Zweijähriges Kind isst eine Mandel und kann sich heute nicht mehr bewegen

· 17 Mai, 2016
Obwohl seine Eltern mit ihm bei verschiedenen Ärzten vorstellig wurden, dauerte es doch drei Monate, bis diese feststellten, dass in der Lunge des kleinen David eine Mandel steckte

Es ist eine dieser Geschichten, mit denen wir um die Aufmerksamkeit aller Eltern ringen, damit diese ein ähnlich schweres Schicksal für ihre eigenen Kinder vermeiden können: David, ein zweijähriger Junge, befindet sich heute in kritischem Zustand, weil er vor fünf Monaten eine Mandel gegessen und diese aspiriert hat.

Amparo Alba und José Domingo Cruz sind seine Eltern und teilen das Schicksal des Jungen mit der ganzen Welt, damit sich solche und ähnliche Vorfälle nicht wiederholen.

Die spanische Tageszeitung El Mundo hat die Aufgabe übernommen, als ihr Lautsprecher zu fungieren und die Geschichte des kleinen David zu verbreiten. Damit andere Eltern erfahren, welche Gefahr von einer Mandel, Nüssen oder anderen Trockenfrüchten ausgehen kann.

Die Geschichte…

…hat vor fünf Monaten ihren Anfang genommen. Im Hause der Familie Alba und Cruz wurde gerade eine Feierlichkeit zu Ehren der Stadtpatronin von Petrés, einer Ortschaft in der Nähe von Valencia, Spanien, abgehalten.

Wie bei vielen ähnlichen Anlässen in aller Welt war für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt. Es gab nicht nur gebackenes Fleisch, sondern auch jede Menge Kleinigkeiten, die von den Gästen zwischendurch genascht wurden.

Auf einem Teller lagen Mandeln. Heute erinnert sich niemand mehr genau daran, wann David nach den Mandeln gegriffen und sie sich in den Mund gesteckt hat. Ein solches Verhalten war ja auch nichts Auffälliges, oder?

Er hat sich anschließend auf das Sofa verzogen und seine Trickfilme geschaut. David hat auch ein paar Mal gehustet, aber auch darauf hat niemand weiter geachtet. Und es klang ja auch nicht, als würde der Junge gleich ersticken.

Kind im Krankenhaus wegen Mandel

Dabei war dieses Ereignis nur der Anfang eines Albtraums, in dem sich die Eltern des Jungen eine Woche später wiederfinden würden. David hat Fieber bekommen, seine Körpertemperatur stieg auf bis zu 40 °C.

Seine Eltern haben ihn zum Kinderarzt nach Elda gebracht, sind dazu gut 180 km gefahren, um zu hören, dass Davids Symptome mit dem Zahnen in Verbindung stehen könnten.

Die verschriebenen fiebersenkenden Mittel schlugen nicht an. Im Gegenteil, Davids Zustand verschlechterte sich und ein paar Tage später brachten ihn seine Eltern mit Symptomen einer Lungenentzündung in die Notaufnahme.

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Er blieb im Krankenhaus, aber seine Beschwerden ließen vorübergehend nach und der Junge wurde nach einigen Tagen ohne besonderen Befund nach Hause geschickt.

Die Freude über Davids Besserung hielt jedoch nicht lange an. Sein Zustand wurde nach und nach schlimmer, die Ärzte waren jedoch ratlos. In einem solchen Gespräch und auf mehrfaches Nachfragen hin erinnerten sich die Eltern an den Husten nach dem Verschlucken der Mandel. Das war zumindest ein Anhaltspunkt.

Nun wurde der Junge nach Alicante ins Krankenhaus geschickt. Er wurde dort eine Zeit lang beobachtet, bevor man schließlich eine Bronchoskopie durchführte.

Bei dieser diagnostischen Maßnahme wird ein flexibler, mit einer Kamera ausgestatteter Schlauch in die oberen Atemwege eingeführt. Manchmal wird die Bronchoskopie auch als Lungenspiegelung bezeichnet.

Die Bronchoskopie bracht die Wahrheit ans Licht. Die Ärzte fanden die Mandel, die im Gewebe festsaß, und konnten sie extrahieren. Sie steckte dem Kind wohl seit Monaten in der Lunge.

Mandeln

Leider war das keine einfache, komplikationslose Prozedur, denn um die Mandel hatte sich eine eitrige Entzündung ausgebreitet. Während der Untersuchung erlitt David einen Herzstillstand.

Er konnte erst nach mehreren Versuchen wiederbelebt werden und die Ärzte entschieden, ihn in ein künstliches Koma zu versetzen, um seinem Körper Erholung zu gönnen.

Nahezu zwei Wochen später wachte David aus dem Koma auf. Die Lungenentzündung war abgeheilt. Der Herzstillstand ließ jedoch sein Gehirn ohne Sauerstoff und der Junge hat schwere neurologische Schäden erlitten. Er hat seine Augen geöffnet, kann aber nicht sehen. Er kann seinen Körper nicht bewegen, weder sprechen noch essen.

Für die Eltern des Jungen ist Davids Schicksal das Resultat der Fahrlässigkeit der Ärzte. Diejenigen, die die Bronchoskopie durchführten, waren nicht darauf vorbereitet, eine so starke Entzündung vorzufinden. Es hätten weitere Untersuchungen stattfinden müssen, bevor die Mandel entfernt wurde.

„Das Lungengewebe war vollkommen zersetzt und mittendrin steckte die Mandel. Hätte man sie nur früher entdeckt, dann hätte es niemals so weit kommen müssen“, erklärt der Vater.

Kind isst Mandel

Kinderärzte raten dringend dazu, Kindern, die noch keine fünf Jahre alt sind, auf keinen Fall Trockenfrüchte zu geben. Das Risiko einer Aspirationspneumonie ist hier besonders hoch, auch können die Kinder direkt ersticken.

Weil viele Eltern das aber nicht wissen, werden immer wieder Kinder vorstellig, die Stücke von Mandeln, Nüssen oder ähnlichen Trockenfrüchten eingeatmet haben.

Amparo Alba und José Domingo Cruz sind davon überzeugt, dass es sich hierbei nicht um ein simples Versehen handelt, und fordern Gerechtigkeit.

Gleichzeitig lastet aber auch eine ganz andere Bürde auf ihnen: In kürzester Zeit sind bereits mehr als 10.000 Euro Behandlungskosten aufgelaufen. Auf folgendes Bankkonto darf gern gespendet werden: IBAN ES60 0182 0134 2702 0154 0008. Im SEPA-Zahlungsraum fallen dabei keine zusätzlichen Kosten an.

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