Ungenügende Nierentätigkeit: 10 Symptome

· 27 September, 2014
Gesunde Lebensgewohnheiten und eine ausgewogene Ernährung können das Risiko für Niereninsuffizienz um bis zu 60% reduzieren. Oft wird diese jedoch durch eine genetische Veranlagung verursacht.

Manchmal leiden wir an Symptomen, die auf Krankheiten hinweisen, nehmen diese aber nicht ernst genug: vermehrtes Wasserlassen, Schmerzen auf einer Seite des Rückens, Müdigkeit etc. 

Eine ungenügende Nierentätigkeit kann verschiedene Indikatoren haben. Diese sollten wir wahrnehmen und die nötigen Maßnahmen so früh wie möglich treffen. So kann eine normale Nierenfunktion garantiert werden.

Wenn von einer Niereninsuffizienz die Rede ist, denken wir an eine Mangelfunktion der Nieren (manchmal ist nur noch eine Niere vorhanden). Wenn diese nicht mehr richtig funktionieren, hat dies jedoch auch Auswirkungen auf andere Funktionen in unserem Körper.

Diese Veränderungen hängen davon ab, ob die ungenügende Nierentätigkeit chronisch oder akut ist. Im Folgenden erfährst du mehr darüber.

Ungenügende Nierentätigkeit: Symptome

Bei Beschwerden sollte ein Arzt deine Nieren abtasten

1. Veränderung des Urins

Hier handelt es sich um das häufigste Symptom, das immer am Anfang einer Niereninsuffizienz auftritt. Dieses Symptom kann natürlich auch mit einer anderen Krankheit in Zusammenhang stehen.

Tatsächlich ist es aber ein Indikator dafür, dass etwas nicht richtig funktioniert und du solltest daher am besten einen Arzttermin vereinbaren.

  • Du musst häufig eilig auf die Toilette, weil du dringend Wasserlassen musst. Dies kommt sogar mehrmals in der Nacht vor.
  • Veränderung des Urins: entweder ist der Urin heller oder dunkler und die Menge des Urins ist auch verändert. Blut im Urin kommt ebenfalls häufig vor.
  • Du spürst ein Druckgefühl.

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2. Blähungen und Schwellungen

Patienten, die an einer Niereninsuffizienz leiden, können Wassereinlagerungen nicht loswerden. Die Nieren sind nicht mehr fähig, die Flüssigkeit normal zu filtern. Dadurch wird die Flüssigkeit angesammelt und es kommt zu Schwellungen an den Beinen, an den Knöcheln, an den Füßen oder sogar am Kopf.

Viele Personen klagen sogar, dass sie ihre Schuhe nicht mehr anziehen können. Dabei handelt es sich um ein sehr offensichtliches Symptom für die ungenügende Nierentätigkeit.

3. Müdigkeit

Eine ungenügende Nierentätigkeit kann zu Müdigkeit führen

Menschen, die zwei gesunde Nieren haben, produzieren das Hormon Erythropoetin. Es garantiert, dass unser Körper rote Blutkörperchen produziert und so der Sauerstoff im Blut transportiert wird.

Bei Niereninsuffizienz wird dieses Hormon in einer geringeren Menge produziert und unsere Muskeln und sogar unser Gehirn werden schneller müde, da sie nicht mehr über genügend Sauerstoff verfügen. Hier spricht man dann von einer Art Blutarmut, die im Zusammenhang mit einer Niereninsuffizienz steht.

Es kommt häufig vor, dass sich die Betroffenen sehr müde und erschöpft fühlen.

4. Unreinheiten auf der Haut

Da die Abfälle und Reste im Blut nicht abgebaut werden, verlieren die Nieren immer mehr Funktionen. Dadurch verweilen die Giftstoffe und die angesammelten Elemente im Körper. Folglich kommt es zu Juckreiz, Beschwerden und Unreinheiten der Haut.

5. Metalliger Geschmack im Mund

Die Ansammlung von Abfällen im Blut (diese kennen wir auch unter dem Namen Urämie) führt dazu, dass die Lebensmittel die wir essen, einen anderen Geschmack bekommen. Es kann sogar sein, dass wir die Lust am Essen verlieren, da Fleisch nicht mehr nach Fleisch schmeckt oder Süßigkeiten nach Süßem.

