9 Faktoren, die das sexuelle Verlangen reduzieren können

Ein gesundes Sexualleben steht für Wohlbefinden. Deshalb ist es notwendig, die Faktoren zu erkennen, die das sexuelle Verlangen reduzieren, um dementsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
9 Faktoren, die das sexuelle Verlangen reduzieren können

Letzte Aktualisierung: 18 April, 2021

Die meisten Menschen neigen dazu, das sexuelle Verlangen mit einem spontanen Gefühl zu assoziieren. Als ob es plötzlich auftauchen und leidenschaftliche Paarbeziehungen entstehen lassen würde. Aber es stellte sich heraus, dass es viele chronische Faktoren gibt, die das sexuelle Verlangen reduzieren können.

Aufgrund solcher fälschlichen Annahmen gibt es Paare, die mit der Zeit Probleme und Unsicherheiten in ihrer Intimität entwickeln. Daher ist es wichtig zu lernen und zu unterscheiden, wann fehlendes Verlangen vorliegt oder ob es gewisse Faktoren gibt, die die verminderte Lust beeinflussen. Im Folgenden werden wir über die 9 wichtigsten Faktoren sprechen.

1. Stress

Ein gesundes und erfülltes Sexualleben ist ein Synonym für Wohlbefinden. Allerdings gibt es viele Menschen, die erst durch schwierige Phasen gehen, bevor sie dieses Wohlbefinden erreichen. Dabei können sie von einer Reihe von Faktoren beeinflusst werden, die nicht immer berücksichtigt werden.

Dies ist zum Beispiel bei Stress der Fall. Stress ist einer der Faktoren, der die meisten Menschen betrifft, aber viele schenken diesem Thema nicht genug Aufmerksamkeit. Ein hohes Maß an Stress erhöht die Produktion von Cortisol und reduziert somit das Testosteron.

Infolgedessen kann das sexuelle Verlangen abnehmen. Routinetätigkeiten wie der Gang zur Arbeit, Besprechungen, Verkehr, Hausarbeit, Kinderbetreuung oder andere Aufgaben verursachen ein hohes Maß an Stress. Dies führt dazu, dass sich die Person müde fühlt und nur noch schlafen möchte, was sich oft auch auf das Sexleben auswirkt.

2. Einnahme von Medikamenten

Wenn man sich einer starken medizinischen Behandlung unterzieht, wie beispielsweise einer Krebs-Chemotherapie, ist es üblich, unangenehme Nebenwirkungen zu haben. Einige der häufigsten sind Müdigkeit, Übelkeit und Erschöpfung, was zu einer verminderten Libido führen kann.

Man sollte beachten, dass solche medizinischen Behandlungen aufgrund der körperlichen Veränderungen und des hormonellen Ungleichgewichts auch dazu führen können, Zweifel bezüglich des Selbstwertgefühls auszulösen.

Ein weiterer sehr häufiger Fall ist die Einnahme von Antibabypillen, da diese, vor allem zu Beginn ihrer Einnahme, mit einer verminderten Libido in Verbindung gebracht werden. In jedem Fall verschwindet dieser Effekt mit der Zeit aber wieder.

Das Gleiche geschieht bei einigen Antihistaminika oder trizyklischen Antidepressiva. Wenn du also Probleme in diesem Bereich bemerkst, solltest du am besten deinen Arzt aufsuchen und herausfinden, ob die Behandlungen diese Nebenwirkung bei dir verursachen können.

Die Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln ist unter Frauen weit verbreitet und eine der ersten Nebenwirkungen kann eine verminderte Libido sein.

3. Trauma durch schlechte Erfahrungen

Unangenehme Erfahrungen zu machen, ist ein ziemlich häufiger Grund für ein vermindertes sexuelles Verlangen. Dies geschieht in der Regel, wenn du dich mit deinem Partner nicht ganz wohlfühlst oder etwas vorgefallen ist, das du als nicht angenehm empfunden hast. Es kann auch eine Folge negativer sexueller Erfahrungen sein.

Wenn du also mit einem Partner zusammen bist, dem du vertraust, ist die beste Lösung, miteinander zu sprechen und herauszufinden und zu respektieren, was beide möchten. Denke daran, dass eine vergangene schlechte Erfahrung nicht zu einem langfristigen Problem werden muss.

4. Probleme mit dem Selbstwertgefühl und der Sicherheit

Auch die psychische Gesundheit ist ein Grundpfeiler eines jeden Menschen, denn sie beeinflusst sowohl die Art und Weise, wie sich jemand anderen gegenüber verhält als auch sein Selbstwertgefühl. Wenn jemand Probleme mit dem Selbstwertgefühl und der Sicherheit hat, ist es möglich, dass er oder sie ein vermindertes sexuelles Verlangen verspürt.

In diesem Sinne können Menschen, die ihren eigenen Körper nicht akzeptieren und ein geringes Selbstwertgefühl haben, unter einer völligen Abwesenheit von sexuellem Verlangen leiden. Das bedeutet, dass jemand, der eine schlechte Selbstwahrnehmung hat, sich nicht in der Lage fühlt, seinen Partner zu befriedigen oder gar das Erlebnis in vollen Zügen zu genießen.

Wenn man diese Anzeichen erkennt, ist es wichtig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, da sie sich auf lange Sicht eher verschlimmern. Infolgedessen können sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

5. Exzesse, Alkohol und Drogen und das sexuelle Verlangen

Ein Leben mit Exzessen und Substanzmissbrauch, wie Alkohol und Drogen, hat ebenfalls Einfluss auf ein vermindertes sexuelles Verlangen. Obwohl diese Substanzen prinzipiell die Lust auf Sex steigern können, verursachen sie in mäßigen Mengen Müdigkeit und sogar Erektionsstörungen.

