Albträume im Wochenbett: Welche treten am häufigsten auf?

Postpartale Albträume sind sehr häufig. Sie können auf einen Mangel an Ruhe oder ein hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen sein. Hier erfährst du alles Wissenswerte über Albträume im Wochenbett.
Albträume im Wochenbett: Welche treten am häufigsten auf?

Geschrieben von Rafael Victorino Muñoz

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Studien zufolge sind Albträume im Wochenbett häufiger, als du vielleicht denkst. Diese Träume können sehr beunruhigend sein, da sie oft mit dem Neugeborenen zu tun haben.

In den meisten Fällen beziehen sich die Inhalte dieser postpartalen Albträume auf Situationen, in denen das Baby in Gefahr ist, verschwindet oder aus dem Bett fällt. Das löst bei den Müttern mitunter erhebliche Ängste aus.

Man geht davon aus, dass Albträume im Wochenbett das Ergebnis einer Kombination von Faktoren sind, zu denen hormonelle Ungleichgewichte ebenso gehören wie Schlafmangel oder Änderungen im gewohnten Tagesablauf, die mit der Ankunft des Babys einhergehen.

Lies weiter und finde heraus, welche postpartalen Albträume am häufigsten sind und was du dagegen unternehmen kannst.

Warum treten Albträume im Wochenbett auf?

Albträume werden als eine Art Parasomnie beschrieben, die am Ende eines Schlafzyklus auftreten. Während der Albträume tauchen Bilder auf, die sowohl beunruhigend als auch sehr lebendig sind.

Die Erfahrung ist also beunruhigend. Manchmal werden Albträume auch von Schreien, heftigen Bewegungen, Schweißausbrüchen oder Weinen begleitet. Infolgedessen wachen die Betroffenen oft sehr erschrocken auf und zeigen Anzeichen von nervöser Unruhe.

Allerdings solltest du wissen, dass  Albträume in der Zeit nach der Geburt recht häufig sind. Einer Studie zufolge treten derartige Träume bei mehr als 90 % der Frauen kurz vor oder nach der Geburt auf.

Die meisten der in der genannten Studie befragten Frauen (etwa 75 %) berichteten, dass sich der Inhalt dieser Träume auf Situationen bezog, in denen ihre Babys in Gefahr waren, was sie beim Aufwachen beunruhigte oder ängstigte.

Postpartale Albträume können als natürliche emotionale Reaktion auf die neue Verantwortung als Mutter entstehen. Deshalb gibt es Erwartungen und Ängste, einen Fehler zu machen und etwas zu tun, was dem Baby schaden könnte.

Außerdem ergeben sich mit dem Beginn der Mutterschaft verschiedene Veränderungen. Eine davon hat mit den unregelmäßigen Schlafzeiten zu tun, sodass es für die frischgebackene Mutter nicht möglich ist, einen qualitativ hochwertigen und erholsamen Schlaf zu erreichen.

Darüber hinaus ist die Veränderung des Hormonspiegels ein weiterer Faktor, der zum Auftreten von Albträumen in der Zeit nach der Geburt beiträgt. Dies geschieht nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch nach der Geburt.

Albträume im Wochenbett - Mutter mit Baby und Wäsche
Babys verursachen eine Veränderung der Routinen, die die Erholung der frischgebackenen Mütter erschwert. Dies begünstigt das Auftreten von Albträumen.

Die häufigsten Albträume im Wochenbett

Zu den häufigsten Albträumen im Wochenbett gehören solche, in denen sich das Baby in einer gefährlichen Situation befindet, die die Mutter nicht kontrollieren kann. Nachfolgend sehen wir uns einige der häufigsten Albtraumszenarien genauer an.

1. Postpartale Albträume: Das Baby fällt aus dem Bett

Wenn das Kind bei der Mutter im Bett schläft, treten häufig Träume auf, in denen das Neugeborene aus dem Bett fällt. Es wird immer noch viel darüber diskutiert, ob das Schlafen des Säuglings im Bett der Mutter positiv oder negativ zu bewerten ist.

Derartige Träume können aber auch auftreten, wenn die Mutter gestillt hat und danach vor Erschöpfung einschläft.

2. Das Baby ist nicht auffindbar

In diesem Alptraum träumt die Mutter, dass ihr Kind weint, aber sie kann es nicht finden. Es kann sogar sein, dass das Baby im Traum im Bett liegt und die Mutter zwischen den Laken nach ihm sucht, ohne es zu finden.

