Blinddarmentzündung: Was verbirgt sich dahinter und warum tritt sie auf?

20 Juli, 2015

Die im Volksmund als Blinddarmentzündung bezeichnete Entzündung des Wurmfortsatzes tritt in allen Altersklassen recht häufig auf. In der Mehrzahl der Fälle wird chirurgisch interveniert, das entzündete Anhängsel des Blinddarms, der sich wiederum am Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm befindet, wird dabei entfernt. In diesem Artikel kannst du mehr über die Blinddarmentzündung erfahren: was genau man darunter versteht, warum sich der Wurmfortsatz entzündet etc.

Der Wurmfortsatz: hat der eine Funktion?

Viele Menschen glauben zu wissen, dass der Wurmfortsatz keinerlei Funktion erfüllt und dass die Ärzte sich auch daher so schnell zu seiner chirurgischen Entfernung entscheiden. Tatsächlich erfüllt dieses kleine Organ verschiedene Aufgaben, die mit unserem Immunsystem zusammenhängen, ist aber für den Körper nicht unverzichtbar. Er ist Teil eines Organismus, der sich im Gleichgewicht befindet und gut funktioniert, weshalb man seine Wichtigkeit nicht unterschätzen sollte. Wie man immer so schön sagt: „Zu irgendwas ist der ja da.“

Der Wurmfortsatz entzündet sich aus bisher nicht näher bekannten Gründen, der Patient erkrankt dann an einer Appendizitis, einer Blinddarmentzündung. Manchmal ist die Rede davon, dass eine unangepasste Ernährung, Stress und Bluthochdruck mögliche Ursachen darstellen. Keiner dieser Auslöser ist jedoch wissenschaftlich bewiesen, und an ihnen wird insbesondere gezweifelt, wenn Kleinkinder betroffen sind.

Die Erkrankung ist gefährlich, da sie bei nicht rechtzeitiger Behandlung zur einer Ruptur des Wurmfortsatzes führen kann. Ein derartiger Durchbruch zieht das Austreten von Darminhalt in den Bauchraum nach sich, wodurch sich sämtliche darin enthaltene Bakterien und Giftstoffe im Bauch verteilen können. Die Folge ist eine Peritonitis, eine Bauchfellentzündung – eine folgenschwere Krankheit, die bis zum Tod des Patienten führen kann.

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Wenn eine Peritonitis bei einer Frau auftritt, können sich zudem die Eierstöcke und die Eileiter entzünden. Wenn die Durchgängigkeit der Eileiter nicht mehr gewährleistet ist, ist Unfruchtbarkeit eine wahrscheinliche Folge.

Wie man eine Blinddarmentzündung erkennt

Es gibt eine Reihe charakteristischer Symptome, die jedoch auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten können. Große Aufmerksamkeit ist daher gefragt, um eine Fehldiagnose und eine Verschlimmerung der Blinddarmentzündung zu vermeiden. Nicht alle Patienten zeigen die gleichen Symptome und selten tauchen alle Symptome gleichzeitig auf. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen im unteren rechten Bauchbereich
  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen im Bereich des Bauchnabels
  • Erhöhte Druckempfindlichkeit in der betroffenen Bauchgegend, der Druckschmerz verschärft sich nach Wegziehen der Hand oder der Finger weiter
  • Körpertemperatur zwischen 37,5 und 38°C

Im Fall einer Blinddarmentzündung steigt das Fieber weiter an, die Schmerzen treten zunehmend generalisiert auf und können einen Schock verursachen.

Es ist nicht immer einfach, die Symptome für eine Blinddarmentzündung eindeutig zu identifizieren, da sie denen gleichen, die bei Erkältung oder Leberproblemen auftreten. Auch umgekehrte Fälle sind bekannt, in denen eine Entzündung des Wurmfortsatzes diagnostiziert und eine Operation eingeleitet wurde, bei denen der Patient aber nicht an einer Blinddarmentzündung erkrankt war.

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Empfehlungen, um eine Blinddarmentzündung zu vermeiden

Wenn wir davon ausgehen, dass eine ungesunde Ernährung sowie emotionale Probleme zu einer Blinddarmentzündung beitragen können, dann sollten wir vielleicht ein paar Gewohnheiten ändern. Das garantiert nicht, dass wir niemals an einem Darmdurchbruch erkranken, aber wir können so zumindest das Risiko vermindern.

