CBD-Öl gegen Schmerzen: Was sagt die Wissenschaft?

Chronische Schmerzen haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt, deshalb sind neue Therapien und unterstützende Behandlungsformen wichtig.
CBD-Öl gegen Schmerzen: Was sagt die Wissenschaft?

Geschrieben von Babel

Letzte Aktualisierung: 24. Mai 2022

Cannabidiol (CBD) ist eine Substanz, die aus der weiblichen Hanfplanze extrahiert und in CBD-Öl oder in anderen Formen verabreicht wird, da sie verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist. Viele Menschen leiden an chronischen Schmerzen und stellen sich deshalb die Frage, ob CBD-Öl effektiv gegen Schmerzen wirkt. Wir analysieren heute verschiedene Studien, um eine Antwort zu finden.

CBD-Öl ist kein gewöhnliches Hanföl. Ersteres ist ein mit CBD angereichertes Trägeröl, zweiteres ein aus Hanfsamen gepresstes Speiseöl.

CBD-Öl gegen Schmerzen

Chronische Schmerzen – ein weitverbreitetes Leid

Chronische Schmerzen haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt, deshalb sind neue Therapien und Behandlungsformen wichtig. Diese sollten jedoch möglichst wenige Nebenwirkungen auslösen, damit sie langfristig zum Einsatz kommen können.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft informiert, dass rund 8 bis 16 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen leiden, wobei die häufigste Ursache Erkrankungen des Bewegungsapparats sind. Auch Kopfschmerzen sind weitverbreitet: Das Journal of Health Monitoring informiert, dass in Deutschland über 57 % der Frauen und über 44 % der Männer mindestens einmal im Jahr an Kopfschmerzen leiden.

Viele Wissenschaftler sind auf der Suche nach neuen Mitteln, um chronische Schmerzen zu lindern. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Forschungen über CBD vielversprechend.

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Was ist CBD und wie wirkt diese Substanz?

CBD wirkt auf das Endocannabinoid-System (ECS), das verschiedenste Körperprozesse beeinflusst. Es reguliert unter anderem entzündliche Prozesse und hilft bei der Schmerzregulation. Es handelt sich um ein komplexes System, das noch nicht ausreichend erforscht ist. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass ein gestörtes ECS im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten wie Migräne stehen könnte.

Die CB1-Rezeptoren befinden sich vorwiegend im Zentralnervensystem in Bereichen, die für das Schmerzempfinden, die Motorik und Lernprozesse verantwortlich sind. Die CB2-Rezeptoren sind hauptsächlich im Immunsystem vorzufinden.

Cannabidiol (CBD) ist ein exogenes (nicht körpereigenes) Cannabinoid, das an die Rezeptoren des ECS andocken und in der Folge physische und psychologische Wirkungen entfalten kann. CBD hilft so unter anderem bei Angstzuständen, Schlafstörungen, Verspannungen oder emotionaler Unausgeglichenheit.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Körper mit CBD zu versorgen. Eine davon ist CBD-Öl, ein Trägeröl mit CBD in verschiedenen Konzentrationen.

Immer mehr wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass CBD eine ausgezeichnete Alternative oder Unterstützung in der Schmerzbehandlung sein kann und außerdem ein sehr gutes Sicherheitsprofil aufweist.

CBD-Öl gegen Kopfschmerzen

CBD-Öl gegen Schmerzen: Was sagt die Wissenschaft?

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität vieler Menschen, deshalb sind einige Studienergebnisse im Zusammenhang mit CBD hoffnungsvoll.

Eine Studie der Wissenschaftlerin Katarzyna Starowicz, die an der Abteilung für Neurochemie der Polnischen Wissenschaftsakademie in Krakau forscht, erwähnt CBD als gut verträglichen und natürlichen Wirkstoff mit schmerzlindernden Eigenschaften.

Eine Metastudie über Cannabinoide in der Behandlung von nicht krebsbedingten Schmerzen, in der 18 randomisierte Studien überprüft wurden, zeigt ebenfalls interessante Resultate: Die Wissenschaftlerinnen Mary E. Lynch und Fiona Campbell weisen darauf hin, dass Cannabinoide in 83 % der Studien wirksame und sichere Ergebnisse in der Behandlung chronischer Schmerzen erzielten.

Kopfschmerzen und Migräne

Auch Kopfschmerzen und Migräne verlaufen in vielen Fällen chronisch und sind sehr beeinträchtigend. Verschiedene Studien haben in diesem Zusammenhang vielversprechende Ergebnisse geliefert.

Eine im Jahr 2010 in der Zeitschrift Experimental Neurology veröffentlichte Studie zeigt, dass die Aktivierung des Endocannabinoid-Systems (ECS) ein vielversprechendes Instrument zur Linderung physiologischer und entzündlicher Schmerzen sein könnte, was unter anderem im Zusammenhang mit Migräne von Interesse ist.

Eine Studie der Wissenschaftlerin Rosaria Greco aus dem Jahr 2022 weist darauf hin, dass Cannabinoide mit den Signalwegen interagieren, die mit Migräne im Zusammenhang stehen. Das Endocannabinoid-System könnte deshalb in der Behandlung von Migräne eine wichtige Rolle spielen.

Viele weiter Studien legen nahe, dass Cannanbinoide bei der Behandlung von Schmerzen, insbesondere bei Kopfschmerzen und Migräne, sehr hilfreich sein könnten.

CBD wird zwar aus der Hanfpflanze extrahiert, hat jedoch keine berauschende Wirkung. Nur THC, ein anderes Cannabinoid der Hanfplanze ist psychoaktiv.

Entzündungshemmende Wirkung

In vielen Fällen sind chronische Entzündungen die Auslöser für Schmerzen. Verschiedene Studien informieren über die entzündungshemmende Wirkung von CBD.

In einer Studie aus dem Jahr 2008 konnte die Forscherin Alexander Nadig ebenfalls nachweisen, dass CBD in Produkten mit einem sehr geringen Gehalt an THC (wie CBD-Öl) entzündungshemmende Wirkungen hat und deshalb für die therapeutische Anwendung von großem Interesse ist.

Über das endogene Cannabinoid-System und über Cannabinoide wie CBS gibt es noch viel zu forschen. Wir warten gespannt auf weitere wissenschaftliche Studien, die für viele Schmerzpatienten von großem Interesse sein könnten.

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