Xanthelasmen: gelbweiße Stellen unter der Haut

· 29 November, 2016
Xanthelasmen sind bei jungen Menschen selten, es sei denn, sie leiden unter einer Stoffwechselstörung

Xanthelasmen sind ungefährliche, aber ästhetisch oft störende weiße, gelbliche oder zuweilen auch rote erhabene Stellen unter der Haut. Sie werden oft mit Hautkrebs verwechselt, haben damit aber nichts zu tun.

Xanthelasmen: Fettansammlungen unter der Haut

Xanthelasmen sehen aus wie kleine Knötchen, Kügelchen oder plattige Einlagerungen unter der Haut.

Je nach Hautfarbe erscheinen sie weiß, gelb oder auch selten rötlich und können völlig flach oder auch stark erhaben erscheinen.

Meist entstehen sie in der Nähe der Nase an oder um die Augenlider, selten auch an anderen Körperstellen wie zum Beispiel den Ellenbogen.

Sie entstehen, wenn der Körper aus zum Teil noch unbekannten Gründen zu viel Fett im Blut hat und dieses ablagert.

Die mikroskopisch kleinen Fett-Töpfchen lagern sich an immer gleichen Stellen ab, sodass sie bei genügender Menge Fett als Xanthelasmen sichtbar werden.

Bei dem in die Hautzellen eingelagerten Fett handelt es sich um Cholesterinesther.

Sind Xanthelasmen ansteckend?

Xanthelasmen sind nicht ansteckend und nicht vererbbar, jedoch besteht dennoch ein höheres Risiko, Xanthelasmen zu entwickeln, wenn andere Familienmitglieder bereits welche haben.

Sind diese kleinen Fettablagerungen genetisch bedingt, so spricht man von „primären Xanthelasmen“.

Sind die Ablagerungen unter der Haut nicht genetisch bedingt, so nennt man sie „sekundäre Xanthelasmen“, welche meist als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen und gesundheitlicher Probleme auftreten.

Die meisten Menschen, die an sich Xanthelasmen entdecken, sind über 50 Jahre alt, nur in Einzelfällen unter 40 Jahre.

Eine neue Studie, die 2011 im British Medical Journal veröffentlicht wurde, stellte fest, dass Menschen mit Xanthelasmen überdurchschnittlich oft an einer Herzerkrankung leiden.

Beobachtest du die Bildung solcher Fettknötchen unter deiner Haut, kann es harmlos sein, jedoch solltest du dich im Hinblick auf Herzerkrankungen untersuchen lassen.

cholesterinRisikofaktoren

Sekundäre Xanthelasmen, also solche, die nicht genetisch bedingt sind, haben meist Ursachen, die mit dem ungesunden Lebenswandel der Betroffenen in Verbindung gebracht werden.

40% aller Menschen mit den auffälligen Fettansammlungen unter der Haut haben oder hatten zu hohe Blutfettwerte.

Es ist aber auch möglich, mit normalen Blutfettwerten solche Knötchen zu entwickeln. Dann liegt jedoch meist eine der folgenden Erkrankungen vor:

  • Diabetes
  • Pankreatitis
  • Alkoholsucht
  • Erkrankungen der Leber
  • Fettstoffwechselstörung
  • Leberzirrhose

Ältere Männer, die an einer Fettstoffwechselstörung leiden bilden zusammen mit Frauen jenseits der Menopause die Hauptrisikogruppe.

xanthelasmenWie behandeln?

Haben sich die Xanthelasmen aufgrund von zu hoher Blutfettwerte gebildet, so ist es möglich, dass sie sich wieder zurückbilden, wenn Medikamente eingenommen werden, die zur Senkung der Blutfettwerte führen.

Meist sind die unschönen Fettablagerungen aber nicht heilbar, sodass man sich mit ihnen anfreunden muss oder mit dem Hautarzt über weitere Möglichkeiten sprechen könnte.

Wichtig ist in jedem Fall, vor jeder Behandlung von Xanthelasmen auszuschließen, dass eine noch unentdeckte Krankheit dahinter steckt!

Der Hautarzt hat verschiedene Möglichkeiten, Xanthelasmen zu entfernen:

  • Laser
  • Herausschneiden
  • Elektrokauterisation (Zerstörung der Hautzellen mit Strom)
  • Kryochirurgie (Abtragung durch Verisen)
  • Trichloressigsäure

Wichtig ist zu wissen, dass sich die Knötchen immer wieder bilden werden, wenn die Ursache, also zu hohe Blutfettwerte, eine Stoffwechselstörung oder andere Erkrankungen nicht behandelt werden!

Aber auch dann ist eine Entfernung keine Garantie, das Problem gelöst zu haben, denn in 40-60% aller Fälle bilden sich die Fettablagerungen wieder neu.

Übrigens: In Deutschland zahlt das keine Krankenkasse, da es sich um keine Krankheit handelt, sondern um ein Symptom oder rein ästhetisches Problem.

Wie vorbeugen?

Sind die Xanthelasmen genetisch bedingt, kannst du nichts gegen deren Entstehung tun.

Sind in deiner Familie solche Fettablagerungen noch nicht aufgetreten, ist es wie immer: Ein gesunder Lebensstil mit einer gesunden Ernährung trägt auch hier dazu bei, die Entstehung zu verhindern.

Die Hauptrisikofaktoren sind solche, die durch ungesunde Ernährung und ungesunden Lebensstil selbst verursacht werden:

Alkoholkonsum, zu hohe Blutfettwerte, Diabetes. Wenn du Normalgewicht hältst, auf rein pflanzliche und hochwertige Nahrungsfette in geringen Mengen achtest, tierische Fette vermeidest und einen Lebensstil wählst, der weder Diabetes noch andere Zivilisationskrankheiten begünstigt, besteht nur ein genetisches Risiko, selbst Xanthelasmen zu entwickeln.