Beruhige dich

Emotionales Entspannen ist ebenso wichtig wie körperliche Ruhe und sollte regelmäßig angestrebt werden. Ängste, Stress und Sorgen wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Versuche, hektische Situationen zu meiden, dich weniger zu sorgen und aufzuregen, Unzufriedenheit zu vermeiden und nicht angstvoll in die Zukunft zu blicken. Nimm dir Zeit, Dinge zu tun, die dir Freude bereiten und die „Balsam für deine Seele“ sind. Du kannst ein Buch lesen, ab und zu Mittagschlaf machen, mit deinen Kindern spielen oder einen Spaziergang durch den Park machen.

Eine (darm-)gesunde Ernährung

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Um sich wohlzufühlen, ist eine ausgeglichene Ernährung unverzichtbar, das betrifft dich ebenso wie deinen Darm und gilt umso mehr, um eine Blinddarmentzündung zu vermeiden. Der Darm bevorzugt größere Mengen an Nahrung in kleinen Portionen, nicht auf lediglich zwei Mahlzeiten täglich verteilt. Reduziere den Anteil tierischer Fette, von Wurst, Milchprodukten, Zucker und raffinierten Mehlen in deiner Diät. All diese Produkte führen zur vermehrten Ansammlung von Giftstoffen und daher zu Darmproblemen. Greife stattdessen auf Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Trockenfrüchte zurück.

Beweg dich

Treibe zwei- oder dreimal die Woche Sport, um Spannungen abzubauen und das Leben zu genießen. Verpflichtungen und Probleme müssen vergessen werden dürfen. Außerdem ist es so leichter, dein Idealgewicht zu halten und der täglichen Routine vor dem Rechner zu entfliehen. Geh spazieren, fahr Rad, geh laufen, schwimmen oder tanzen, spring auf und ab… was immer dir Spaß macht, aber bleibe in Bewegung.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Wenn du aufgrund einer Blinddarmentzündung oder einer Peritonitis operiert wurdest, ist es wichtig, für eine bestimmte Zeit besonders auf deine Ernährung und deinen Körper zu achten. In leichten Fällen musst du für 2 bis 6 Tage im Krankenhaus bleiben, in schwereren Fällen dagegen unter Umständen für mehrere Wochen.

Eine gesunde, hochwertige Ernährung ist jetzt entscheidend. Sie hilft, deinen Darm sauber und möglichst frei von Giftstoffen zu halten. Meide in den ersten drei Monaten nach dem chirurgischen Eingriff folgende Lebensmittel:

Zucker oder weißes Mehl

Raffinierte Produkte sind der Gesundheit im Allgemeinen nicht förderlich und nach einer Operation auf jeden Fall zu vermeiden. Aus ihnen entstehen große Mengen von Giftstoffen, die sich im Dickdarm ansammeln und den Weg für krankheitserregende Keime ebnen.

Fast Food

FastFood

Hierzu zählen wir alle frittierten und stark verarbeiteten Lebensmittel und Wurst. Die hierin enthaltenen Fette kleben förmlich an der Darmwand und sammeln sich auch im Blut an.

Tierische Produkte

Eine vegetarische Ernährung für ein paar Monate ist gar nicht so verkehrt: Streiche dazu Milch- und Eiprodukte sowie rotes Fleisch von deinem Speiseplan. In diesen Produkten können schädliche Stoffe enthalten sein, die sich im Darm ablagern. Eine vollständige Umstellung auf eine vegane Diät ist jedoch nur nach Absprache mit einem Ernährungsberater empfehlenswert, da dein Körper während deiner Erholungsphase einen erhöhten Nährstoffbedarf hat.

Weitere Lebensmittel, die zu vermeiden sind:

  • Alkoholische Getränke
  • Kaffee
  • Tee
  • Schokolade
  • Scharfe Soßen
  • Starke Gewürze

Behalt immer im Gedächtnis, dass du momentan etwas empfindlicher bist und dir das ein oder andere Lebensmittel besonders auf den Magen schlagen kann. Unternimm keine Anstrengungen, vermeide Stress, ruhe dich viel aus und mach leichte Spaziergänge. So erholst du dich am schnellsten.

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