Wohnungsbrand verhindern: Vorbeugende Maßnahmen

Die Prävention von Bränden in der Wohnung ist lebenswichtig. Besonders wichtig ist sie in den Wohnungen älterer Menschen, die allein leben oder Probleme mit dem Sehen, Hören oder der Mobilität haben. Hier findest du verschiedene vorbeugende Maßnahmen, die du treffen kannst, um dich vor einem Wohnungsbrand zu schützen.
Wohnungsbrand verhindern: Vorbeugende Maßnahmen

Letzte Aktualisierung: 22. September 2021

Die Gefahr von Unfällen im Haushalt ist wahrscheinlich etwas, dessen du dir stets bewusst bist. Dabei kann es sich um Stürze, Vergiftungen oder Stromschläge handeln. In diesem Artikel konzentrieren wir uns darauf, wie du einen Wohnungsbrand mit einigen präventiven Maßnahmen am besten verhinderst.

Eine der wirksamsten und empfehlenswertesten Maßnahmen zur Verhütung von Bränden im Haushalt ist die Installation von Rauchmeldern. Wenn du Kinder hast, solltest du diese zudem stets beaufsichtigen, während sie in der Küche sind. Außerdem solltest du einen Fehlerstrom-Schutzschalter, umgangssprachlich auch FI-Schutzschalter genannt, haben.

Bei älteren Menschen hingegen sind Unfälle im Haushalt häufig auf die natürliche Verschlechterung des Seh- und Hörvermögens zurückzuführen. Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen sind ebenfalls Risikofaktoren, die zu einem Wohnungsbrand führen könnten.

Die häufigsten Ursachen für einen Wohnungsbrand

Bei Haus- und Wohnungsbränden ist nicht nur das Feuer selbst schädlich. Darüber hinaus können auch der Rauch und die giftigen Gase, die sich dabei entwickeln, sehr schnell lebensgefährlich werden.

Eine gute Möglichkeit, einen Wohnungsbrand zu verhindern, besteht darin, dass du weißt, welche Ursachen zu einem solchen Brand führen können. Zu den wichtigsten Auslösern und Ursachen in den eigenen vier Wänden gehören die folgenden:

Gefahren in der Küche

In der Küche musst du besonders vorsichtig sein, um das Brandrisiko zu minimieren. Nicht nur Streichhölzer, Feuerzeuge und Herde sind eine Gefahr, auch das in Pfannen und Töpfen angesammelte Fett kann sich leicht entzünden.

Wohnungsbrand verhindern - Küche mit Gasherd und Dunstabzug
In Küchen gibt es viele potenzielle Brandherde.

Wenn du deine Küche stets aufgeräumt und frei von Schmutz hältst, kannst du das Risiko verringern.

Wohnungsbrand verhindern: Kamine und Heizungen

Obwohl diese Einrichtungen natürlich sehr wichtig sind, um uns im Winter vor der Kälte zu schützen, stellen sie dennoch auch ein gewisses Brandrisiko dar, wenn sie nicht sorgfältig gewartet und genutzt werden. Wenn du einen Kamin hast, solltest du diesen immer mit einer speziellen Glasscheibe versehen, um zu verhindern, dass die Funken in deinen Wohnbereich gelangen. Und wenn du eine normale Heizung hast, solltest du diese ebenfalls regelmäßig von einem Fachmann warten lassen. Darüber hinaus solltest du niemals brennbare Materialien wie Papier oder Tücher in die Nähe oder direkt auf die Heizkörper legen.

Elektrische Brände

Gelegentlich können auch Überspannungen im Stromnetz einen Wohnungsbrand verursachen. Deshalb solltest du vorsichtshalber FI-Schutzschalter einbauen.

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Wohnungsbrand verhindern: Lagerung brennbarer Produkte

Eine Ansammlung verschiedener brennbarer Stoffe wie Kerosin, Ethylalkohol, Aceton, Benzin oder Ammoniak kann wahre Brandkatastrophen auslösen, wenn du keine angemessenen Vorsichtsmaßnahmen triffst.

Außerdem solltest du dir darüber bewusst sein, dass schon eine kleine Menge eines dieser Produkte ausreichen kann, um ein Feuer auszulösen.

