5 Tipps gegen toxische Beziehungen in der Familie

Wir müssen lernen, uns in die Lage des anderen hineinzuversetzen und versuchen, nicht nur Worte und Handlungen zu verstehen.

Niemand hat es verdient, in einem toxischen Umfeld zu leben. Sich davon zu lösen ist nicht nur notwendig, sondern absolut lebenswichtig.

Manche Familienmitglieder können große Schmerzen bereiten und uns das Leben mit ihrem Verhalten und ihren Worten im Familienkreis schwer oder unmöglich machen.

Innerhalb der Familie kommt es am häufigsten zu toxischen Beziehungen. Dazu kommt eine weitere Schwierigkeit: Wir können uns nicht einfach für immer verabschieden, denn es gibt in der Familie immer verschiedene Dinge, die verbinden.

Es gibt zwar Ex-Partner, aber keine Ex-Eltern, Ex-Geschwister oder Ex-Großeltern. Das heißt, du kannst zwar mit einem Lebenspartner Schluss machen, mit dem eine Beziehung schwierig oder unmöglich ist, doch Familie bleibt Familie. 

Die Familie können wir uns nicht aussuchen und deshalb müssen wir sie akzeptieren, ob es uns gefällt oder nicht. Oft werden bestimmte Normen und Regeln innerhalb der Familie festgelegt, die stören oder die Freiheit einzelner Familienmitglieder limitieren können.

angst

Wir fühlen uns dadurch wie Sklaven, verärgert und sehen keinen Ausweg. Je wichtiger die Position der toxischen Personen innerhalb der Familie ist, um so schieriger fällt es uns, zu entkommen und unsere Rechte geltend zu machen.

Oft werden zwei Arten von Familien unterschieden: die flexiblen und die starren. In starren, unflexiblen Familien kommt es häufig zu Problemen, da Macht völlig unvernünftig und zu oft ausgeübt wird.

Dadurch kann es zu großen Schwierigkeiten zwischen den einzelnen Familienmitgliedern kommen und es ist unmöglich, frei Gefühle oder Meinungen auszudrücken, unbeschwert zu plaudern oder sich so zu zeigen, wie man in Wirklichkeit ist.

Diese Familien führen zu emotionaler Vergiftung: Sie fordern Unterwerfung und fördern Neid statt sich um die anderen zu kümmern und sie zu pflegen. 

Wie bereits erwähnt, ist es sehr schwierig, diese Beziehungen abzubrechen, denn Familie bleibt Familie, auch wenn große Probleme vorhanden sind. 

Doch manchmal wird die Situation so schlimm, dass kein anderer Ausweg bleibt, als aus dem toxischen Umfeld auszubrechen. 

Was kann man tun?

Laura Rojas Marcos weist darauf hin, dass die Mehrheit der Konflikte auf Machtkämpfe, Rechthaberei und das Fehlen von Grenzen zurückzuführen sind.

Wie kann man sich von der familiären Belastung befreien, wenn ein Familienmitglied mit seinen Worten und Handlungen nur Schmerzen bereitet?

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Toxische-Beziehung

1. Empathie: Sich in die Lage des anderen hineinversetzen

Das bedeutet nicht, dass du dich den Wünschen und Bedürfnissen des anderen unterwerfen musst. Du solltest jedoch in der Lage sein, die Situation des anderen weit über seine Worte und Taten hinaus zu verstehen.

„Empathie praktizieren“ heißt, den anderen zuzuhören und herauszufinden, was sie uns sagen wollen. Dadurch kann man besser akzeptieren, dass eine Einigung in manchen Punkten nicht möglich ist, da jeder unterschiedliche Bedürfnisse hat.

In diesen Fällen sollte man die Meinungsverschiedenheit gegenseitig akzeptieren und respektieren, denn dies erleichtert das Zusammenleben. Du möchtest etwas, was mit den Wünschen des anderen unvereinbar ist, beide akzeptieren das und machen weiter. 

2. Die Privatsphäre und den persönlichen Raum des anderen respektieren

Wenn du den anderen respektierst, musst du auch eine negative Antwort tolerieren  auch wenn es ungerecht erscheint, sollte dadurch kein Frust entstehen. Das Vertrauen sollte nicht mißbraucht werden, da es durch zu starkes Einmischen zu großen Familienkonflikten kommen kann.

Rojas Marcos schreibt zu diesem Thema wie folgt:

„In Familienbeziehungen geht man von vielen Annahmen aus, auch wenn diese nicht abgesprochen wurden. Wenn du ohne Ankündigung ins Haus deines Sohnes kommst oder einen Telefonanruf zu einem unpassenen Augenblick tätigst, musst du darauf gefasst sein, dass dir die Antwort nicht gefallen wird und diese die Grenzen einer Beziehung markieren kann“.

Mutter-und-Tochter

3. Respektieren und die Haltung bewahren

Bei Familienkonversationen spricht man häufig die ersten Gedanken aus, ohne näher darüber nachzudenken. Dies ist deshalb so, da in diesem Fall unsere Worte und Handlungen nicht den Filter der Erziehung und des Respektes durchlaufen.

Viele von uns haben jemanden in der Familie, der denkt, alles sagen zu können was ihm gerade einfällt, da seine Meinungen und Auffassungen über den anderen stehen.

Dies kann zu großen Konflikten führen, deshalb sollte man manchmal Abstand nehmen und ganz ruhig Grenzen ziehen, indem man diese Person darauf hinweist, dass sie damit Schmerzen verursacht.

4. Sich durchsetzen und magische Worte verwenden

Manche Familienbeziehungen beruhen auf Machtspielen. Wahrscheinlich willst du nicht Macht, sondern Handlungs- und Ausdrucksfreiheit, was von jemandem erschwert wird.

In dieser Situation solltest du dich durchsetzen und ohne Furcht antworten „ich kann nicht“, „ich will nicht“ oder „ich bin anderer Meinung“. Es ist sehr wichtig, dass du dich immer sicher fühlst und entschieden handelst, verwende deine Fähigkeit, für dich selbst zu wählen.

Gefesselt

Auch in der Familie ist es wichtig, Förmlichkeiten wie „bitte“ und „danke“ zu verwenden, denn damit wird Wertschätzung und Höflichkeit ausgedrückt, Respekt für die Zeit und Anstrengungen, die notwendig sind, um einen Wunsch oder Gefallen zu erfüllen. 

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5. Geduldig sein

Wenn du ungeduldig wirst, handelst du impulsiv und ohne zu überlegen und die Umstände und Entscheidungen zu werten. Aus diesem Grund ist es entscheidend, die Fähigkeit zu warten und vor dem Handeln zu überlegen, zu erlernen.

Es kann sein, dass die Schwierigkeiten, die ein toxisches Familienmitglied bereitet, nicht gelöst werden können. Deshalb ist es manchmal unvermeidlich, Entscheidungen zu treffen, auch wenn dies bedeutet, dass man sich von dieser Person distanzieren muss.

Vergiss nicht, dass Seelenräuber immer und überall im Leben auftauchen können, deshalb ist es wichtig zu lernen, sie zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen.

Es ist von großer Wichtigkeit, Emotionen wie Zorn zu kontrollieren, um dramatische Situationen so gut wie möglich zu verhindern.

Versuche immer Ruhe zu wahren und die Konsequenzen der Handlungen schon davor abzuschätzen. Emotionale und physische Grenzen dürfen nie überschritten werden.

 

Quelle: „Familie: Von toxischen zu gesunden Beziehungen“. Laura Rojas Marcos

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