Wie Emotionen unser Essverhalten beeinflussen

Damit Emotionen nicht dein Essverhalten kontrollieren und dich dazu zwingen, kalorienreiche Speisen zu verzehren, solltest du diese gar nicht kaufen und immer gesunde Lebensmittel griffbereit haben. Frisches Obst ist eine ausgezeichnete Wahl. 

Durch Langeweile, Depression oder Nervosität wird das Essverhalten häufig beeinträchtigt. Manche verlieren den Appetit, andere wiederum leiden an Heißhungerattacken.

Essen hilft bei der Bewältigung negativer Gefühle, deshalb kommt es bei vielen zu einer Appetitsteigerung, denn damit kann Kummer zumindest kurzfristig vergessen beziehungsweise gelindert werden.

Es handelt sich jedoch um eine Spirale, die sehr negative Auswirkungen haben kann.

In unserem heutigen Artikel erfährst du, welche Beziehung zwischen Essverhalten und negativen Emotionen besteht.

Essverhalten und Emotionen stehen in enger Verbindung

Frau mit gestörtem Essverhalten

Dass negative Gefühle das Essverhalten beeinträchtigen ist nichts Neues. Viele versuchen, durch Essen Frust, Traurigkeit oder Bitterkeit zu lindern.

Essen wird mit fröhlichen Ereignissen assoziiert, Feste, Familienfeiern und andere Gelegenheiten sind der perfekte Rahmen für ein genüssliches Essen. Ein gutes Essen und ein angenehmenes Gespräch haben therapeutische Wirkung.

Es ist sehr schwierig, Essen und Emotionen zu trennen, denn es handelt sich um Gewohnheiten, die seit Generationen verkankert sind.

Das Problem entsteht dann, wenn negative Gefühle bewusst oder unbewusst mit einem gestörten Essverhalten befriedigt werden.

Die Folge davon sind Essstörungen, die ernstere Auswirkungen haben können.

Essen kann zu einer Notwendigkeit werden, emotionale Probleme werden dadurch ausgedrückt, anstatt diese auf anderem Wege zu lösen.

Nervosität, eine depressive Stimmung oder Langweile können zwar durch Essen kurzfristig gelindert werden, doch diese Lösung ist nicht von langer Dauer.

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Dazu kommt, dass man in diesen schwierigen Augenblicken meist auf sehr ungesunde Speisen zurückgreift. Viele schlucken ihren Kummer gemeinsam mit industriellem Gebäck, Frittiertem, Salzgebäck oder fettigen Speisen.

Diese enthalten ungesunde Zusätze, die abhängig machen. Nur wenige greifen deshalb bei Nervosität oder Stress zu frischem Obst, die meisten bevorzugen Schokoladekekse.

Wenn später erneut eine ähnliche Situation mit negativen Gefühlen auftritt, greift man wieder zur selben Lösung. So beginnt eine sehr negative Spirale, die in die Abhängigkeit führt.

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Wann und warum sucht man im Essen Trost?

Die Gründe dafür, warum bestimmte Lebensmittel gewählt werden, sind ganz unterschiedlich. Doch es gibt einige häufige Fakten, die bei sehr vielen Menschen eine sehr wichtige Rolle spielen.

Stress

Frau mit negativen Emotionen isst im Bett

Bei Stress verlieren viele die Kontrolle über die Art und Menge der verspeisten Lebensmittel. Manche Menschen essen in dieser Situation weniger, andere mehr als normal. 

Wer unter Stress steht, hat meist keine Zeit, sich ein gesundes, ausgeglichenes Essen zuzubereiten, was meist dazu führt, dass schnelle Fertiggerichte verspeist werden, die der Gesundheit schaden.

Unzufriedenheit mit dem Körper

Dies ist bei Jugendlichen sehr häufig der Fall. Wer mit seinem Körper nicht zufrieden ist, kann zum Opfer seiner eigenen Obsession werden.

Essstörungen können sich auf unterschiedliche Art auswirken, manche essen zu wenig, andere zu viel. Depression führt deshalb oft zu Übergewicht, weil man den Appetit nicht kontrollieren kann und im Essen Ausgleich für das Seelenleid sucht.