Daher verlieren Menschen mit einer Niereninsuffizienz auch häufig an Gewicht. Die Schwierigkeiten der Nieren, Abfälle abzubauen, bringt viele Nebenwirkungen mit sich. Viele Patienten berichten, dass sie einen „metalligen Geschmack“ im Mund haben.

6. Übelkeit und Erbrechen

Die Ansammlung von Abfällen im Blut ist auch für weitere Nebenwirkungen in unserem Körper verantwortlich. So kommt es oft zu Erbrechen, Unwohlsein und Übelkeit, was wiederum häufig zu einem Gewichtsverlust führt. Der Magen neigt dazu, sich voll zu fühlen, auch wenn dies gar nicht der Fall ist. So fühlen sich Betroffene schwer und träge.

7. Atembeschwerden

Viele Betroffene sind oft außer Atem, beispielsweise beim Treppensteigen, beim Rennen oder selbst beim normalen Gehen. Dies kann auf zwei Gründe zurückgeführt werden: Im Körper und auch in den Lungen sammeln sich Flüssigkeiten an.

Dadurch können wir schlechter Atmen. Außerdem kommt es, wie bereits erwähnt, bei Niereninsuffizienz häufig zu Blutarmut und der Sauerstofftransport verschlechtert sich.

Patienten mit Niereninsuffizienz leiden auch oft im Ruhezustand, beispielsweise in der Nacht, weil sie beim Ausruhen das Gefühl haben, keine Luft zu bekommen oder nur schlecht atmen zu können. 

8. Neigung zu Kälte

Die Blutarmut führt dazu, dass den Patienten schneller kalt wird. Dies ist ein weiteres typisches Merkmal für eine ungenügende Nierentätigkeit.

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9. Konzentrationsbeschwerden

Da es bei einer Niereninsuffizienz zu Durchblutungsproblemen kommt, kann das Blut nicht richtig gefiltert werden und das Hormon Erythropoietin kommt in einer anderen Zusammensetzung vor.

Das Blut gelangt also nicht in seiner normalen Dosis bis zum Gehirn. Dadurch bekommt es nicht genügend Energie und es kommt zu verschiedenen Beschwerden: Müdigkeit, Schwindel und fehlende Konzentration oder Vergessen können die Folgen sein.

10. Beschwerden im unteren Bereich des Rückens und in den Beinen

Rückenschmerzen sind ein Symptom von Niereninsuffizienz

Einige Menschen mit Niereninsuffizienz leiden auch an Schmerzen am Rücken oder am Gesäß. Es handelt sich dabei um Schmerzen, die vom Rücken bis hin zu den Beinen reichen und alltägliche Tätigkeiten dadurch erschweren.

Es ist wahrscheinlich, dass dieses Symptom mit einer Polyzystischen Nierenerkrankung im Zusammenhang steht. Dies ist eine Krankheit, bei der sich Zysten in den Nieren mit Flüssigkeit ansammeln und den Betroffenen große Schmerzen bereiten.

Wie kann man eine ungenügende Nierentätigkeit vermeiden?

In vielen Fällen haben genetische Faktoren einen Einfluss auf das Entstehen einer Niereninsuffizienz. Allerdings können um bis zu 60% der Fälle durch einige gute Gewohnheiten und eine gute Ernährung verhindert werden.

Was ist dabei zu beachten? Vermeide Übergewicht, Bluthochdruck und einen erhöhten Cholesterinspiegel. Bewege dich täglich für mindestens eine halbe Stunde und achte auf folgende Punkte in deiner Ernährung:

  • Verzichte auf rotes Fleisch (und schränke generell den Konsum von tierischem Eiweiß stark ein)
  • Vermeide Milchprodukte und Eier
  • Meide Getränke mit Kohlensäure und gezuckerte Getränke (die Nieren leiden sehr darunter, diese zu verarbeiten)
  • Unterlasse das Rauchen und verzichte auf Alkohol und Kaffee.
  • Trinke pro Tag mindestens zwei Liter Wasser und erhöhe deinen Konsum an Früchten und Gemüsen, sowohl roh als auch gekocht.