Kerzen

Diese nützlichen, ästhetischen und sehr romantischen Lichtquellen können leider auch echte Fallen sein. Obwohl sie auf den ersten Blick harmlos erscheinen, können Kerzen sehr schnell einen Wohnungsbrand verursachen, wenn du nicht aufmerksam bist. Ein Windstoß, der einen Vorhang, ein Kissen oder andere brennbare Stoffe in ihre Nähe bringt, genügt bereits aus. Daher solltest du stets sehr vorsichtig sein, wenn du Kerzen in deinem Zuhause brennen lässt.

Weitere Tipps, wie du einem Wohnungsbrand vorbeugen kannst

Manchmal gibt es Situationen im Leben, die man nicht vermeiden oder kontrollieren kann. Dennoch kannst du viele Situationen, die einen Wohnungsbrand verursachen könnten, durch einige präventive Maßnahmen verhindern.

Wenn du Gas verwendest, musst du besonders wachsam sein

Zuerst einmal solltest du darauf achten, dass du das Gas nach der Verwendung sofort wieder abstellst. Außerdem sollten alle Räume im Haus, in denen sich Gasheizungen, -öfen oder -herde befinden, über entsprechende Abzugs- und Belüftungsvorrichtungen verfügen, welche ins Freie führen.

Wenn du Gas in deiner Wohnung riechst oder den Verdacht hast, dass es ein Leck gibt, öffne sofort alle Fenster. Außerdem solltest du in derartigen Fällen keinesfalls das Licht einschalten, da dies zu einer Explosion führen kann.

Wohnungsbrand verhindern: Vorsicht bei der Elektroinstallation!

Wenn du einem Wohnungsbrand vorbeugen willst, solltest du alle elektrischen Einrichtungen in deinem Haus von einem zugelassenen Elektriker überprüfen lassen. Außerdem ist es wichtig, dass du die Steckdosen nicht überlastest und nicht zu viele Verlängerungskabel verwendest.

Als äußerste Vorsichtsmaßnahme solltest du alle elektrischen Geräte vom Stromnetz trennen, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Dank dieser Maßnahme kannst du zudem Strom sparen. Und außerdem solltest du daran denken, niemals Wasser zu verwenden, um einen elektrischen Brand zu löschen.

Wohnungsbrand verhindern - Mehrfachstecker
Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckern erhöhen das Risiko von Brandunfällen in der Wohnung.

Halte die Notrufnummern griffbereit

Wenn du all diese präventiven Maßnahmen ergriffen und umgesetzt hast, solltest du natürlich nicht vergessen, dass du stets ein Telefon in der Nähe haben solltest, um im Notfall schnell Hilfe anfordern zu können. Daher solltest du die Notrufnummer 112 entweder direkt in dein Telefon einspeichern oder diese gut sichtbar aufhängen. Unter dieser europaweit einheitlichen Nummer erreichst du die Feuerwehr, die Polizei und den Rettungsdienst.

Wohnungsbrand verhindern: Elektrobrände und ältere Menschen

María Fernández Vigil Iglesias warnte in einem Vortrag an der Universität von Navarra (“Brandschutz in Altenheimen in Spanien: Charakterisierung des Problems und Lösungsvorschläge”), dass das Brandrisiko bei älteren Erwachsenen dreimal so hoch ist wie in der restlichen Bevölkerung. Daher weist sie darauf hin, wie wichtig es ist, vorbeugende Maßnahmen in diesem Bereich zu ergreifen.

Darüber hinaus weist Dorindo Cardenas in seiner an der Technologischen Universität von Panama vorgelegten Studie “Modellierung von Quellen, die elektrische Brände durch Wärmeleitung verursachen” auf die Zahl der Brände hin, die durch schlechte elektrische Anschlüsse verursacht werden. Und er stellt die Frage, welchen Preis die Bürgerinnen und Bürger für den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zahlen müssen.

In Bezug auf präventive Brandschutzmaßnahmen brauchen ältere Menschen die Hilfe und den Rat ihrer Kinder oder ihnen nahestehender Personen, um die Hausinstallationen zu überprüfen und die damit verbundenen Risiken zu verringern. Leider ist es eine traurige Wahrheit, dass die mit dem Älterwerden einhergehenden Gesundheitsprobleme die Unfallgefahr erhöhen.

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  • Universidad de Navarra. Fernández Vigil Iglesias, María. Seguridad contra incendios en viviendas de personas mayores en España: caracterización del problema y propuesta de soluciones. España 2020.
  • Universidad Tecnológica de Panamá. Cárdenas, Dorindo. Modelado de Fuentes Generadoras de Incendios Eléctricos por Termoconducción. Panamá 2011.