verkrampfungen.

Glücklicherweise hat der Großteil der Asthma-Patienten meistens leichtere oder selten auftretende Symptome. Es gibt aber auch Patienten, die schwerwiegende Anfälle erleiden, die sogenannten „Asthma-Attacken“. Diese verursachen ernsthafte Beschwerden und dauern in der Regel länger. Dadurch wird die Atmung sehr stark erschwert.

Wer ist von Asthma bronchiale betroffen?

Kind mit Asthma bronchiale

Nach den Angaben der WHO, das ist die Weltgesundheitsorganisation, leiden weltweit mehr als 230 Millionen Menschen an Asthma bronchiale. Das sind ungefähr 5% der gesamten Weltbevölkerung. Andere Quellen sprechen gar von 330 Millionen Betroffenen weltweit.

Unabhängig vom Entwicklungsstand eines Landes ist es dennoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass rund 80% der Asthma-bedingten Todesfälle in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung auftreten. 

Grundsätzlich kommt Asthma in allen Ländern vor und Menschen aller Altersklassen können daran erkranken. Allgemein sind Kinder häufiger davon betroffen. Während des Heranwachsens wird Asthma häufig durch Allergien ausgelöst.

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Ursachen von Asthma bronchiale

Der Ursprung von Asthma konnte nie eindeutig geklärt werden. Dennoch ist es wichtig, zwischen ätiologischen Faktoren und anderen Auslösern zu unterscheiden. Ätiologische Faktoren sind direkte Ursachen für eine Erkrankung wie beispielsweise genetische Ursachen. Andere Auslöser verursachen die Krankheit zwar nicht direkt, sie können aber dennoch bei manchen Patienten weitere Probleme verursachen.

Ätiologische Faktoren

  • Genetische Vorbelastung: Wenn in der Familiengeschichte bereits mehrere Fälle von Asthma bronchiale und/oder Allergien mit Atembeschwerden aufgetreten sind.
  • Häufiger Kontakt mit Allergenen: Allergene sind Substanzen, die Allergien und Atemwegserkrankungen verursachen können. Die wichtigsten Allergene sind:
    • Mikroskopisch kleine Pilze (entstehen durch Feuchtigkeit)
    • Schuppen, Fell und Hautschuppen von Haustieren
    • Stoffe (wie beispielsweise Wolle)
    • Rauchen
    • Sägespäne
    • Milben
    • Staub
    • Pollen

Auslöser

Erwachsene - Asthma bronchiale

Normalerweise werden verschiedenste äußere Umwelteinflüsse mit dem Auftreten der Symptome von Asthma bronchiale in Verbindung gebracht. Die häufigsten sind folgende:

  • Virusinfektionen
  • Tabakrauch
  • Zöliakie oder Gluten-Intoleranz
  • Umweltverschmutzung und schlechte Luftqualität
  • Plötzlicher Wetterwechsel (extreme Kälte, Feuchtigkeit oder Schnee)
  • Längere Einnahme bestimmter Antibiotika und anderer Medikamente

Symptome von Asthma bronchiale

Die Stärke und Intensität der Symptome kann je nach Patient ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie können eher leichterer Natur sein, genauso kann aber auch ein chronisches Asthma bestehen. Fast immer hängt die Ausprägung von der Stärke deines Immunsystems ab.

Obwohl die Symptome von der Art und der Schwere deiner Asthma-Erkrankung abhängen, treten grundsätzlich immer folgende auf:

  • Husten: Typischerweise tritt ein Reizhusten auf, meist mit wenig Schleim. Manchmal ist der Husten auch komplett trocken.
  • Atembeschwerden: Diese treten in der Regel auf, wenn du Sport treibst oder dich körperlich stark anstrengst. Bei sehr ernsthaften Krankheitsverläufen können sie sogar auftreten, während du sprichst oder selbst, wenn du dich ausruhst.
  • Pfeifen oder Rasseln in der Brust: Dieses Geräusch entsteht, wenn die Atemluft durch die verengten Atemwege hindurchzuströmen versucht. Am besten kann der Arzt das Rasseln mit einem Stethoskop abhören.