Langeweile

Du bist gelangweilt und weißt nicht was tun, der Kühlschrank ist nicht weit weg und da warten auch viele Köstlichkeiten, die deinen Gaumen erfreuen können. 

Sicher kennst du diese Situation. Wenn der Griff zum Essen zur Gewohnheit oder gar zur Freizeitbeschäftigung wird, oder wenn du ständig beim Fernsesehen isst und nicht mehr darauf verzichten kannst, solltest du bewusst darüber nachdenken, wo genau die Ursache liegt und wie du das verhindern kannst.

Unwohlsein und Ärger

verärgerte Frau isst zu viel

Nach einem Streit mit dem Lebenspartner, einem familiären Problem oder einem unangenehmen Ereignis greifen ebenfalls viele zu (nicht unbedingt gesunden) Lebensmitteln, um den Frust zu lindern.

Doch Zorn, Streit oder andere negative Gefühle können damit nur sehr kurz vergessen werden. Du musst für deine Probleme eine andere Lösung finden!

Depression, Traurigkeit oder Trauer

Viele essen mehr, wenn sie traurig sind. Meist hat man dann mehr Appetit auf Süßes. Depression, Essen und Übergewicht gehen oft Hand in Hand.

Doch warum wählen die meisten ungesunde Lebensmittel, um damit ihre negativen Emotionen zu beruhigen? Warum werden in diesen Situationen kalorienreiche, fettige, salzige oder süße Lebensmittel bevorzugt?

Um dies zu verstehen, muss man mehr über das Belohnungssystem des Gehirns wissen. Bestimmte Erfahrungen aktivieren das Gehirn, deshalb werden diese Verhaltensmuster wiederholt. 

Das ist so wie wenn du eine schwierige oder anstrengende Aufgabe zu Ende führst und dich dann mit einem schicken neuen Kleidungsstück, einem feinen Essen in deinem Lieblingsrestaurant oder einem kleinen Geschenk belohnst.

Drei Erfahrungen aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn ganz besonders.

  • Sex
  • Gesellschaftsleben
  • Essen

Damit wird Dopamin freigesetzt und das emotionale limbische System mit den Genusszentren verbunden.

Durch die Freisetzung von Dopamin werden auch andere Hormone produziert, beispielsweise Endorphine, die für Genuss, Befriedigung und Glück sorgen.

Wie Suchtmittel (Alkohol, Tabak, Drogen) macht auch Essen abhängig, denn man fühlt sich danach fröhlicher und kann Probleme für ein Weilchen vergessen. 

Doch warum wählen wir meist ungesunde Lebensmittel, um unseren Kummer zu vergessen und unsere Gefühle zu kontrollieren? Dabei handelt es sich um eine Überlebensfrage.

  • Unsere Vorfahren waren es gewohnt, lange nichts zu essen.
  • Wenn sie dann Nahrungsmittel zur Verfügung hatten, „belohnte“ sie das Gehirn für kalorienhaltige Speisen, die als Energiereserven sehr wichtig wahren, ganz besonders.

Das heißt, dass Zucker und Fett das Belohnungsystem am meisten aktivierten und immer noch aktivieren.

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Wie kann man verhindern, bei negativen Emotionen gleich zum Essen zu greifen?

Frau mit Pizza im Bett

Dieses Ziel zu erreichen, kann sehr langwierig sein, doch der Versuch lohnt sich. Du musst allmählich den Konsum von kalorienhaltigen Lebensmitteln reduzieren und gesündere Alternativen suchen.

Ein wirksamer Trick ist, immer eine Obstschale im Esszimmer zu haben. Wenn es dich nach etwas gelüstet, kannst du einen gesunden Apfel essen.

Einkäufe solltest du prinzipiell nur nach dem Essen tätigen, denn wenn du nicht so viel Hunger hast, kannst du dich auch im Supermarkt besser kontrollieren.

Ungesunde Produkte solltest du am besten gar nicht kaufen. Koche stattdessen vielseitige Gerichte, die deine Gesundheit fördern.