Santiago Frago, medizinischer Leiter des Instituts für Sexologie und Psychotherapie Amaltea, sagt, dass es ein Mythos ist, dass Alkohol ein Aphrodisiakum ist. Die Realität ist, dass erotisches Verlangen nicht gleichbedeutend mit einem Orgasmus ist und letzterer durch die giftige Substanz schwieriger auszulösen ist. Ebenso hat die Menge des Konsums einen Einfluss, denn ein gelegentlicher Drink ist nicht dasselbe wie ein Problem mit übermäßigem Konsum.

6. Schlafmangel und das sexuelle Verlangen

Die Folgen von unzureichender Erholung sind für den Körper fatal, daher ist es wichtig, den täglichen Schlafzyklus einzuhalten. Wenn eine Person zu wenig Schlaf bekommt, treten Symptome wie Müdigkeit, Unruhe oder Stress auf.

All diese Faktoren beeinflussen Konflikte zwischen Paaren, die sich auf das Sexualleben übertragen können und zu Rückschlägen führen. Außerdem macht fehlende Erholung die Menschen weniger empfindlich für Reize wie zum Beispiel Streicheleinheiten, was das sexuelle Verlangen reduziert.

7. Schlechte Ernährung und das sexuelle Verlangen

Vielleicht ist dieser Punkt nicht so offensichtlich wie die anderen, aber die Ernährung hat einen Einfluss auf die Aufrechterhaltung der sexuellen Lust gegenüber dem Partner. Wenn du dich nicht ausgewogen oder eiweißarm ernährst, sinkt dein Testosteronspiegel.

Abgesehen davon kann es bei einem Mangel an Mineralien und Vitaminen in der Nahrung zu Beschwerden wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit kommen. Deshalb ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung für den Alltag unerlässlich.

8. Monotonie in der Beziehung

In der Zeit, in der du eine Beziehung beginnst, ist alles neu, daher bleiben Leidenschaft und Aufregung präsent. Dies gilt auch für sexuelle Intimität. Doch diese euphorische Phase nimmt mit der Zeit ab und Routine entsteht.

Dabei ist es besonders wichtig, im Sexualleben auch mal Neues auszuprobieren und miteinander zu experimentieren. Auf diese Weise könnt ihr immer etwas Neues übereinander lernen und die Zeit zusammen genießen. Verbringe Zeit mit deinem Partner, pflege eine aktive Kommunikation und verfalle nicht in Monotonie.

das sexuelle Verlangen
Monotonie kann bei Paaren zu einem Mangel an Kommunikation führen. Dies wiederum beeinflusst das sexuelle Verlangen und kann es mit der Zeit reduzieren.

9. Kommunikationsprobleme mit dem Partner

Wie wir bereits erwähnt haben, ist Monotonie einer der Hauptfaktoren, die dazu führen, dass das sexuelle Verlangen mit der Zeit abnimmt. Daraus ergibt sich, wie wichtig aktive Kommunikation mit deinem Partner ist, sodass ihr einen Mittelweg finden könnt, mit dem ihr beide zufrieden seid.

Darüber hinaus sollte erwähnt werden, dass Paarprobleme, die nicht rechtzeitig besprochen werden, ebenfalls zu einem verminderten sexuellen Verlangen beitragen, weil sie auf beiden Seiten Blockaden erzeugen können. Eine im Journal of Sexual Medicine veröffentlichte Studie unter der Leitung von Dr. Ana Alexandra Carvalheira in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Oslo und Zagreb zeigte, dass Müdigkeit, Konflikte mit der Partnerin/dem Partner und Stress am Arbeitsplatz wichtige Ursachen für mangelnde Libido in der männlichen Bevölkerung sind.

Es empfiehlt sich, immer über alles zu reden, was dich beschäftigt. Auf diese Weise wird das sexuelle Wohlbefinden beider Partner erhalten.

Tipps für ein anhaltendes, sexuelles Verlangen

Die Aufrechterhaltung der sexuellen Lust mit deinem Partner ist ein grundlegender Aspekt in Beziehungen. Manchmal wird sie jedoch durch verschiedene Faktoren wie den Lebensstil, mangelnde Kreativität und persönliche Probleme erschwert.

Wenn du all das loswerden oder das Risiko reduzieren möchtest, dass Probleme wegen mangelnden sexuellen Verlangens seitens deines Partners entstehen, gibt es eine Reihe nützlicher Tipps, die dir dabei helfen, die Leidenschaft in der Beziehung zu erhalten.

Generell hängt alles damit zusammen, sich auf die kleinen Details zu konzentrieren, die über den sexuellen Akt als solchen hinausgehen. Das heißt, du musst besonders auf andere Bereiche außerhalb der Intimität achten, zum Beispiel auf unerwartete Zuneigungsbekundungen. Die Psychologin und Sexologin des TAP-Zentrums, Diana Lozano, weist darauf hin, dass es nicht so sehr der erotische Moment als solcher ist, sondern die Zeichen und die Erotik, die über die körperliche Ebene hinausgehen.

Abschließend: Wenn du vermeiden möchtest, dass das sexuelle Verlangen gegenüber deinem Partner nachlässt, denke daran, dass es wichtig ist, sich auf kleine Zeichen der Zuneigung und den körperlichen Kontakt zu konzentrieren. Dies bleibt sonst oft unbemerkt. Wenn man dies im Kopf behält, kann es überraschende Reaktionen hervorrufen und die Libido am Leben erhalten.

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