Antikoagulanzien und ihre Wirkmechanismen

Antikoagulanzien sind unter anderem Teil der Behandlung von Menschen mit Vorhofflimmern oder einer Thrombose in der Vorgeschichte. Hier erfährst du, welche Arten es gibt und wie Gerinnungshemmer wirken.
Antikoagulanzien und ihre Wirkmechanismen

Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2021

Antikoagulanzien sind Medikamente, die die Blutgerinnung verhindern. Dies ist ein normaler physiologischer Prozess, der Blutungen stoppt und uns unter normalen Bedingungen vor dem Verbluten bewahrt.

Allerdings ist die Bildung eines Gerinnsels nicht immer zu unserem Vorteil. Bestimmte Erkrankungen erhöhen die Gerinnungsneigung und führen zu dem Risiko, dass ein Blutgefäß verstopft und der Blutfluss behindert wird.

Viele Erkrankungen verursachen einen Zustand der Hyperkoagulabilität und Antikoagulanzien sind einer der Grundpfeiler der Behandlung. Einige Beispiele sind:

  • Myokardinfarkte
  • Venöse Thromboembolien
  • Schlaganfälle

Der Gerinnungsprozess ist komplex. Außerdem haben gerinnungshemmende Mittel verschiedene Wirkmechanismen im menschlichen Organismus. Im heutigen Artikel erfährst du alles Wissenswerte über Antikoagulanzien.

Wozu dienen Antikoagulanzien?

Wie wir bereits erwähnt haben, verhindern Gerinnungshemmer entweder die Bildung von Blutgerinnseln oder tragen dazu bei, dass sich diese auflösen, wenn sie sich bereits gebildet haben. Ihr Hauptzweck ist es, Embolien und Thrombosen zu verhindern.

Antikoagulanzien und ihre Wirkmechanismen - Untersuchung

Der Begriff Thrombose bezieht sich auf ein Gerinnsel, das ein Blutgefäß blockiert. Das kann eine Vene oder eine Arterie sein. Das Problem ist, dass der Blutfluss nicht fortgesetzt werden kann und das Gewebe geschädigt wird, wenn dies geschieht. Dies kann zum Beispiel bei einem Herzinfarkt passieren, der durch eine Verstopfung der Herzkranzgefäße verursacht wird.

Eine Embolie entsteht, wenn sich ein Gerinnsel in einem beliebigen Teil des Körpers bildet. Wenn es sich löst, verstopft es schließlich ein Gefäß an anderer Stelle im Körper. Daher ist die pulmonale Thromboembolie eine der typischsten Erkrankungen in diesem Fall. Ein solches Gerinnsel bildet sich in der Regel in den Beinen und wandert zu den Gefäßen in der Lunge. Diese sind enger, so dass das Gerinnsel sie verstopft.

Antikoagulanzien helfen, diese Vorgänge bei Menschen mit einer bestimmten Veranlagung oder einer entsprechenden Vorgeschichte zu verhindern. Daher sind sie beispielsweise bei der Behandlung von Vorhofflimmern unverzichtbar. Bei dieser Erkrankung besteht eine erhöhte Tendenz zur Bildung von Blutgerinnseln.

Arten von Antikoagulanzien

Der Wirkmechanismus dieser Medikamente setzt an verschiedenen Stellen des Gerinnungsprozesses an. Im Folgenden werden wir auf die am häufigsten verwendeten Medikamente genauer eingehen: Heparin und orale Antikoagulanzien wie Acenocoumarol, auch bekannt als Sintrom.

Zunächst einmal solltest du wissen, dass Vitamin K vorhanden sein muss, damit die Gerinnung stattfinden kann. Außerdem muss eine Reihe von Faktoren, die so genannten Gerinnungsfaktoren, aktiv sein. Thrombin ist eines der wichtigsten therapeutischen Ziele.

Orale Antikoagulanzien

Sie verhindern die Wirkung von Vitamin K und werden am häufigsten bei längerer Anwendung eingesetzt, beispielsweise bei Vorhofflimmern und bei Menschen mit Herzklappenprothesen.

Wie du dir vermutlich denken kannst, muss die Einnahme dieser Medikamente ziemlich streng kontrolliert werden. Außerdem können sie mit vielen anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass der behandelnde Arzt genau weiß, welche anderen Medikamente der Patient einnehmen muss.

Antikoagulanzien und ihre Wirkmechanismen - 2 Tabletten

Heparin

Dieses Medikament hemmt Thrombin, den Faktor, den wir oben erwähnt haben. Es gibt zwei Haupttypen von Heparin: niedermolekulares und unfraktioniertes Heparin. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist die Größe ihrer Moleküle.

Dies ist wichtig, weil davon abhängt, wie das Medikament verabreicht werden muss. So können Heparine mit niedrigem Molekulargewicht unter die Haut gespritzt werden, während unfraktionierte Heparine intravenös verabreicht werden müssen.

Diese Antikoagulanzien werden unter anderem dann eingesetzt, wenn eine Person längere Zeit bettlägerig ist. Zum Beispiel, wenn sich jemand ein Bein gebrochen hat. Denn durch die Ruhigstellung wird die Bildung von Blutgerinnseln gefördert.

Gerinnungshemmer erhalten Leben

Wir dürfen nicht vergessen, dass Antikoagulanzien zur Vorbeugung zahlreicher Erkrankungen – wie etwa Herzinfarkten – unerlässlich sind. Außerdem sind sie in Situationen, in denen man sich nicht bewegen kann, sehr nützlich.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um einfache Medikamente, daher ist es wichtig, dass du deinen Arzt konsultierst, wenn du hinsichtlich der Einnahme dieser Medikamente irgendwelche Bedenken oder Fragen hast. Dieser muss die Behandlung überwachen und begleiten, um unerwünschte Komplikationen zu vermeiden.

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