Weitere mögliche Symptome können sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schmerzen oder Reizungen im Hals
  • Druckgefühl auf der Brust
  • Unregelmäßiger Atemrhythmus (langsamer oder schneller als normal)
  • Verstopfung der Nase (zähflüssiger Schleim, der nur schwer abzuhusten ist) und Niesen
  • Schwierigkeiten beim Laufen oder Sprechen bedingt durch dich Atembeschwerden (dies ist ein sehr ernsthaftes Symptom)

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Diagnose von Asthma bronchiale

Atemwege - Asthma bronchiale

Üblicherweise beginnt die Diagnose dieser Erkrankung mit der Analyse deiner medizinischen Vorgeschichte (Anamnese), deiner Familiengeschichte sowie weiterer möglicher Risikofaktoren. Wenn bei einem Patienten Asthma bronchiale bereits diagnostiziert wurde, dann werden auch frühere Asthma-Anfälle in die Bewertung einbezogen.

Viele Fälle stehen auch in engem Zusammenhang mit Allergien. Wenn ein Patient einen Schnupfen (Rhinitis) oder Ekzeme hat, dann könnte der Arzt das Bestehen einer asthmatischen Erkrankung vermuten. Ergänzend wird der Arzt aber noch weitere Untersuchungen durchführen, um eine gesicherte Diagnose zu erstellen:

  • Allergietests
  • Blutbild
  • Lungenfunktionstest
  • Röntgenaufnahmen der Brust und der Nebenhöhlen
  • Blutgasanalyse (bei sehr schweren Asthma-Anfällen)

Behandlung

Leider gibt es keine vollständige Heilungsmöglichkeit. Aber es gibt einige Behandlungsmöglichkeiten, mit denen du Asthma weitgehend in den Griff bekommen kannst. Grundsätzlich ist das Ziel all dieser Behandlungen, die Schwere der Anfälle zu reduzieren und gleichzeitig das erneute Auftreten von Symptomen bestmöglich zu verhindern.

Die wichtigsten Behandlungsziele sind:

  • Vorbeugung und Linderung chronischer Symptome (besonders den Husten und die Atembeschwerden)
  • Aufrechterhaltung der Lungenfunktion
  • Reduzierung deines Bedarfs an Notfallmedikamenten, die du benötigst, wenn du einen Asthma-Anfall erleidest
  • Vermeidung chronischer Asthma-Anfälle

Medikamentöse Behandlung beinhaltet:

  • Entzündungshemmende Medikamente: Am häufigsten werden Kortikoide verschrieben (Beclometason, Budesonid, Fluticason, Mometason).
  • Bronchodilatatoren (zur Erweiterung der Bronchien): Beta-2-Agonisten (Salbutamol, Terbutalin, Salmeterol und Formoterol), anticholinerge Medikamente (Ipratropiumbromid) sowie Methylxanthine.
  • Antihistaminika (antiallergische Wirkstoffe): Diese bekämpfen zwar nicht die Asthma-Erkrankung, dennoch reduzieren sie mögliche allergische Symptome.

Wenn du unter Asthma bronchiale leidest, dann ist es sehr wichtig für dich, dass du einen Notfallplan hast, der folgendes beinhaltet:

  • Zuallererst musst du natürlich deine Medikamente korrekt einnehmen. Nimm sie zur richtigen Zeit ein und befolge in jedem Fall genau die Anweisungen deines Arztes.
  • In einem Notfall solltest du unbedingt sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Du solltest dir auch darüber bewusst sein, wie gut du deine Erkrankung im Griff hast und dich regelmäßig untersuchen lassen.
  • Versuche, so weit irgend möglich, alle äußeren Auslöser zu vermeiden, die einen Asthma-Anfall verursachen könnten.
  • Und natürlich solltest du grundsätzlich sehr gut auf dich achten, wenn du Sport treibst. Du weißt am besten, wie viel du dir zumuten kannst und wann du dich besser schonen solltest.
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