Was sagt Nägelkauen über die Persönlichkeit aus?

18 Mai, 2015

Nägelkauen ist eine Gewohnheit, die auf Nervosität zurückzuführen und eng mit der inneren Gefühlswelt verbunden ist. Manche Personen schaffen es das ganze Leben lang nicht, diese Angewohnheit abzulegen, andere kauen nur in stressigen, belastenden Phasen an den Nägeln.

Die Beharrlichkeit des Nägelkauens

In diesem Beitrag befassen wir uns mit dieser lästigen Gewohnheit, die bei manchen Personen so weit geht, dass sie verschiedene Aktivitäten nicht ausführen können, da sie ständig das Bedürfnis verspüren, die Finger in den Mund zu stecken. Diese Krankheit bezeichnet man als Onychophagie. Die Betroffenen schämen sich über ihre Hände und trauen sich kaum diese zu zeigen. 50% der Bevölkerung, überwiegend Frauen, leiden an diesem Problem. Meist beginnt man mit dem Nägelkauen zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr, wobei manche das ganze Leben lang daran leiden. Dieses Problem geht weit über den ästhetischen Aspekt hinaus.

Die meisten, die es mit äußerlichen Behandlungen versuchen, scheitern. Warum? Die Ursachen für Onychophagie sind daran schuld, diese sind nämlich Angstgefühle, Nervosität, Depressionen, Stress, Langweile, Sorgen und Probleme, Trauer usw.

nägelkauen

Nervöse oder negative Gewohnheiten beginnen meist mit einer fast unbemerkten Veränderung im Alltag. Sobald man sich an diese gewöhnt hat, wird sie immer öfter wiederholt. Die Hauptursache für Nägelkauen ist, dass man sich darüber nicht bewusst ist. Die Betroffenen merken es gar nicht, bis sie von jemandem darauf aufmerksam gemacht werden oder das Nägelkauen so weit geht, dass es schmerzt. Es handelt sich um eine automatische Reaktion auf ein Problem, eine Art „Ventil“, um Gefühle und Sorgen Luft zu machen.

Die nahestehenden Mitmenschen sind ebenfalls von diesem Problem betroffen. Auch wenn sie die leidende Person anfangs darauf aufmerksam machen, gewöhnen sie sich mit der Zeit ebenfalls daran und stören sich nicht mehr an dieser Gewohnheit. Die Nägelbeißer wiederum verbinden die Gewohnheit mit verschiedenen Aktivitäten wie beispielsweise Fernsehschauen, Lesen, Sprechen usw.

Was sind die Ursachen für Nägelkauen?

Psychologen haben eine Liste mit den Hauptursachen für Onychophagie ausgearbeitet. Diese verraten auch mehr über die Persönlichkeit der Betroffenen.

Unruhe

Bei Stress, Hektik, Sorgen und Ängsten kommt es häufig zum Kauen der Nägel. Die Notwendigkeit einen Ausweg zu finden treibt die Betroffenen unbewusst zu dieser Gewohnheit. Nägelbeißen wirkt nämlich nervenberuhigend.

brüchige-nägel

Langweile

Wer gerade nichts zu tun hat und sich langweilt, kaut auch gerne an den Nägeln. Diese Gewohnheit stimuliert das Nervensystem, was beispielsweise hilft, nicht einzuschlafen.

Perfektionismus

Personen, die Nägel kauen, können diese oftmals am Tag betrachten und auf Unregelmäßigkeiten inspizieren. Wenn sie eine finden, haben sie einen Grund, daran zu kauen. Diese Gewohnheit ist auch für Zähne, Hände und Haut schädlich.

Nachahmung

Viele Kinder beißen an ihren Nägeln, da ihre Eltern diese Gewohnheit haben. Bei Patienten bis zu 18 Jahren kann Onychophagie durch Angstzustände, Ticks, Hyperaktivität oder Zwangsstörungen verursacht werden.

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Psychosomatische Ursachen

In vielen Fällen kommt es zum Nägelbeißen, um sich selbst Verletzungen und Schmerz zuzufügen. Dies kann beispielsweise in gewalttätigen Familien oder bei zu strenger Erziehung vorkommen und ist eine Art, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Gefühle und Emotionen

Schüchternheit und ein niedriges Selbstwertgfühl, Schmerz aufgrund einer Scheidung oder Trauer durch einen Todesfall in der Familie können ebenfalls zu Nägelkauen führen. Sobald sich der Betroffene mit sich und seiner Umgebung sicherer und vertrauter fühlt, kann diese Gewohnheit verschwinden. 

Wissenswertes über Kinder mit Onychophagie 

Eine neuere Studie hat gezeigt, dass kleine Nägelkauer weniger soziale Fähigkeiten haben als Kinder, die nicht an den Nägeln beißen. Diese Umstände betreffen 45% der Kinder in industrialisierten Ländern (10% der Erwachsenen). Es handelt sich hier um eine nervöse Störung, die an einen Angstzustand grenzt und negative Folgen sowohl für den Körper als auch für das Selbstwertgefühl mit sich bringt. 

Verschiedene Auslöser können zu unbewusstem Nägelkauen führen, das zu einem automatischen Reflex wird. Die Kinder spüren nicht, dass sie sich selbst Schaden zufügen. Experten weisen darauf hin, dass es sehr schwierig ist, diese Gewohnheit wieder abzulegen.

Auch Probleme in der Schule, beispielsweise Mobbing, schwache Leistungsfähigkeit etc. oder ungünstige Lebensumstände können Auslöser für Nägelkauen sein. Bei Stress, Nervosität, Angst oder persönlicher Unzufriedenheit müssen oft die Nägel daran glauben – dies ist eine Art, aus schwierigen Situationen auszubrechen. Auch wenn es sich nicht um ein schwerwiegendes Problem handelt, insbesondere wenn dieses rechtzeitig behandelt wird, sollte vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auf jeden Fall psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Diese schlechte Gewohnheit wird oft abgelegt, wenn die Kinder sich schämen, die Hände zu zeigen. Mädchen hören oft mit ungefähr 13 Jahren damit auf, sobald sie beginnen mehr Wert auf ihr Äußeres zu legen und die Nägel zu lackieren.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich häufig um ein soziales Problem. Kinder die sich traurig fühlen und isolieren sind gefährdeter, daran zu leiden. Es handelt sich um einen Teufelskreis, denn aufgrund der unschönen Finger ziehen sich die Kindern oft noch mehr zurück.

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