3. Das Baby wird entführt

In einem anderen häufigen Albtraum im Wochenbett, der dem vorhergehenden ähnelt, geht das Kind an einem öffentlichen Ort verloren, weil es jemand entführt hat. Eine Variante desselben Traums ist, dass jemand das Neugeborene aus dem Kinderbett genommen hat, das leer ist, wenn die Mutter nachschaut.

4. Das vergessene Baby

Ebenso erschütternd wie die vorangegangenen ist der postpartale Albtraum, in dem die Mutter träumt, dass sie das Baby unachtsam irgendwo vergessen hat. Zu dem Schrecken, das Kind nicht zu finden, kommt dann noch das Schuldgefühl, dafür verantwortlich zu sein. Dies spiegelt in der Regel die Angst wider, die jede Frau davor hat, dass so etwas in der Realität passiert.

5. Andere häufige Albträume nach der Geburt

Zusätzlich zu den oben genannten Träumen haben Frauen, die vor kurzem entbunden haben, auch noch folgende Träume:

  • Das Baby fällt und stößt sich den Kopf.
  • Das Kind weint untröstlich, ohne dass die Ursache bekannt ist.
  • Eine unsichtbare und unmittelbare Gefahr (vielleicht ein Tier) lauert auf das Baby.
  • Das Neugeborene schreit vor Hunger, aber es gibt nichts, womit es gefüttert werden könnte.

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Was man gegen postpartale Albträume unternehmen kann

Diese Albträume können, wenn sie zu einer schlechten Schlafqualität hinzukommen, die allgemeine Leistungsfähigkeit der Mutter sowie ihre Beziehung zum Baby und die Aufmerksamkeit, die sie ihm widmen sollte, beeinträchtigen. Wenn das der Fall ist, gibt es einige Dinge, die getan werden können und sollten, um diese Situation bestmöglich zu meistern.

Zum einen schadet es nicht, um Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen, wenn die Situation mit der Babypflege kompliziert ist. Das kann sowohl bei frischgebackenen Müttern aufgrund mangelnder Erfahrung der Fall sein, als auch bei denen, die noch andere kleine Kinder zu versorgen haben.

Wie auch immer die Situation ist, jeder Mensch braucht einen guten Schlaf. Und auch wenn eine frischgebackene Mutter denkt, dass sie die ganze Zeit auf ihr Baby aufpassen sollte, ist das nicht ganz richtig.

Was auch immer nötig ist, du musst ausreichend Zeit finden, um dich richtig auszuruhen. Das wird dazu beitragen, das Auftreten von postpartalen Albträumen zu minimieren.

Wenn du einen Partner hast, solltest du darauf vertrauen, dass dir jemand bei der Betreuung des Babys helfen kann. Das Gleiche gilt für ein Familienmitglied, bei dem du wohnst. Außerdem kannst du so eine gute Bindung zwischen dem Neugeborenen und den Menschen in deinem Umfeld aufbauen.

Schließlich solltest du deinen Stresspegel und deine Ängste in Bezug auf die Betreuung des Babys reduzieren. Das heißt nicht, dass du es vernachlässigen sollst. Sich gut um das Baby zu kümmern und ängstlich zu sein, ist jedoch nicht gleichbedeutend und letzteres ist auch nicht erforderlich, um ersteres zu erreichen.

Albträume im Wochenbett - Mutter am Babybett
Es ist gesund und notwendig, bestimmte Aufgaben der Babypflege und andere Haushaltsaufgaben an andere zu delegieren.

Albträume im Wochenbett: Wann du eine/n Ärztin/Arzt aufsuchen solltest

Neben dem Aufwachen in einem Zustand, in dem sich Verwirrung mit Angst mischt, verspürt die Mutter in den meisten Fällen den Wunsch, ihr Kind zu beschützen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Albträume keine wirkliche Bedeutung haben und ganz normal sein können. Träume sind Träume, wie Calderón de la Barca einmal sagte.

Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass diese Träume sehr häufig auftreten oder beunruhigend sind, ist es notwendig, mit den Menschen in deiner Umgebung zu sprechen und zu sagen, was du fühlst und herauszufinden, was dich wirklich beunruhigt.

Wenn die beunruhigenden Träume außerdem von Entmutigung, Apathie, Traurigkeit oder zwanghaften Gedanken begleitet werden, kann es sich um eine postpartale Depression handeln. Darüber hinaus können ungewöhnlich intensive und häufige Albträume im Wochenbett auch ein möglicher Hinweis auf eine Angststörung oder eine Manifestation einer Psychose sein.

In jedem Fall sollte dies von einem professionellen Verhaltensspezialisten abgeklärt werden. Wenn das Leben der Mutter und die Beziehung zu ihrem Kind in Mitleidenschaft gezogen werden, ist es eine gute Idee, eine Therapie zu machen.


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