Wie sich feststellen lässt, ob zu viele Östrogene da sind

· 12 November, 2015
Ein Überschuss an Östrogenen kann zu Migräne führen und auch zu Gelenkschmerzen. Stimmungsschwankungen und eine schmerzhafte, unregelmäßige Menstruation sind ebenfalls auf einen erhöhten Östrogenspiegel zurückzuführen

Östrogene zählen zur Gruppe der Fortpflanzungshormone und spielen eine entscheidende Rolle bei der körperlichen und sexuellen Entwicklung der Frau. Darüber hinaus beeinflussen Östrogene auch Funktion und Entwicklung von Brüsten und Beckenmuskulatur, aber auch von Harnwegen, Herz-Kreislauf-System, Knochen, Gehirn, Haar und Nägeln.

Für Gesundheit und Wohlbefinden ist es daher unverzichtbar, dass der Östrogenspiegel ausgeglichen ist. In diesem Artikel erklären wir dir, wie sich feststellen lässt, ob im Körper zu viele Östrogene wirken und wie sich der Östrogenspiegel ausgleichen lässt.

Schmerzhafte und unregelmäßige Menstruation

Schmerzen und Östrogene

Viele Frauen leiden Monat für Monat unter schmerzhaften Blutungen und ihr Zyklus ist häufig recht unregelmäßig. Von den Ärzten wird das in der Regel nicht als schwerwiegendes Problem betrachtet, aber der Alltag der betroffenen Frau ist an jenen Tagen im Monat eingeschränkt. Betroffene stellen sich daher oft die Frage, warum sie von diesen Problemen geplagt werden und ob es dafür keine Lösung gibt.

Eine der häufigsten Ursachen für diese Beschwerden ist ein erhöhter Östrogenspiegel, woraufhin auch zuerst untersucht werden sollte.

Weitere Informationen zu diesem Problem findest du hier: Ursachen für Regelschmerzen

Sodbrennen und Zwerchfellbruch

Frauen, in deren Körper ein Überschuss an Östrogenen vorliegt, zum Beispiel während der Schwangerschaft oder der Einnahme der Anti-Baby-Pille, können zeitweise unter einer Muskelschwäche leiden.

Diese Muskelschwäche betrifft vor allem jene Muskulatur, die ein Zurückfließen des sauren Speisebreis aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert, das Zwerchfell und den entsprechenden Schließmuskel. Dann kommt es zu Reflux, Sodbrennen und in schwerwiegenderen Fällen zum Zwerchfellbruch.

Im Allgemeinen begünstigen Östrogene Verdauungsstörungen, da sie auch auf das Gallensystem wirken. Dies kommt besonders dann zum Tragen, wenn sich die Betroffene nicht gesund ernährt.

Anti-Baby-Pille

Pille und Östrogene

Wenn wir für lange Zeiträume die Anti-Baby-Pille eingenommen haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass unser Östrogenspiegel erhöht ist. Östrogene machen einen Teil der Hormone aus, die in der Anti-Baby-Pille enthalten sind.

Je länger wir diese Verhütungsmethode anwenden, umso wahrscheinlicher wird es, dass unser hormonelles Gleichgewicht aus den Fugen gerät.

Angst und Reizbarkeit

Derartige nervöse, emotionale Probleme sind ebenfalls ein Hinweis darauf, dass Östrogene im Übermaß vorhanden sind. Es ist sicher richtig, dass Angst und Reizbarkeit auch eine Vielzahl anderer Ursachen haben können, weshalb auch auf die übrigen in diesem Artikel genannten Symptome geachtet werden sollte.

Ein eindeutiger Hinweis ist die Tatsache, dass derartige Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit dem hormonellen Zyklus stehen. Während des Eisprungs beispielsweise, in den Tagen kurz davor und kurz danach, oder während der Menstruation lassen sich dann andere Stimmungen feststellen als in der übrigen Zeit.

Probleme, schwanger zu werden

Wenn wir versuchen, schwanger zu werden, und seit mehr als einem Jahr regelmäßig an diesem Vorhaben scheitern, dann kann ein erhöhter Östrogenspiegel die Ursache dafür sein. Falls parallel dazu schmerzhafte, unregelmäßige Menstruationen beobachtet werden können oder zuvor lange Zeit die Anti-Baby-Pille eingenommen wurde, wird diese Ursache noch wahrscheinlicher.

Auch das Alter spielt beim Schwangerwerden eine entscheidende Rolle: Schwangerschaft nach dem 35. Lebensjahr

Verstopfung

Verstopfung ist ein Tabuthema, das einen Großteil der Bevölkerung betrifft, auch wenn nicht darüber gesprochen wird. Langfristig können derartige Verdauungsprobleme schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, können auch hier zu viele Östrogene verantwortlich sein.

Wie das auch schon für die Stimmungsschwankungen beschrieben wurde, findet sich ein wichtiger Hinweis auf die zugrundeliegende Hormonstörung in der Tatsache, dass Probleme mit dem Stuhlgang nicht im Zeitraum von Eisprung und/oder Menstruation auftreten, wenn der Östrogenspiegel natürlicherweise sinkt. Nachdem die Menstruation zu Ende geht, kehren die Probleme jedoch ohne scheinbare Ursache zurück.

Migräne und Gelenkschmerzen

Weitere Symptome eines zu hohen Östrogenspiegels sind häufige Kopfschmerzen vom Typ Migräne und Gelenkschmerzen. Zeitweise lassen sich diese durch eine entsprechende Behandlung etwas lindern, aber nach Absetzen der Therapie treten sie erneut auf.

Konsum von großen Mengen Soja

Soja und Östrogene

Viele Frauen verzehren mit ihrer täglichen Ernährung große Mengen an Sojaprodukten. Soja wurde in den letzten Jahren viel beworben und empfohlen. Soja enthält allerdings große Mengen an Phytoöstrogenen, das sind pflanzliche Äquivalente der Östrogene, die in unserem Körper wie Östrogene wirken.

Vor allem unter Vegetariern ist der Konsum von Soja sehr verbreitet. Ein weiteres Argument gegen den übermäßigen Verzehr sojabasierter Lebensmittel ist die Tatsache, dass im Handel erhältlicher Soja häufig gentechnisch modifiziert ist.

Wie lassen sich die Östrogene senken?

Um den Östrogenspiegel auf natürliche Weise zu senken, sollten folgende Ratschläge beachtet werden:

  • Reduktion oder Elimination von rotem Fleisch, Weizen, Kuhmilch, Sojamilch, Kaffee, Zucker, gesüßten Limonaden und künstlichen Süßungsmitteln aus der Diät.
  • Vermeidung von Alkohol und Tabak.
  • Zeitweise kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig werden. Mönchspfeffer ist eine Heilpflanze, die den Spiegel der Östrogene zu senken vermag.
  • Ab und zu sollte Maca verzehrt werden, z.B. in Form von Mischgetränken oder Säften, mit denen wir in den Tag starten.
  • Achte auf deine Leber und halte sie mit natürlichen Heilmitteln gesund.